SK-FANZINE - Schoppeklopper

BATTLE X- BOILER- PRECIPITATION Live im Second Home- Bericht

Gestern hat es mich mal wieder nach Runkel-Ennerich verschlagen. Wohin? Ja zur lieben Anja in den Kultschuppen „Second Home“. Was soll man sonst in Ennerich? Stimmt. Es war Kirmes… Und das zur Freude aller Heavy Metal Fans der Region, denn das bedeutet gleichzeitig, dass der Lärmschutz an Bedeutung verliert und so zumindest einmal im Jahr ein Konzert in normaler Länge stattfinden darf und so gab es gleich von drei Bands ordentlich auf die Fresse.

Den Anfang machten „Precipitation“ die nicht nur voll auf die Fresse können, sondern auch melodisch. Die noch ziemlich jung wirkende Band riss sich den Arsch auf um die Leute zu unterhalten und das klappte extrem gut. Wie gesagt: durch das breite Spektrum zu dem die Band fähig ist, war es eine sehr kurzweilige Angelegenheit. Mich persönlich flasht es immer ziemlich, wenn ein Sänger einigermaßen gut singen kann, aber auch Shouts erstklassig hinbekommt. Da müssen sich auch „Precipitation“ nix vorwerfen lassen und von daher: Beide Daumen hoch für einen super Start in einen grandiosen Abend!

Auch die Jungs von „Boiler“ hatten richtig Bock und machten Party ohne Ende. Auf der Setlist standen Songs wie „Wahn“, „Stoner“, „Wutausbruch“ und andere Leckerbissen, so dass die Songauswahl um Längen besser als auf dem „Weil`s Rockt“ war. Sänger Bull Eric rammte wie ein Bulldozer ins Publikum, inszenierte eine Polonaise (nicht Bolognese, die gibts auf die Nudeln) und wurde zurecht frenetisch abgefeiert. Auch der neue Song „Geiztanz“ ist echt geil geworden und die Kerle konnten ihren Heimvorteil extremst ausnutzen, was in einem Circle Pit seine Krönung fand. Richtig viel Spaß hat es gemacht, um genauer zu sein, war es eine der besten „Boiler“ Shows, die ich je gesehen hab.

Als letzte Band durften (wie es auch übrigens bei der nächsten Schoppeklopper Party am 25.11. 2017 der Fall sein wird) die Melodic- Thrasher von „Battle X“ ran und alter Falter! Die haben einen dermaßen geilen Auftritt gerissen, ich kann es kaum in Worte fassen. Hochmotivierte Musiker, alte Hits wie „Sheer Anger“ und ein fantastisches neues Werk namens „Syrian Blood“ machten diesen Gig zu einem Nackenbrecher und Fest der Oberklasse. Ich freu mich, euch dieses Jahr im Kanapee begrüßen zu dürfen.

Im Anschluss bedankte sich Anja noch für die vielen Geburtstagswünsche, stellte noch einmal klar, dass  im Second Menschen aller Hautfarben und Nationalitäten willkommen sind, egal was auf sozialen Netzwerken so gepostet wird, freute sich über die große Resonanz und dankte den 3 Bands für einen großartigen Konzertabend und was soll man sagen? Wo sie Recht hat, hat sie Recht. War wirklich richtig großes Kino!

Affentanz Festival# 1- Bericht

Der Alpine Club/Hochalm im Gewerbegebiet Weilburg- Kubach ist bekannt für Events wie Oktoberfest, Abi Vorfeier und Ähnlichem. Doch vor 2 Jahren verwandelte sich Weilburgs Almhütte in einen Punkrock Palast, als unsere lieben Freunde von „Fatzke“, dort ihr langersehntes erstes Konzert spielten.

Wer sich daran erinnert den verwundert es wohl nicht, dass der Alpine Club auch die Erstwahl bei der Location ist, wenn die Jungs noch einen Schritt weiter gehen wollen und zusammen mit „RoadRage“ und „Beckstage Photography“ ein richtiges Indoor Festival aus dem Boden stampfen. Seit Monaten fleißig beworben, war es am 21.10.2017 endlich so weit: Das erste „Affentanz Festival“ öffnete seine Pforten.

Die Frage die vor den Festival gestellt wurde, ob in Weilburg noch was geht, wurde klar beantwortet:

JA!

Den Anfang machten um 18 Uhr schon vor relativ vielen Zuschauern die lieben Jungs von „Paramagnet“, die ich mir von draußen angehört hab. In bin immer wieder etwas ratlos, was ich über sie schreiben soll. Sie sind immer wieder gut und liefern immer wieder das, was man bestellt. „Punkrock mit Herz“ und das kommt zurecht an.

Weiter geht es mit „Captain Capgrass“. Was die machen hab ich irgendwie nicht ganz kapiert… Mal klang es deutlich nach Hardcore, mal eher nach Punkrock. Ich weiß es beim besten Willen nicht. Was man den Jungs auf jeden Fall attestieren kann, ist eine sehr inbrünstige Live Show und viel Energie auf der Bühne.

„Arrested Denial“ hab ich selbst überhaupt nicht gesehen. Dafür habe ich aber am späteren Abend zwei Mitglieder der fantastischen Funpunk Band „Banana Slugs“ kennen gelernt und diese dabei spontan nach ihren Eindrücken gefragt. Das folgende Zitat ist die Meinung einer einzelnen Person und spiegelt nicht unbedingt meine Meinung oder die des Publikums wieder: „War ganz cool anzuhören, aber nix weltbewegendes. Für die Party ganz gut, aber sonst auch nix.“

Wieder voll da und am Start war ich, als die erste Hälfte der Veranstalter, namentlich „RoadRage“ ihre Show spielten. Das haben sie getan und zwar mehr als überzeugend. Ohne viel Schnickschnack den Auftritt straight durchgezockt, technisch einwandfrei und mit ihrem Oberhit „Drink, Fuck, Fight“ die Hochalm gefühlt halb zerlegt… Was will man mehr?

Auch die zweite Veranstalter Hälfte „Fatzke“ hat solide gerockt. Auf der Setlist standen einige Songs der EP, einige Songs des Albums und die live extrem mächtige B-Seite der „Doch gesehen“ Single namens „Zeichen“. Höhepunkt des Auftritts war, das nach viel zu langer Zeit der Übersong „Meine Welt“ mal wieder mit den Bläsern von „Skameleon“ gespielt wurde. die waren zwar hart laut gemischt, aber trotzdem: Wunderbar!

Zu meckern hab ich an dieser Stelle trotzdem was: Ich fand es ziemlich scheiße, dass sich „RoadRage“ und „Fatzke“ nur jeweils eine halbe Stunde Stagetime gegeben haben. Für mich persönlich wirklich ziemlich enttäuschend und beim nächsten Mal wäre es besser, einfach mal eine Band zu streichen und dann jeweils solide 45 Minuten zu zocken, denn so war es irgendwie schon vorbei, bevor sich das Publikum richtig darauf eingelassen hat.

Als erster Headliner des Abend enterten „P.O. Box“ aus Frankreich die Bühne und auch hier wieder ein Zitat von einem Besucher. Diesmal kann ich es aber zu 100% unterstreichen: „Total geile Band, Musik wie ich sie mag“. Ordentlicher, tanzbarer Ska Punk mit viel Liebe zum Detail, musikalische Top Leistung und damit großartige Stimmung bei den Besuchern. Die Jungs haben verstanden wie es geht.

Zum Abschluss durften die wunderbaren „Jaya the Cat“ aus den Niederlanden ran. Die Headliner, die mich am Pell Mell schon mit ihrer (ebenfalls) tanzbaren Punkrock-Reggae-Ska-Mixtur und oft alkoholgetränkten Texten  geflasht haben…haben es wieder getan. Extrem gut, extrem spaßig und ein würdiger Abschluss für einen wunderbaren Abend.

Fazit:

Was die Roadrage/Fatzke Jungs an diesem Abend gezaubert haben, war der Hammer. 300 Leute sollten es werden, ich bin überzeugt es waren deutlich mehr und es würde mich wundern, wenn auch nur einer von Ihnen behaupten würde nicht auf ihre Kosten gekommen zu sein. Fairer Eintrittspreis, lecker Essen vom „Schliffer“aus Edelsberg, günstige Getränke und 7 Bands, die restlos alles rausgeholt haben was ging. Besser kann man es nicht machen. Und ich persönlich würde mich sehr über noch viele weitere Auflagen des „Affentanz“ freuen. In diesem Sinne: Aufs nächste Mal:-)

Pell Mell 2017- Bericht Samstag

So geil der Freitag geendet hat, so hat auch der Samstag begonnen. „Womuka“ sind eine junge Combo die sich mit Texten über Billy Regale und Punkrock Paare in mein Herz gespielt und mir mit ihren augenzwickernden Lyrics sehr viel Freude bereitet hat. Allgemein finde ich die Tradition den Samstag mit ruhigen Klängen zu eröffnen immer wieder richtig gut, weil es genauso dass Richtige ist um sich beim ersten Getränk die Müdigkeit aus den Knochen zu schütteln und den Tag gut gelaunt begrüssen zu können.

Weiter ging es mit „RoadRage“. Das ist die Band über die mir in der Vergangenheit unter Anderem folgendes unterstellt wurde: „Du findest sie scheiße“, „Du hast keinen Plan“, „Du magst sie ja eh nicht“, „Du gönnst ihnen ihren Erfolg nicht“, “ Du gönnst ihnen ihre Uhrzeit auf dem Tells Bells nicht“…ähm…NEIN! Totaler Bullshit. Ich habe gesagt, dass sie nicht meine Lieblingsband sind und mehr nicht. Und auch das hat sich geändert. Auf dem Tells Bells fand ich sie nämlich richtig geil und war voll überzeugt. Das hätte man jetzt noch als guten Tag oder Glücksfall abstempeln können, aber genauso unfassbar fett wie ich sie beim Tells Bells fand, fand ich sie jetzt auch beim Pell Mell. Und Riesenrespekt an den Chris. Wer in dem Zustand und zu der Zeit so dermaßen abliefert, der hat jeden Zuspruch verdient. Ich glaube ich bin  zu einem späten Fan geworden.

Dann kamen „Additional Time“ und waren mir zu brachial.

Danach war Zeit für „Scherf und Band“, die ich auf dem „Weil`s Rockt“ ja extrem schlecht fande. So richtig gut fand ich sie auch diesmal nicht, aber doch bedeutend besser als in Weilmünster. Das „Hannes Wader“ Cover hat mich dann doch noch überzeugt.

„Destination Anywhere“ sind die Haus und Hofkapelle des „Pell Mell“ und immer wieder gut. Ordentlicher Ska-Punk von sympathischen Musikern lohnt sich immer. Besonderheit dieses Jahr war natürlich der Heiratsantrag auf der Bühne. Ich wünsche an dieser Stelle Julia und Uschi eine schöne Hochzeit und dass sie den Rest ihres Lebens glücklich miteinander verbringen werden.

Nach soviel Romantik musste erstmal ne ordentliche Schippe an Heavyness drauf gelegt werden. „To the Rats and Wolves“ haben ein total übertriebenes und episches Intro. Doof nur, wenn man dann die eigene Messlatte nicht erfüllt. Da brauchen sich „To the Rats and Wolves“ aber keine Gedanken zu machen, denn ihre Show war eines der Samstag Highlights. Leicht verrückt, voll auf die 12 und der beste Sänger des Wochenendes. Alles geil und gut. Vielleicht werde ich sie auf ihrer Herbsttour mit „Any given day“ besuchen…

„Rasga Rasga“ waren die Underdog Band des diesjährigen Festivals und sorgten für reichlich Gesprächsstoff. Ein netter Mann, der am gleichen Tisch wie ich saß erklärte lautstark, dass sie ihm „tierisch auf den Sack gehen“, „völlig fehl am Platz sind“, „gnadenlos verheizt werden“ und „völlig fehl am Platz besonders auch auf einem Metal Festival“. Da hat er recht. Gut dass das „Pell Mell“ aber kein Metal Festival ist und „Rasga Rasga“ das Publikum und mich mit ihrer Mischung aus Soul, Ska und Weltmusik begeistert haben. Recht machen kann man es nie allen und ich fands wunderbar. Denn Abwechslung macht dieses Festival aus.

„Any given day“ sind eigentlich genauso wie „To the Rats and Wolves“ nur ein bisschen weniger verrückt. Aber Punkt für sie: Ihr Shouter ist besser.

Verdienter Headliner am Samstag waren die italienischen Ska Punker von „Talco“. Die Band hat früher regelmäßig die Westerwälder Region zum Tanzen gebracht, waren mehrfach auf dem Tells Bells vertreten und haben immer gut abgeliefert. Jahre später haben sie gezeigt: Sie haben sich null verändert, sind immer noch großartig und es gibt immer noch beide Daumen nach oben!

Was negatives zum Samstag:

Irgendwelche Idioten haben sich laut Polizei versucht Zugang zum Gelände zu verschaffen und es ist dadurch zu einer Schlägerei gekommen. Leute…Was soll der Scheiß? Das Pell Mell ist ein wunderbares, kostengünstiges und friedliches Festival. Entweder ihr bleibt fort oder ihr kommt… Wenn ihr kommt dann zahlt aber auch die paar Euro Eintritt und geht den anderen Besuchern und Organisatoren nicht auf den Sack. Danke!

Ja so ist das. Das Pell Mell 2017 ist vorüber und nimmt die Open-Air Saison 2017 mit. Es war ein geiles Jahr und das Pell Mell definitiv ein absolutes Highlight. Die Preise, das Essen, die Bands und die Menschen dahinter. Hier stimmt einfach immer alles. Großes Lob an die Veranstalter, die sich jedes Jahr den Arsch aufreissen um ein Festival aufzuziehen, welches jeglichen Vergleich gewinnt. Leute wie euch braucht die Szene!

Bis hoffentlich 2018!

Pell Mell 2017- Bericht Freitag

Und wieder einmal, wie jedes Jahr am ersten Septemberwochenende, zog es mich nach Obererbach im tiefen Westerwald zum „Pell Mell Festival“. Zum zwölften Male haben die Veranstalter keine Kosten und Mühen gescheut, ein würdiges Finale der heimischen Festival-Saison auf die Beine zu stellen. Dabei wurde auf Altbewährtes gesetzt und einiges an Verbesserungen umgesetzt. Die Stimmung auf dem schönsten Campground soll wieder richtig gut gewesen sein, so wie man es hier immer gewohnt ist. Das gilt auch für die Party auf dem eigentlichen Festivalgelände am Freitag Abend.

Neben einem guten Essenangebot, bestehend aus der Rockwurschdbud des SV Obererbach, dem Veggiewerk und einem Crepes-/Flammkuchenstand, gab es eine ordentliche Möglichkeit sich bei „Anchorable Clothing“ und „Rocknowl“ neu einzukleiden. Schade fand ich, dass es die Eismanufaktur „Gefrorenes Glück“ trotz Ankündigung auf dem Tells Bells Festival wohl doch nicht geschafft hat, sich auf dem Pell Mell einzufinden, aber wenn es so ist, dann kann man es halt nicht ändern.

Verbesserungen waren erkennbar beim Thema Müllpfand. Der muss nun vorher bei Ticketerwerb schon gezahlt werden, aber dafür wurden die Uhrzeiten der Rückgabe deutlich besser kommuniziert als im Vorjahr. Auch die Toilettensituation hat sich merklich gebessert. Auch wenn es nach wie vor leider keinen Toilettenwagen gibt, so konnte man sich dieses Jahr wenigstens dank eines riesigen Wassertanks endlich anständig die Hände waschen und auch das Desinfektionsmittel stand wieder bereit. Die Dixis wurden immerhin in der Nacht von Freitag auf Samstag gereinigt und es war immer Klopapier vorhanden. Eine echte Verbesserung zu den Vorjahren, auch wenn ich es cool fände, den Handtuchpapier Spender mal zu befüllen;-) Ein großes Lob geht zudem raus an die Security, die gezeigt hat, dass man sich auch mit Freundlichkeit Respekt verschaffen kann. Ein Vorbild für andere Unternehmen.

Aber bei alldem zählt doch ein Punkt der wichtiger ist, als alles andere. Die Musik:

Pünktlich um 16:05 Uhr eröffneten unsere Freunde von „Paramagnet“ das Festival und anders als beim „Seepogo“ hab ich sie diesmal zumindest fast komplett gesehen. Zu sagen gibt es dazu eigentlich nicht viel. Die Jungs machen nach wie vor gute Musik und wissen zu gefallen, nur leider war echt bitter wenig los. Aber auch das ist um die Uhrzeit leider normal.

Als zweite Band standen „Harm/Shelter“ auf der Bühne. Hat mir nicht so gefallen und die Stimme des Shouters ging mir brutal auf den Sack. Ich hoffe einfach, dass dieser einen schlechten Tag hatte, weil gut klingt doch anders. Der Rest der Band hat seinen Job ordentlich gemacht, trotzdem halt nicht mein Geschmack.

Viel besser fand ich „Dreimillionen“ die das Glück hatten, dass sich das Gelände doch so langsam füllt. Gar kein Glück hatten sie bei dem Sound, denn der war so komisch gemischt, dass die Band nur halb so gut abliefern konnte, wie sie Potential hätten. Sehr sehr schade, aber trotzdem sehenswert.

Mein erstes Highlight waren die Metalcore Jungs von „Landmvrks“. Zuvor auf Youtube hat mich eigentlich nur ihr Sum 41 Cover „Fat Lip“ überzeugt, was auch live sehr geil war. Auf der Bühne konnten sie aber auch mit ihren eigenen Songs komplett begeistern und das Publikum hat es ihnen gedankt. Geile Show, sympathische Typen. Besser kann man es nicht machen.

„Polar“ haben mich insgesamt ein wenig an „Harm/Shelter“ erinnert. Immer noch nicht mein Geschmack, aber zumindest ein Shouter mit ordentlich Power in den Stimmbändern. Außerdem war die Band schwer aktiv auf der Bühne, was auch den optischen Genuss deutlich erhöht.

Auf „Jaya the Cat“ hab ich mich tendenziell recht gefreut und was die Holländer um den weißbärtigen Mann geboten haben, war ganz großes Kino. Tanzbare Musik, ne Riesenportion Spielfreude und optimales Songwriting. Extrem geiles Konzert und Vorfreude auf den „Affentanz“ in Weilburg, wo die Kerle im Oktober Headliner sind.

Nach so einem ordentlichen ersten Tag, fehlt natürlich noch ein Headliner und wer eignet sich da besser als „Fiddler`s Green“? Niemand. Mit der Verpflichtung haben die Buben vom Pell Mell meinen Geschmack punktgenau getroffen. Ich besitze 2 Alben und hab sie einmal live gesehen, wo sie leider echt grottenschlecht waren. Mieser Sound, schlechte Akkustik und schwaches Publikum gabs damals. Und diesmal? Okay, beim Opener „Leaving of Liverpool“ war der Gesang, die Gitarre und das Akkordeon zu leise, dafür Bass, Schlagzeug und Geige viel zu laut…aber sonst: Unfassbar geil! Nachdem der Tonmann noch ein bisschen an den Rädchen geschraubt hat, liefen Songs wie „Folk`s not Dead“, „Life full of pain“ und „Rocky Road to Dublin“ ordentlich rund und mit Hochspring Aktionen, Wall of Folk und Mitmach Action hat auch der Entertainment Faktor mehr als gestimmt. Ein tolles Konzert, zu einer tollen Zeit, vor tollem Publikum, auf einem tollen Festival.

Als Late-Night-Special waren „Their Decay“ zu hören. Da ich langsam alt werde und für „Womuka“ am Samstag fit sein wollte, begab ich mich zum Parkplatz, hab mir aber erzählen lassen, dass „Their Decay“ sehr geil gewesen sind. Vielleicht sogar noch besser als „Their Ditschiiieeeez“, die laut einem älteren Mitbürger nach „Fiddler`s Green“ auftreten sollten:-)

So weit zum Freitag. Kann der Samstag da mithalten. Ja! Und warum? Lest ihr am Donnerstag!

Seepogo 2017- Bericht

Nicht viele Gründe gibt es den Ort Selters-Münster besuchen. Ok…Der Mittelaltermarkt von Pfarrer Ulrich Finger und seiner Frau Uschi im letzten Jahr war ein verdammt guter Grund. Wer mit Mittelalter und Religion nicht viel anfangen kann, dem rate ich einen Besuch in dem verschlafenen Dorf bei Bad Camberg generell ab. Immer? Nein! Denn einmal im Jahr steigt am See „Lago Alfredo“ eine Rock Party, die sich gewaschen hat. Das „Seepogo“ Festival.

Tatsächlich war die Phrase mit dem Waschen sehr bezeichnend für die diesjährige Ausgabe, denn viel Wasser gab es nicht nur im See, auch von oben war es zeitweise schon ziemlich brutal.

Nachdem wir auf dem Weg nach Münster noch unter blauem Himmel mit ein paar freundlichen weißen Wölkchen gefahren sind, war es dort angekommen richtig übel. Als erste Band traten die Jungs von „Paramagnet“ an, die ich endlich mal mit ihrem Sänger gesehen habe und was soll ich sagen? Saugeil! So gefällt mir die Musik von den Herzpunkern um Längen besser als zu alten Zeiten wo noch Ferenc gesungen hat. Ferenc ist ein genialer Gitarrist, aber seitdem er das Mikro übergeben hat, ist „Paramagnet“ zu einer erstklassigen Truppe geworden, auf deren zukünftige Shows ich mich nun sehr freue.

Besetzungwechsel und Selbstfindung… damit haben „Fatzke“ keine Probleme. Deren Karrierebarometer zeigt seit ihrer Gründung nur in eine Richtung, nämlich steil nach oben. Immer noch schüttet es aus Eimern, aber den Jungs macht das nix aus. Deren Gig beginnt mit „13 Quadratmeter Glück“ und von Sekunde 1 merkt man der Truppe an: sie haben einfach Spaß an dem was sie tun. Ein Gassenhauer folgt auf den Anderen und auch die opulente Showeinlage bei „Du bist nicht das Volk“ darf nicht fehlen. Allgemein war soviel Bewegung auf der Bühne, dass ich vor meinem geistigen Auge schon das Blut aufgrund von Crashs spritzen sah, aber am Ende sind doch alle heil geblieben und bis ich zuverlässig beim nächsten „Final Destination“ Film mitwirken kann, muss ich das mit dem Hellsehen wohl noch üben. Auftritt war Bombe und ein Highlight des Festivals.

„Daily Thompson“ hab ich schon einmal gesehen und mit ihrem Stoner- Rock kann ich persönlich nicht viel anfangen. Technisch perfekt, erfolgreich auf Tour und am Ende tuts mir Leid, aber es holt mich halt nicht ab.

Nicht meine Lieblingsband, aber immer wieder gut hörbar sind für mich „RoadRage“. Tatsächlich denken viele, dass ich die Band nicht mag. Totaler Quatsch! Nur weil sie meinen Geschmack nicht zu 100% treffen, ist das noch lange kein Grund sie nicht zu mögen. Ihr Songwriting hat Hand und Fuß, ihre Shows sind leidenschaftlich und wenn sich sie wirklich schlecht fände, hätten sie nie als potenzielle Kandidaten auf der Liste für die SK Party gestanden… und da standen sie dieses Jahr. WEIL SIE ES VERDIENT HABEN!

„Weil`s Rockt“, „Kalkwerk Festival“, „Seepogo“. Wo die „Bouncing Bettys“ auch momentan auftreten, brennt die Luft. Zwei Personen: Bass und Schlagzeug. Mehr braucht es nicht um die Party steigen zu lassen. „Sunday morning“ ist der Hit des Duo`s schlechthin und am Ende ihres gefühlt viel zu kurzen Gigs, stellt mein Bekannter die Frage aller Fragen: „Wo gibt’s von denen ein Album?“. Die traurige Antwort: „Leider garnicht“ und das sollte man schnell ändern. Liebe Bettys: Ich freu mich auf die SK Party. Egal ob ihr als dritte oder letzte Band zockt.

Jede Band die nach den „Bettys“ auftritt kann sich glücklich schätzen, denn mehr Einheizen kann man nicht. Nachdem „Daily Thompson“ schon den Regen weggestonert haben, ist es für „Wonk Unit“ ein leichtes Spiel die vorangegangene Stimmung zu halten. Aber Skatepunk geht ja eigentlich ohnehin immer. Ein Innovationspreis gewinnt die Gruppe zwar nicht, spaßig wars aber trotzdem.

Härtetechnisch noch eine Schippe draufgelegt hat die Band „Pears“, auf die ich ich mich nach erstem Probehören auf Youtube schon sehr gefreut habe. Tatsächlich sind sie live genauso geil wie bei Studioaufnahmen und Energietechnisch haben sie dermaßen reingeballert dass ich fast schon dachte, das Gewitter kommt zurück. Fett!

„Smile and Burn“ fand ich am Anfang dermaßen unspektakülar und langweilig, dass ich mir gedacht hab: Spar es dir. Aber umso fortgeschrittener ihre Show war, umso besser wurde es doch und ich merkte, dass meine Meinung revidiert werden muss. Mit Spielspaß und Punkrock Hymnen noch und nöcher, konnten mich „Smile and Burn“ doch noch begeistern.

Headliner des sechsten „Seepogo“ waren „Teenage Bottlerocket“ deren Namen mir ein Begriff war, deren Musik ich nicht benennen konnte. Ich war überrascht wie leicht man diese beschreiben kann: „Ramones 2017“. Haargenau so klingen sie. Absolut geiler scheiß! Und so schade ich die Absage von „Sam Alone and the Gravediggers“ auf dem diesjährigen Tells Bells finde. „Teenage Bottlerocket“ als Ersatz ist eine geniale Idee und wird in Villmar zu meinen Highlights gehören.

Weit nach 0:00 Uhr ging auch das diesjährige „Seepogo Festival“ schon zu Ende. Freibier bei den ersten Bands, ein geniales Line-Up, lecker Äppler und Asco, der Festival-Imbiss schlechthin…und last but not least die nahezu perfekte Orga haben das 2017er „Seepogo“ zu einem Hammer Event gemacht. Und trotz fiesestem Wetter bei den ersten Bands und unmittelbar nach Ende der Veranstaltung, war das Seepogo dieses Jahr extrem gut besucht. Der Erfolg gibt euch Recht. Fette Daumen nach oben für den „Lago e.V.“ und wenn ihr nächstes Jahr wieder eine Skaband dabei habt, dann platze ich vor Glück. Ich freu mich drauf!

Kalkwerk Festival 2017- Bericht Sonntag

Der Sonntag begann wie der Samstag… schön sonnig. Nur im Gegensatz zum Samstag blieb es diesmal  auch bis in die Nacht hinein schön. Aber das ist nicht die einzige Gemeinsamkeit zum Samstag. Genau wie am Samstag war ich auch am Sonntag erst um 15:00 Uhr da. Schuld ist einfach der Jetlag. Diese böse Zeitverschiebung von ca. 0,000001 Sekunden von Weilburg nach Limburg… ich hoffe ihr verzeiht.

Los ging es am Sonntag um 13:00 Uhr zumindest mit „The Stoud“, die mit ihren Shows „Rory Gallagher“ ehren… einen wohl legendären Musiker und Vorbild von „Jimi Hendrix“. Ich hab gehört es sei ein großartiges Konzert mit technischer Raffinesse gewesen und nahezu eine „David Barfuss One man Show“. Der hatte am Freitag am späten Abend schon mit den „Electric Ladyboys“ überzeugen können und ist einfach ein Hammer-Gitarrist und Sänger. Fällt mir dementsprechend leicht vorzustellen.

Zu „Far Beneath“ hab ich leider nichts gehört. Das kann insofern positiv sein, weil es gleichzeitig bedeutet, dass es nicht extrem scheiße gewesen sein kann.

Circa 2 Minuten nach dem Beginn von „Sidibeat“ erreichte ich die Bühne und…alter! Wie geil sind die denn bitte!?! Reggae, Rap, Akkustik Gitarre, Beatbox… die beiden Sidibe Brüder Eric und Malick räumten gnadenlos ab und machten eine Stimmung, als wär 20 Uhr satt 15 Uhr. Ernste Lieder wie das großartige „Blind sein“, amüsante Lieder wie „Oh Lord“…alles konnte komplett überzeugen. Ich war müde, ich war nüchtern und trotzdem konnte ich nicht anders als zu tanzen. Das hab ich seit etlichen Jahren nicht mehr gemacht und kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal das Bedürfnis hatte, es zu tun. Genauso geflasht wie ich vom Auftritt der Beiden, war Malick von der Resonanz des Publikums. Es war totaler Wahnsinn und ganz ehrlich… Von allen geilen Shows des Kalkwerk Festivals, war diese die Allerbeste. Hut ab und Riesenrespekt!

Weiter ging es mit Auftritt Nummer 3 von David Barfuss und „One step further“. Die hab ich ungefähr 2 Minuten gesehen und fand sie die vollen 2 Minuten gut. Ich wollte mir kurz einen Salat holen und als ich den gegessen hatte, war der Auftritt vorbei. Keine Ahnung wie ich das fertig gebracht habe, aber es ärgert mich, weil „One step further“ doch den Einen oder Anderen Hit haben. Echt schade.

17 Uhr waren „Their Decay“ dran und es bleibt dabei, dass trotz aller Sympathien für Sanger Carlo ich die einfach nicht so richtig gut finde. Immerhin klingt das Ganze langsam aber sicher doch mehr und mehr wie auf der CD, woraus ich einfach schließe, dass die Jungs sich steigern.

Richtig bitter fand ich um 18 Uhr „Lillian“. Mehrere Musiker die ich mag, eine tolle Sängerin, ein ordentlicher Sound, stabile Songs und trotzdem echt fucked up. Der Grund ist der Text, mit dem sie sich beschreiben. Da steht was von College feeling, von American Pie Filmen und Zeitreise in die 2000er. Und irgendwie…NEEE!!! So klingt das mal sowas von überhaupt nicht. Jeder, der unvoreingenommen zu dem Konzert gekommen ist, der hatte Spaß. Jeder der wie ich (und das waren viele) Musik a la Blink 182 erwartet hat, der wurde bitter enttäuscht. Und diese Aussage habe ich mehrfach gehört.

Besser gings weiter mit „Boiler“. Eine Band wo man weiß was man bekommt und die wie immer zu 100% überzeugt haben. Einzig die Setlist hätte etwas mehr bieten können: Kein „Cleaner“, dafür „Bürotrieb“, Kein „Wahn“, dafür „Tanz mit mir“und  kein „Stoner“. Begrenzte Spielzeit hin oder her… Die Setlist war der vom „Weil`s Rockt“ sehr ähnlich und auf jenem, wurde mir „Wahn“ fürs Kalkwerk Festival versprochen… Versprechen sollte man halten. Trotzdem wars geil wie immer.

20 Uhr war Trauer angesagt. Mittags habe ich es aus erster Hand erfahren und es hat meine Stimmung echt ziemlich runtergezogen… Der letzte „Deceiver“ Auftritt mit „Sexy Basti“ am Schlagzeug. Basti ist ein herzensguter Kerl, ein echt knuffiger Typ und ein grandioser Drummer. Jetzt ist er draußen und er wird der Band und den Fans fehlen. Ohne Scheiß…“Deceiver“ wird bestimmt eine der besten Bands der Region bleiben, aber niemals mehr die Selben sein. Machs gut lieber Basti. Das Konzert war ein toller und mehr als würdiger Abschied.

Letzte Kalkwerk Band an dem Abend, waren „Strobocop“. Ist es nötig zu erwähnen dass es extrem spaßig war? Muss man wirklich schreiben, dass die ElektroRavePunker die Masse zum Ausrasten gebracht haben? Ist es von Nöten zu erzählen, dass es einfach obergeil war? Meiner Meinung nach nicht, denn so ist es eigentlich ja immer, wenn „Strobocop“ sich die Ehre gibt.

Letzte Band des Abends waren nicht „Dvored“ aus Kroatien wie angekündigt, denn auch die haben den Kalkwerk Auftritt gecancelt. Leider wurde für „Dvored“ Ersatz gefunden. Leider? Ja. Das als „Weltmusik“ angekündigte „Mumuvitch Disko Orkestar“ war eine Mischung aus Rap, Gothic, volkstümlicher Musik aus fernen Landen und der schlimmste Stimmungskiller, der je auf dem Kalkwerk spielen durfte. Ein echter Tiefpunkt und alles Andere als ein würdiger Abschluss für ein wunderbares Festival.

Was macht das Kalkwerk genau aus und wie war das Rahmenprogramm in diesem Jahr? Das erfahrt ihr zeitnah im Bericht Nummer 3:-)

Bis dahin, passt auf Euch auf!