SK-FANZINE - Schoppeklopper

4 Zimmer Küche Bad- Eigentlich müsste man mal (CD Review)

4 Zimmer Küche Bad… Vor ca 5 Wochen hat die Rock WG ihr Debüt „Eigentlich müsste man mal“ veröffentlicht.

Wir wollen der Frage auf den Grund gehen: Was macht eine 4 Personen Herren WG eigentlich aus? Die erste Antwort darauf bekommt man beim Artwork der CD. Wenn man das schicke Digipack aufklappt und die Rückseite/das Cover betrachtet, wird aus dem kleinen Schmutzbild vorne ein richtiges Siff Spektakel. Wäre eine Frau dabei, so hätte sie bestimmt schon teilweise diesen Dreck beseitigt.

Gemastered hat das von Chris Kautz produzierte Werk ein gewisser „Mark Pfurtscheiler“. Ich würde also sagen der Umzug aus dem Proberaum in Schupach ins bedeutsamere Kalkwerk hat sich bezahlt gemacht. Schließlich findet man dort immer Freunde, die im Haushalt helfen können und inspirierend auf jeden Künstler wirken können. Unter diesem Gesichtspunkt, wirken Songtitel wie „Feiert Freunde“ wie eine Bestätigung für diese These.

Das wichtigste in einer WG ist aber doch: Gute Gespräche. Und wenn man politisch und gesellschaftlich gleich tickt, kann man daraus etwas Großes kreieren. Und genau das ist „4ZKB“ gelungen. 12 Tracks erzählen Geschichten, die meist etwas mit den Missständen dieser Welt zu tun haben. In Deutschland, aber eigentlich eben überall.

Die Musik bezeichnen die Jungs als Deutschrock. Und das geht in meinen Augen klar. Denn Punk-Rock-Rockabilly-Pop ist halt ein bisschen lang und tatsächlich, ist auch das nur ein kleiner Teil der Einflüsse die die alten Herren in ihrer Musik vereinen.

Mal aggressiv, dann mal sehr Ohrwurmlastig… Immer gepaart mit einer Melodie, gespielt von großartigen Musikern. Das ist für mich „4Zimmer Küche Bad“.

Was viele Leute womöglich gut finden, ich aber eher als Manko sehe: Die CD klingt 1 zu 1 wie die Jungs live.

Bei „Klangbild“ hab ich mich letztes Jahr ein bisschen über die Vielzahl an technischen Spielereien ausgelassen… Aber so ein bisschen finde ich, kann man sowas doch gerne nutzen. In der Medizin sagt man „Die Masse macht das Gift“ und ich finde: Stimmt. Sänger Tilly hat zwar eine großartige Stimme, egal ob er normal singt oder etwas aggressiver. Trotzdem hätte der eine oder andere Effekt, die CD noch etwas besser machen können, als sie sowieso ist. Denn ich finde: Wer wie ich Musik konzentriert hört, der wird hier bestens bedient. Aber das tut nicht jeder. Jemand der Musik lieber irgendwie nebenbei hört, könnte auf den falschen Gedanken kommen, dass das Album eintönig ist. Nochmal: Ist es nicht! Aber es kommt auch darauf an, wie bewusst man Musik konsumiert.

Prinzipiell ist das ganze Werk aber auch keine CD, die man „irgendwie im Hintergrund“ hören kann. Denn dann entgehen einem die Texte, bei denen sich der Bidi (Ex-Raketenklee, Ex-Das Bidi Bop Popensemble, Ex- Abgehörte Telefonate) mal wieder selbst übertroffen hat. Sehr linke Inhalte…Aber eben nicht in flache Phrasen oder die üblichen Parolen verpackt, sondern klar benannt. Beispielgebend dafür sind die Titel „Angstmaschine“ oder das überragende „Scheißegal“.

Am Ende ist es ein Album, was jeder zuhause stehen haben sollte und dennoch, ist mir noch bei keiner CD die Wertung sooo schwer gefallen. Alles ist geil, es ist top produziert, es ist schick aufgemacht, die Musik ist nice und klare Favoriten hab ich auch…. aber irgendetwas fehlt. Seit Wochen denk ich darüber nach und bin noch zu keinem Schluss gekommen….

Damit schließe ich diese Kritik. Nochmal: Gutes Debüt, keine Füller sondern Qualitätsmaterial von vorne bis hinten und trotzdem….Hmm.

Kauft es euch, denn bereuen werdet ihr es nicht. Da es kein Review ohne Wertung gibt:

7/10 Sternen.

P.S.: Wenn ihr die CD schon habt und es euch vielleicht genau geht… Dann postet es mir gerne auf unsere Facebook Seite!

Mobilization- Mobilization (CD Review)

Vor knapp 2 Wochen bekam ich eine Facebook Nachricht von einem Matthias aus dem Westerwald. Dieser berichtete mir, er sei Mitglied einer Band und  er würde sich freuen, wenn ich mal ihr Album rezensieren würde. Auf Anfrage mach ich das erstaunlich selten, aber da mir angeboten wurde, dass ich ein physisches Exemplar haben könnte, habe ich halt eingewilligt. Wenige Tage später hatte ich tatsächlich Post und mir gedacht… ich höre es mir mal an.

Seit diesem Tag, höre ich kaum mehr etwas Anderes. Man nehme eine kleine Prise Metal, eine sehr gute Prise Hardcore und eine sehr extrem gute Prise Punkrock und was dabei herauskommt ist „Mobilization“. Die Jungs sind voller Energie, klingen sehr professionell und haben eine dermaßen fette Produktion am Start, dass man laut genug das Gefühl hat es knallt einem die Ohren weg. Dabei klingen sie extrem international, haben Ohrwurmfaktor hoch 10 und viele kleine Spielereien. Immer wieder samplen sie kleine Zitate, Interviewausschnitte und sonstiges rein.

Schon der Opener „Goebbels Descendents“ beinhaltet alles was die CD ausmacht. Wut, Aggression, Shouts, eingestreute Sing-alongs, eine großes politisches Thema (hier:Die Verharmlosung des 3. Reichs) und endet mit Parolen von „besorgten Bürgern“ und einer Kundgebung eines AfD Mitglieds (Höcke?).

Die ganze CD ist ein Protestschrei und ein politisches Statement folgt dem Nächsten. Songtitel wie „War Tales“, „21st Century Society“ und „March of the Heartless“ unterstreichen das Ganze.

Wenn man hört wie die Jungs klingen und sich dann das Bandfoto ansieht wie unglaublich jung sie wirken, ist es der Hammer. Wenn diese Band es schafft, all die Emotionen und Songs so auch auf der Bühne rüberzubringen, empfehlen sie sich für die großen Hardcore Festivals der Republik. Ich weiß ja nicht ob die Kerle sich fürs „Tells Bells“ beworben haben, aber eine Stimme in meinem Kopf brüllt mich unweigerlich an, dass „Mobilization“ genau da ihren Grundstein für eine richtige Karriere legen könnten.

Anspieltipps neben dem Opener, sind für mich das perfekt abgestimmte „I want my life back“ und der Track „Cock-O-Rama“, der nicht nur unscheinbar anfängt um zu einem der schnellsten Songs des Albums zu mutieren…nein! Auch wegen dem großartigen Wortspiel im Namen.

Negatives:

Dafür muss man in den Krümeln suchen. Ok, ihre Meinung zur Religion deckt sich nicht mit meiner, aber das ist ja Ansichtssache. Viele Songs enthalten einen ruhigen Mittelteil um danach zu einem fetten Höhepunkt zu kommen. Das ist mal ganz cool, aber spätestens nach dem 2. Mal ist das nicht nur unspektakülar, es besteht auch die Gefahr sich zu wiederholen. Die Kurve kriegen die Westerwälder zwar, aber sollte auf der nächsten Veröffentlichung nicht unbedingt wieder so sein.

Ansonsten: „Mobilization“ hauen hier ein technisch großartiges Werk raus. Abwechslungsreich und interessant. Und: Sie haben was zu sagen. Spiegelt sich auch darin wieder, dass zu dem einen oder anderen abgedruckten Songtext im Booklet noch ein paar erklärende Worte geschrieben wurden. Alles in Allem: Eine echte Granate. Gut zum Abreagieren, gut zum Feiern…und daher absolut UNEINGESCHRÄNKTE KAUFEMPFEHLUNG!

Und jetzt hoffe ich „Mobilization“ bald mal live zu sehen.

Schoppeklopper Wertung:

10/10

Driven- Under the same sky (CD-Review)

Wer meine Arbeit hier regelmäßig verfolgt, der weiß, dass ich zwischenzeitlich immer mal wieder Neues ausprobiere und Berichte anders mache, als ich es sonst tue. Und genau so wird es heute sein. Ich schreibe den Bericht mal genau anders herum als sonst, das heißt zuerst kommt die Wertung und dann die Gründe.

Schoppeklopper Wertung   7/10

Es gibt 7 gute Gründe „Under the same sky“ zu mögen und 3 es nicht zu tun. Fangen wird mir den negativen an:

Grund 1:

Falsche Erwartungen. Wer die Jungs von „Driven“ kennt, der hat in der Vergangenheit oft gehört, dass sie angekündigt haben, punkiger zu werden. Jetzt ist Punk natürlich ein weit gefächerter Begriff. „Frontex“ ist Punk. „Limbo Louis and the Ladyboiz“ ist Punk. Aber auch „Green Day“ sind irgendwo Punk. Ich hatte keine genaue Vorstellung in welche Richtung sich „Driven“ bewegen werden, aber bin davon ausgegangen es wird dreckiger und straighter. Tatsächlich ist „Under the same sky“ noch poppiger als das, was die Jungs vorher gemacht haben. Vergleichbar mit „Green Day“, nicht mit „Dead Kennedys“.

Grund 2:

Es ist halt nicht mehr Driven. Das klingt hart, aber so ist es. Ich meine klar, es stehen die selben Leute auf der Bühne. Ja es ist immer noch eine verrückte Bande… aber wer wie ich nahezu verliebt in die Stimme von Ex-Sänger Daniel war, dem wird es vielleicht schwer fallen das Album zu hören, da dieser nur noch sehr selten das Mikrofon bedient und ich mich an den neuen Sänger erst noch gewöhnen muss.

Grund 3:

Jaja, ich weiß. Was jetzt kommt ist Jammern auf Höchstniveau, aber was mich enorm stört sind die Texte. Und zwar nicht weil sie schlecht wären, aber mal ehrlich. Englisch-LK ist bei mir 10 Jahre her und deswegen wäre ich SEHR dankbar gewesen, wenn die Texte im Booklet abgedruckt wären. Ist das echt so wichtig einen Punkt abzuziehen? Keine Ahnung, aber für mich fühlt es sich so richtig an.

Ja, jetzt hab ich ausschweifend davon berichtet, was am neuen Album nicht so pralle ist, aber jetzt in aller Kürze 7 Punkte, warum man es trotzdem mögen kann.

Grund 1:

„Driven“ sind und bleiben geniale Musiker, die perfekt harmonieren.

Grund 2:

„Under the same sky“ ist genau richtig produziert. Ziemlich clean, trotzdem druckvoll und frei von unnützen Schnörkeln.

Grund 3:

Das Album hat seine Highlights. Neben dem Titel-Track und dem Opener, sei besonders noch der Song „The Wall“ genannt, der mich ziemlich kickt.

Grund 4:

Schönes, fantasievolles Artwork. Ich mag die Bandpics im Urlaubsstyle sehr.

Grund 5:

Ohrwurm Effekt. Nicht bei allen beliebt. Aber wer den Titeltrack von „Under the same sky“ einmal hört, summt den ganzen Tag die Melodie. Ging zumindest mir so.

Grund 6:

Aufwand. Die Jungs haben sich einfach Mühe gegeben. Neben Songwriting und Artwork gibt es zu „Under the same sky“ und „Pizza for Breakfast“ zwei extrem gute Musikvideos mit teilweise großartigem Humor, die sich echt sehen lassen können.

Grund 7:

Sympathie. Ja, ist einfach so. „Driven“ sind einfach nette Kerle und deswegen gibt es einen Sympathiepunkt und darüber möchte ich keine Debatte hören.

Fazit:

Alles in allem gibt es doch eine Kaufempfehlung. Nur weil ich mit dem Album nicht zu 100% warm werde, wäre es unangebracht zu sagen, dass es schlecht ist. Wer auf ziemlich poppigen Punkrock steht, der wird hier nicht enttäuscht und seine Freude an der CD haben. Und wenn ich mal in mich gehe und versuche außer acht zu lassen, dass es ein Driven Album ist und mir vorstelle, es sei eine völlig neue Band… dann wären da sogar mehr als 7 Punkte drin gewesen. Wenn ich „Driven“ wäre, hätte ich dem Daniel mehr Platz bei den Background Vocals eingeräumt und das Album nicht mehr unter dem alten Bandnamen released… Aber die Entscheidung kann ich nicht fällen.

Klangbild- Neue Wege (CD Review)

Etwas länger als 14 Tage ist es nun her, dass die Jungs von „Klangbild“ ihr Album Release Konzert zu ihrem ersten Album „Neue Wege“ gezockt haben. „Klangbild“ sind vier sympathische Musiker aus heimischen Gefilden, die zusammen mit dem Bela R. und einem roten Kühlschrank als „Unique Control“ die Szene in „Hater“ und „Supporter“ gespaltet haben und der Erfolg hat ihnen insgesamt Recht gegeben.

Mit dem Kühlschrank und Bela verschwanden einerseits die englischen Texte, andererseits auch der leicht metallische Einschlag den die Pop-Rock Songs von „Unique Control“ immer besaßen.

Genug der Theorie. Zum Album:

„Neue Wege“ kommt in einem wahnsinnigen schicken Artwork daher.Neben dem bergigen Cover gibts innen das eine oder andere alberne Bandfoto und alle Texte der CD. Die Produktion ist aufwendig, druckvoll und erstklassig, auch wenn der eine oder andere Effekt (besonders beim Gesang) irgendwie leicht überflüssig wirkt (Beispiel am Anfang der zweiten Strophe von „Wellenlänge“). Ob „Unique Control“ mit deutschen Texten funktioniert ist natürlich die zentrale Frage, die bei diesem Review geklärt werden muss. Die Antwort ist „Nein“.

Der Grund dafür ist, dass ich finde, dass der musikalische  Stil, durch die deutschen Texte ganz anders klingt und man merkt… Das passt besser! Und sogar Nico`s Gesang bekommt eine neue Note und so kann man getrost sagen: Es steht den Jungs besser, klingt aber völlig anders. Wenn dann überhaupt „Unique Control 2.0“.

Allgemein sind die Texte auch echt gut gelungen. Ausnahmen bestätigen die Regel. Bei „Bodenlos“ bewegen sich die Jungs ganz nah am Schlager Abgrund. Was den Song vorm Gipfel der Cheeysness rettet ist die Textzeile „Mein Leben unter deiner Haut“, die einfach einen grandiosen Interpretationsspielraum bietet. Ausnahme Nummer 2 ist der vorab veröffentlichte Song „Der Bär“ zudem die Jungs ein ziemlich cooles Video produziert haben. Trotzdem sind die Lyrics von dem Song irgendwie strunzdumm…. Dafür ists der rockigste Song.

Weitere persönliche Favoriten meinerseits sind die kraftvolle Midtempo Nummer „Fahne im Wind“, deren Text einfach wunderschön ist und der ruhige Titeltrack „Neue Wege“, der eindrucksvoll miterleben lässt, wie „Klangbild“ sich gegründet hat und zudem Ohrwurmcharakter besitzt. Weitere erwähnswerte Songs sind „Ich bin dann mal weg“, „Straßen der Stadt“ und mein persönliches Highlight „Scheinfrei“.

Allgemein verfügt die ganze Platte über keinen einzigen schlechten Song und dafür gibt es einen fetten Daumen nach oben.

Fazit:

Wem „Unique Control“ zu poppig war, der wird mit dem Debut von „Klangbild“ erst recht nix anfangen können. Eine klare Kaufempfehlung gibt es für die, die deutschen Poprock mögen und auf der Suche nach einer CD sind, die eingängig partytauglich und gleichzeitig verträumt daherkommt. Große Leistung der 4 Musiker, geniales Songwriting… nothing more to say!

 

Schoppeklopper Wertung:

9 von 10 Sternen

 

 

Fatzke- Auf ein Wort (CD Review)

Manchmal kommt es anders als man denkt: Seit Wochen versuche ich die Zeit zu finden Fatzke`s Debutalbum zu reviewen und ständig kommt was dazwischen. Ich war das erste Nicht- Bandmitglied was den Silberling in der Hand hielt und trotzdem kommt erst jetzt, ein Monat nach Erscheinen das Review…und das etwas kürzer als sonst. Der Grund ist recht einfach: Die Lieder die es bei „Auf ein Wort“ zu hören gibt sind allesamt große Klasse und bis auf wenige Ausnahmen ohnehin von den Konzerten schon bekannt. Einzig einen Anspieltipp möchte ich nennen: Der Übersong des Albums ist „Funktionieren“, ein sozialkritischer Song der genau den Nagel auf den Kopf trifft und mit einem großartigen Gastsänger zusammen aufgenommen wurde.

Sozialkritisch ist die CD im Allgemeinen immer wieder. Auch mit Songs wie „42 Zoll“ wird der Gesellschaft der Spiegel vorgehalten und das alles ohne den Zeigefinger zu heben und dabei anklagend zu wirken. Das können andere machen und „Fatzke“ sind nun mal so gar keine Lehrer.

In den Teilen des Albums, in denen es nicht um kritische Standpunkte geht, geht es wie in der EP „Einmal Leben und zurück“ um andere essenzielle Dinge: Liebe, Erinnerungen… eben einfach direkt aus dem Leben raus. Typisch Fatzke eben.

Musikalisch ist das gesamte Werk großartig gelungen, jedem vier Bandmitglieder merkt man die Erfahrung als Musiker nach wie vor an und Sänger Basti hat sich stimmlich auch noch mal ein gutes Stück weiterentwickelt und klingt nun noch besser und rauer als auf dem Vorgänger.

Abgerundet wird das Werk mit einem schicken Artwork und Booklet mit Bandpics und Texten, was für mich gleich zwei Daumen nach oben heißt.

Jetzt könnte man meinen es ist alles perfekt. Ist es auch. Mir persönlich zu perfekt. Der größte und für mich wichtigste Negativpunkt ist die Produktion. Musikerlegende Peter Grün hat die Scheibe produziert. Peter Grün ist ein großartiger Musiker verschiedenster Stilrichtungen. Punkrock gehört nicht dazu und genau DAS hört man der spiegelglatt produzierten Scheibe leider deutlich an. Es fehlt jeder Druck, jede Kante, jede Rotzigkeit, die „Einmal Leben und zurück“ zu DER Scheibe des letzten Jahres gemacht haben. Was jetzt übrig bleibt ist ein Pop Album, was so auch „Revolverheld“ hätten veröffentlichen können.

Aaaaber: So scheiße ist „Revolverheld“ ja eigentlich auch nicht und erfolgreich sind sie dazu ja auch noch. Warum nicht mal was neues ausprobieren? Zumal die Jungs selbst gesagt haben, dass sie noch nicht wissen ob die nächste Scheibe nicht wieder deutlich dreckiger zur Sache geht.

Ich persönlich würde mir fürs nächste Mal mehr Rock und weniger Pop wünschen, Punkrock Puristen werden „Auf ein Wort“ enttäuschend finden. Für alle Anderen gibts aber eine klare Kaufempfehlung. Live klingt das Ganze doch ein bisschen anders und letztenendes, da sonst alles stimmt gibts sehr ordentliche…

 

Schoppeklopper Wertung

8/10 Punkte

 

CD-Review: FATZKE- Einmal Leben und zurück (Demo)

Jedes Jahr aufs Neue gibts die Schoppeklopper Party im Kanapee… und jedes Jahr bemühen wir uns sorgfältig darum, aus vielen Bands die heißesten Newcomer auszuwählen. Dieses Jahr am 21.11. sind unter Anderem sie dabei: Fatzke. Die Wahl fiel uns leicht: Schon Monate vor dem ersten Gig liefen einem auf nahezu jeder lokalen Veranstaltung Leute über den weg die T-Shirts der Band trugen. Das Logo ist nicht unbedingt unauffällig und so war Fatzke schon in aller Munde, bevor man Musik von ihnen hören konnte. Die Promo-Aktion war also schon mal erfolgreich.

Fatzke bezeichnen ihre Musik als Punkrock. Unter dem Strich würde ich sagen das geht klar. Proben tun sie in der Nähe der Weilburger Hochalm in einem niemals fertig gestellten Bordell. Das heißt der Raum wo die Jungs proben, hätte theoretisch mal ein Themenraum werden können, wo irgendeine vollbusige, nackte Cleopatra mit ihren Kunden…Egal!Kopfkino aus!

Thema in diesem Raum ist jetzt Regionalrock und zwar erster Güte. Basti (TFG), Gunnar (Ex-Sintrash/Bedford Blitz) und Dennis (Ex-Sintrash/Bedford Blitz, Ex-Crunchy Nuts) sind alte Bekannte der Szene und zudem alle drei Musiker bei Lutz Vegas`V8 Wixxxern. Vervollständigt wird die Band von Tobi, der sich mit diversen Projekten in Gießen einen Namen gemacht hat. Kurz gesagt: Die Band besteht aus erfahrenen Musikern.

Nach nur einer handvoll Gigs wurde jetzt ein Label Vertrag unterschrieben und so erscheint die erste EP „Einmal Leben und zurück“ im September bei TIMEZONE Records. Ich hab ein Demo erhalten und mal reingehört:

Die Produktion könnte kaum besser sein. Fett und druckvoll, alle Instrumente gut zu erkennen…feine Sache. Das die Musiker einen erstklassigen Job machen kann man als erwartbar abtun, sollte aber trotzdem erwähnt sein. Besonders gut gefällt mir der Gesang vom Basti, der einfach auf den Sound passt wie die Faust aufs Auge.

01 Nicht allein

Direkt der Opener ist ein makelloser Kracher. Der erste Song ist der Härteste, aber warum nicht? Mehrstimmiger Gesang, schicker Instrumentalteil, geiles Gitarrensolo und voll auf die zwölf.

02 Meine Welt

Auf die Gefahr hin alles vorweg zu nehmen: Es fällt mir extrem schwer einen Song zu benennen, der irgendwie hervor sticht. Wenn ichs müsste würde ich sagen: „Meine Welt“ ist DER Hit der Platte. Unterstützt von Leif und Mark der wunderbaren Ska-Cover Band „Skameleon“, wird die Melodie dieses Songs unterstrichen und frisst sich in die Gehörgänge rein. Wer eine Abneigung gegen Ohrwürmer hat, sollte den Song auslassen, ganz im Ernst. Laut Fatzke funktioniert der Song auch ohne die Bläser… Bin gespannt wie das Live klingt. Mitgröl Faktor hat der Track allemal… und das ohne textlich stumpf zu wirken. Kleine Anmerkung noch zu „Skameleon“: Ich mag ja keine Coverbands, es sei denn sie verpassen den Songs einen eigenen Touch…und das tun sie ohne Zweifel. Franzi hat sie schon dreimal Live gesehen, ich immerhin zweimal und es war immer supertoll. Wenn ihr die Gelegenheit habt: Besucht deren Konzerte!

03 Wie es geht

Ist ein ordentlicher Song mit einem erstklassigen Text, in den ich mich extrem gut reinfühlen kann und der mich zum grübeln bringt. Musikalisch ausgestattet mit einem ziemlich groovigen Grundgerüst, geht der Song aber leider irgendwie zwischen den anderen unter. Trotzdem: Auf jeden Fall anhören.

04 Es tut mir Leid

Mein zweiter Favorit. Der Basti neigt ja, ganz im Gegensatz zum Gunnar;-), ein bisschen zur Tiefstapelei und wird nicht müde immer wieder zu erwähnen, dass er kein guter Sänger sei. Wie er auf die Scheiße kommt, ist mir eher schleierhaft denn wer mit so ner kratzigen Stimme im Chorus diese Vielfältigkeit erreicht und dermaßen touched ist ein verdammtes Genie. Allgemein stimmt bei dem Song ohnehin hinten und vor alles und ist fast so ohrwurmbedrohlich (was!!!????!!!Warum gibts das Wort nicht????) wie „meine Welt“.

05 Du bist nicht das Volk

Jeder der mich kennt weiß, ich bin Fan von politischem Punkrock. Von daher kann ich ja nix schlechtes über „Du bist nicht das Volk“ sagen. Pegida, brennende Flüchtlingsheime, so genannte „Asylkritiker“… Wir befinden uns in einer ziemlich grauen (oder eher braunen???) Zeit und viele haben das Thema schon aufgegriffen, aber kaum jemand so gut wie Fatzke und Mucho/Björn/LOC von „Bronson A.D.“ der einen fantastischen Rap-Part beigesteuert hat. Ich schliesse mich an: „ICH SCHEIß AUF DEINE MEINUNG!“

Besonders hervorheben möchte ich noch die Texte: Abgesehen vom letzten Titel erzählt jeder einzelne eine Geschichte, ohne zu sehr ins Detail zu gehen. Gunnar: „Man kann seine eigene Geschichte reininterpretieren“. Stimmt! Und das sind im Normalfall Geschichten, die jeder ab Anfang 20 schon selbst erlebt haben kann.

 

Fazit:

Die EP wird ein voller Erfolg, da bin ich mir sicher. Literweise Herzblut, Bombenproduktion und Ehrlichkeit sind nur drei Faktoren, die diese CD zu was ganz Besonderem machen. In der Vergangenheit hab ich Reviews geschrieben, bei denen ich die Platte beim ersten hören ziemlich ordentlich fand, gut bewertet hab und mir zwei Wochen später gedacht habe, dass es irgendwie doch ZU positiv wurde. Den Fehler wollte ich diesmal nicht machen. Die Demo besitze ich jetzt länger als drei Wochen, habe sie seitdem etliche Male gehört und Sacken gelassen und das Ergebnis ist eindeutig: Lieber Basti, lieber Gunnar, lieber Dennis, lieber unbekannter Tobi. Ihr habts verdient und bekommt die absolut gerechtfertigte Wertung, für eine der besten CD`s unserer Region EVER:

Schoppeklopper Wertung

10/10

…plus uneingeschränkte Kaufempfehlung!

 

Übrigens: „Du bist nicht das Volk“ gibts auf der offiziellen Homepage www.fatzke-punkrock.de zum Gratis-Download!