SK-FANZINE - Schoppeklopper

Kalkwerk Festival 2018 Sonntag- Bericht

Sonntag, 10. Juni 2018

Fast pünktlich um kurz nach 13:00 Uhr hab ich es nach einer extrem kurzen Nacht auf das Gelände geschafft, um mir den Auftritt von „4 Zimmer Küche Bad“ zu geben. Die Jungs haben seit dem Kalkwerk Freitag endlich ihr Album „Eigentlich müsste man mal“ am Start (CD-Review folgt zeitnah) und dementsprechend mächtig Bock zu spielen, was man ihnen in jeder Sekunde anmerkt. Jetzt ist Sonntag um 13 Uhr als Opener nicht unbedingt die dankbarste Zeit zu zocken, aber die nicht mehr ganz so jungen Jungs nehmen es mit Humor: „Ist echt eine Ehre hier, heute und jetzt spielen zu dürfen. Direkt nach dem Headliner.“ Unmut klingt anders und spätestens beim „Ton Steine Scherben“ Cover von „Macht kaputt was euch kaputt macht“ singen dann auch Leute mit, die „4 ZKB“ vorher nicht kannten. Sogar der Regen fand „4ZKB“ so gut, dass er sich gleich dazu gesellte.

Weiter gings mit „Lillian“, die leider in meinem nachtragenden Kopf immer noch unter der unrealistischen Bandbeschreibung des letzten Jahres leiden müssen. Dazu kommt, dass ich die Stimme der Sängerin nach eingehender Analyse doch nicht mag. Handwerklich gibt es nix zu meckern, meine Lieblingsband werden sie trotzdem nicht mehr.

Sehr gespannt war ich auf Simon Krah und seine neue Zweitband „Radio Sancho“, deren bisherige Aufnahmen ich als völlig belanglos eingestuft habe und mich gefragt habe, ob mich das live mehr überzeugt. Um es kurz zu machen: Ja, tut es. Sänger Danny hat den Kurt Cobain Vibe in der Stimme und die gesamte Musik hat einfach den 90er Jahre Spirit verinnerlicht. Wenn man dann noch mit nacktem Oberkörper auftritt, fliegen einem noch ein paar Frauenherzen zu und man hat alles richtig gemacht. Masssentauglich, aber das ist ja nicht zwangsläufig schlecht.

Nach „Radio Sancho“ hab ich mich vom guten Essen in die Dorle Schäfer Halle locken lassen und viel zu viel vom Auftritt von „Ella!Phonk“ verpasst. Seltsamerweise bemerke ich immer wenn ich mich dort aufhalte wenn der nächste Künstler auf der Bühne steht… nur diesmal nicht. Naja, das letzte Viertel haben ich dann doch noch mitbekommen und es war: Geil natürlich! Von Ella!Phonk“ hab ich aber auch nix anderes erwartet und so haben die zwei Rapper und ihr DJ ordentlich Gas gegeben und mehr als nur vernünftig abgeliefert. Wie immer halt! Mit dem Smash-Hit „Alte Schule“ endete eine, für mich, VIEL ZU KURZE Performance. Nächstes Jahr passiert mir das nicht!

„Eve`s Temptation“ haben mir nie gefallen. Warum das 2018 anders ist, kann ich mir selbst nicht erklären, aber es war echt schön. Gut zum durchatmen, perfekt zum runterkommen, Für mich, hätten sie gerne noch viel länger spielen können.

Nichts geändert hat sich bei den Boys von „Driven“. Mit wunderschönem neuen Banner bleiben die Jungs klar auf Erfolgskurs und heizten dem Publikum überwiegend mit Songs ihres Albums „Under the same sky“ ordentlich ein. Erstaunlicherweise war auf der Tribüne etwas mehr Platz als vorher, aber auch das sollte jetzt nicht zu Depressionen führen. Bester Song (und das wird sich für mich wahrscheinlich nie ändern) ist und bleibt „Personal Changes“. Aber ganz ganz ehrlich und insgesamt betrachtet: Tolle Performance!

Ja, „Sidibeat“. Was kann ich zu denen noch sagen? Das Kalkwerk ist (wie so oft erwähnt) mein persönliches Jahreshighlight. Gründe sind: die familiäre Atmosphäre, das linkspolitische DIY Konzept, die Gemeinschaft von Freunden und viele tolle, liebe Menschen. Wenn man alle Faktoren zusammen nimmt und passende Musik dazu braucht, gibt es für mich nur einen Namen dafür. „Sidibeat“. Mal Akkustik, mal Rap, mal Reggae oder auch ein Beatbox Impro mit dem dritten Sidibe Bruder… es passt, es geht, es rockt einfach alles, was die Jungs machen. Mein absolutes Highlight 2017, mein absolutes Highlight 2018. Achja! Und „Freundeskreis“ hatte echt was magisches.

Während der Sidibeat Show wurde nochmal deutlich, wie viel Solidarität das Kalkwerk besitzt. Es wurde aufgerufen für das „Kalkonia“ Projekt, das in Eigenregie einen Skatepark bauen will, Becherpfand zu spenden. So kamen in kürzester Zeit mehr als 600 Becher zusammen, die zu einer großen Schlange zusammen gesteckt und gemeinschaftlich zur Pfandabgabe transportiert wurden. Das ist das Kalkwerk wie ich es Jahr für Jahr erlebe und schätze. Und so sah das aus:

Headliner des Sonntages waren „Alpargata“. Die spanisch anmutende Band wurde teils frenetisch gefeiert und war meistens extrem tanzbar. Die wenigen Songs, die nicht tanzbar waren, haben immer noch zum Rumspringen eingeladen und somit… ein klassischer Kalkwerk Headliner wie aus dem Lehrbuch.

Im Anschluss haben sich noch die Urkalkwerker von „Paris“ die Ehre gegeben, aber da war ich bereits schon auf der Heimfahrt. Wenn es im Kalkwerk genauso geschüttet hat wie unterwegs, bereue ich diese Entscheidung nicht… egal wie geil ich „Paris“ finde.

Ein riesiges Dankeschön auch diese Jahr wieder an das Kalkwerk, die Kalkwerker und das gesamte Team für ein wunderbares Festival und Tage voller Sinnesschmaus. Auf keinem anderen Festival werden alle Sinne so stimuliert wie hier. Schöne Menschen und Kunst für das Auge, handgemachte Musik für die Ohren, kulinarische Genüsse für den Gaumen, der Geruch natürlicher Substanzen und immer wieder…Momente der Gänsehaut.

Kalkwerk Festival 2018 (Samstag+Allgemeines)- Bericht

Achja… Kalkwerk. Der schöne Klassiker unter den heimischen Festivals fand am Wochenende statt und war (wie immer) großartig. Freitag ging es wie gewohnt mit Variete los. Dieses Jahr zwar leider ohne mich, aber es soll wie gewohnt fantastisch gewesen sein.

Samstag ging es dann weiter mit dem Musikprogramm. Da ich private Verpflichtungen hatte, konnte ich die Bands „Sevenleaves“, „Kaocide“, „Indicate“, „Girlpolice“ „Bloodspot“ und „Battle X“ leider nicht sehen. Sehr ärgerliche Sache. Besonders die letzten zwei sollen richtig krass abgegangen sein und ich habe keinen Grund, dass auch nur irgendwie anzuzweifeln.

Mein Samstag begann also mit der vollen Rap- Breitseite. Der gute „Polyone“ hat seinen Kumpel „Ernst Zwo“ mit an den Start gebracht und die Mission war klar: Das Kalkwerk zum Kopfnicken und die Ärsche zum wackeln zu bringen. Logo, das den Beiden das spielend gelang, denn es war einfach saugut und neben alten Songs wie Polyone`s „Naturfehler“ den es als Zugabe gab, konnten alle dargebotenen Songs überzeugen. Beim letzten Track gaben die zwei nochmal alles und ein Kasten Bier wurde vom Publikum auf der Bühne in 4 Minuten vernichtet. Mit beliebten Schlachtgesängen wie „Prost ihr Säcke“- „Prost du Sack“ war das Ende des Auftritts vielleicht nicht zwingend familienfreundlich, geil aber dafür alle Mal.

Danach wurde erst einmal Geburtstag gefeiert. Klaus Schäfer, seines Zeichens Unternehmer und Besitzer des Kalkwerk Geländes, feierte am Samstag seinen 80. Geburtstag. Das Kalkwerk dankte ihm für alles mit einem Geburtstagsständchen, an dem verschiedene Kalkwerker wie Jazzsängerin Jenny, „Deceiver“ Frontmann Daniel und viele weitere mit Soloparts teilnahmen. Ein schöner Moment, den Herr Schäfer mit großer Dankbarkeit zu würdigen wusste.

Wer letztes Jahr im Kalkwerk, auf dem Weil`s Rockt oder der Schoppeklopper Party die „Bouncing Bettys“ gesehen hat, der hat ja eine ungefähre Ahnung davon, wo der Hammer hängt. Wer sie noch nicht kennt (Gibt es sowas?) sollte sie unbedingt mal live besuchen. Ihr Ruf lässt sich kurz zusammenfassen: Partyknaller! Und diesen Ruf haben sie auch dieses Jahr weiter untermauert. Großes Kino. They love to entertain you!

Bei „The Bright Circle“ ging es deutlich gediegener zur Sache. Aber anspruchsvoller Rock mit deutschen Texten, 2 E-Gitarren und einer Akkustik Gitarre vorgetragen… das hat seine Daseinsberechtigung im Kalkwerk allemal.

Ja und dann wars Zeit für den Headliner. Dieses Jahr in Form von „Ganja Smoker Benjie“, der die „Ridm&Chop Band“ dabei hatte. Die Frage ob es gut war, lässt sich nicht so leicht beantworten. „Benjie“ selbst, gab sich größte Mühe und es war auch nicht total scheiße. Er hat gute und oft auch intelligente Texte, die sein Sprachfehler leider nur zu 25 Prozent ankommen ließen. Er hatte sichtlich Spaß… aber so richtig überzeugend war das jetzt leider eher nicht. Die „Ridm&Chop Band“ hat sich dagegen den Arsch abgespielt und ihn doch in gewisser Weise gerettet.. Am Ende war es doch ein guter und würdiger Headliner…was nicht der Verdienst von „Benjie“ sondern mehr von der mitgebrachten Band war, die einen desaströsen Auftritt abwenden konnten. Erwähnenswert noch der Spontanauftritt von Polyone. Zusammen rockt man die Crowd halt besser.

Im Kalkwerk ist es immer wieder schön. Gutes Essen, faire Preise ohne Erhöhung im letzten Jahr, Riesenauswahl und mit Liebe zubereitete Leckereien aller Art. Klasse wie immer.

Auch im Kalkwerk als Gelände hat sich seit dem letzten Festival einiges getan. Der vorher recht schlammige Weg zum Getränkestand wurde jetzt gepflastert und selbst bei schlechtem Wetter, kommt man jetzt trockenen Fußes zu seinem Bier, Äppler, Wasser etc.

Außerdem lassen sich die Toilettenkabinen im großen Gebäude am Eingang mittlerweile wieder abschließen und auch dafür gibt es einen Riesendaumen nach oben!

Genauso wie ein Riesenlike für das Kinderprogramm, die Kunstausstellung, die Ordnung und Sauberkeit auf dem Gelände und das Programm der Theaterschule. Ich selbst habe es nicht gesehen,  mir wurde berichtet, dass ich was verpasst habe.

Was ich nicht verpasst habe, war das Musikprogramm am Sonntag. Darüber, lest ihr aber erst morgen mehr.

Weil`s Rockt 2018- Gigbericht

Viel zu lange hat es gedauert, jetzt aber. Am letzten Samstag, den 26.05.2018 hat das zweite „Weil`s Rockt“ endlich die Festivalsaison eingeläutet.

Die erste Band „Out of plan“ hab ich direkt verpasst. Grund dafür war, dass ich den Kirberg auf der anderen Weil-Seite in Erinnerung hatte. Ein Hoch auf meine Orientierung. Das Festival war dann ausgeschildert, allerdings könnte diese Beschilderung in Zukunft etwas deutlicher sein, so dass ich nicht an jeder Abzweigung die Schilder suchen muss.

Dann sind wir aber doch noch angekommen und nachdem wir uns den Berg hochgequält haben, kam beim Einlass das organisatorische Highlight des Tages: Am Eingang gab es Taschenkontrollen. Ja, das ist manchmal etwas lästig, aber in der Regel doch gut und verständlich. Etwas weniger verständlich, fand ich jedoch die Kriterien, was man nun mit aufs Gelände nehmen darf und was nicht. Deo? Kein Problem, kann mitgenommen werden. Eine Schale Brombeeren, direkt aus dem Supermarkt? Verboten. Ernsthaft? Das kann, will und muss ich nicht verstehen.

Aber okay. Erstmal zum Wichtigsten. Der Musik.

Die erste Band die ich gesehen hab, waren „Wait for June“. Die machen folkig angehauchte Rockmusik, bei dem auch ab und zu eine Mandoline zum Einsatz kommt. Das war zwar jetzt keine Partymucke, muß es aber auch um die Uhrzeit nicht sein und technisch gab es da auch nix zu meckern.

Danach waren „Sidibeat“ an der Reihe und damit der Erste von zwei regionalen Höhepunkten. Eric und Malick waren richtig gut drauf und übertrugen diese positive Grundstimmung auch aufs Publikum. Nach dem ersten Song sangen wir dem Malick ein Geburtstagsständchen, was ihn irgendwie total gerührt hat. „Sidibeat“ selbst machen eine ganz eigene Sache. Irgendwo zwischen Rap und Reggae, Akustik und Beatbox und auf jeden Fall immer fantastisch mit ganz viel Herzblut. Das Ganze klappt am allerbesten im Sonnenschein und davon gab es ja mehr als genug. Sprich: Tiptop Performance mit neuen Songs. Mal ernste, mal weniger ernste Themen. Runde Sache. Der Eine oder andere Gassenhauer hat zwar gefehlt, aber wenn man nur begrenzt Zeit hat, muss man halt selektieren.

„Capulco“ fand ich persönlich ziemlich geil. Die Jungs machten einfach gute Laune Punk und haben mir gefallen… allerdings klang es manchmal etwas… eigenartig? Tatsächlich glaub ich, dass es diesmal an dem Mischer lag, der sonst einen ziemlich ordentlichen Job gemacht hat. Ich glaub ich muss mir „Capulco“ noch einmal woanders anschauen um mir eine abschließende Meinung bilden zu können.

Als fünfte Band des Tages durften die Frankfuter „V.E.R.S.U.S.“ das Weil`s Rockt Publikum beglücken. Die Deutschrocker, die kurz vor dem Release ihres ersten Albums stehen, konnten mit einer Menge Spielfreude und meist intelligenten Texten ordentlich bei mir punkten. Unabhängig davon, ob man die „Onkelz“ jetzt mag oder nicht, aber wenn man ein Jahr nach Gründung die „G.O.N.D.“ eröffnen darf, dann hat man offenbar was ziemlich richtig gemacht. Ich könnte mir vorstellen, dass man von „V.E.R.S.U.S.“ noch so einiges hören wird.

Was „Dayout“ für Musik machen, kann ich nur schwer definieren, aber ich würde sagen Oberbegriff Punkrock. Ich fands recht unspektakulär, nix besonderes… Ein Hauch besser machten es die kleinen Coverausflüge zu Songs wie „Beat it“, aber auch das hat nicht ausgereicht die Band vor ihrer Belanglosigkeit zu rettten. Klingt gerade ein bisschen böse, ist aber ja auch nur meine persönliche Meinung und Geschmäcker sind zum Glück verschieden.

Den absoluten Tiefpunkt des Festivals, stellte für mich „Das Actionteam“ dar. Musikalisch war es ganz okay, aber die Texte waren dermaßen dumm, dass ich nicht einmal darüber schmunzeln konnte. Tatsächlich waren die Kerle in Rennfahreranzügen und mit Helmen die Ersten, die so richtig Bewegung vor der Bühne auslösten, aber auf Nachfrage gab einer der Feierwütigen zu, dass es wohl eher an seinem Alkoholpegel lag als an der Tatsache, dass er sie richtig gut fand. Ich persönlich hätte es auch einfach besser gefunden, wenn das „Helm-Rennfaher-Anzug-Konzept“ konsequenter umgesetzt worden wäre und nicht nur von Teilen der Band.

Nicht schön saufen musste man sich den Headliner. Die Weilmünsterer „Visions Only“ konnten ihre Karten (Headliner Status plus Heimvorteil) komplett ausspielen und zockten ein grandioses Konzert: Von alten bis neuen Songs, über Tote Hosen Cover (Bis zum bitteren Ende und Opel Gang)… von vorne bis hinten alles richtig gemacht. Zeitweise wäre es fast zu einer Prügelei gekommen, aber das konnte Oberpädagoge Chris mit Gratis CD`s deeskalieren (das klingt saudumm, aber ist echt genau so passiert). Nach dem Konzert war der Wunsch nach Zugaben so groß, dass die Jungs doch noch einmal auf die Bühne zurück kehrten und „Story about the past“ und „Choke the flame“ einfach nochmal spielten. Das Publikum hätte gerne noch mehr gehabt, aber die Veranstaltung endete offiziell um 24 Uhr und die Zeit war bereits überschritten.

Ich freue mich jedes Jahr aufs Neue darüber, dass „Visions Only“ auf dem Tells Bells spielen, aber es war saugeil, sie mal wieder woanders und zu einer richtig geilen Uhrzeit zu sehen. Richtig fette Party!

Ja, Weil`s rockt. Perfektes Wetter, günstige Preise, liebevolle Organisation… Es läuft. Das alkoholfreie Koblenzer schmeckt immer noch grauenhaft und mancher hätte sich über ein vegetarisches Essensangebot neben Pommes gefreut…aber an und für sich wars doch wieder superschön im Marktflecken. Ganz großes Lob meinerseits auch für die Ausmerzung des größten Fehlers im letzten Jahr: Die Bandreihenfolge hat deutlich mehr Sinn gemacht und es gab zwischen Metal und Partyrock keine Akustik Band:-)

Ein wirklich schönes Projekt, was auch nächstes Jahr weiter geführt werden soll und wenns nach mir geht: Ich bin dabei!

BATTLE X- BOILER- PRECIPITATION Live im Second Home- Bericht

Gestern hat es mich mal wieder nach Runkel-Ennerich verschlagen. Wohin? Ja zur lieben Anja in den Kultschuppen „Second Home“. Was soll man sonst in Ennerich? Stimmt. Es war Kirmes… Und das zur Freude aller Heavy Metal Fans der Region, denn das bedeutet gleichzeitig, dass der Lärmschutz an Bedeutung verliert und so zumindest einmal im Jahr ein Konzert in normaler Länge stattfinden darf und so gab es gleich von drei Bands ordentlich auf die Fresse.

Den Anfang machten „Precipitation“ die nicht nur voll auf die Fresse können, sondern auch melodisch. Die noch ziemlich jung wirkende Band riss sich den Arsch auf um die Leute zu unterhalten und das klappte extrem gut. Wie gesagt: durch das breite Spektrum zu dem die Band fähig ist, war es eine sehr kurzweilige Angelegenheit. Mich persönlich flasht es immer ziemlich, wenn ein Sänger einigermaßen gut singen kann, aber auch Shouts erstklassig hinbekommt. Da müssen sich auch „Precipitation“ nix vorwerfen lassen und von daher: Beide Daumen hoch für einen super Start in einen grandiosen Abend!

Auch die Jungs von „Boiler“ hatten richtig Bock und machten Party ohne Ende. Auf der Setlist standen Songs wie „Wahn“, „Stoner“, „Wutausbruch“ und andere Leckerbissen, so dass die Songauswahl um Längen besser als auf dem „Weil`s Rockt“ war. Sänger Bull Eric rammte wie ein Bulldozer ins Publikum, inszenierte eine Polonaise (nicht Bolognese, die gibts auf die Nudeln) und wurde zurecht frenetisch abgefeiert. Auch der neue Song „Geiztanz“ ist echt geil geworden und die Kerle konnten ihren Heimvorteil extremst ausnutzen, was in einem Circle Pit seine Krönung fand. Richtig viel Spaß hat es gemacht, um genauer zu sein, war es eine der besten „Boiler“ Shows, die ich je gesehen hab.

Als letzte Band durften (wie es auch übrigens bei der nächsten Schoppeklopper Party am 25.11. 2017 der Fall sein wird) die Melodic- Thrasher von „Battle X“ ran und alter Falter! Die haben einen dermaßen geilen Auftritt gerissen, ich kann es kaum in Worte fassen. Hochmotivierte Musiker, alte Hits wie „Sheer Anger“ und ein fantastisches neues Werk namens „Syrian Blood“ machten diesen Gig zu einem Nackenbrecher und Fest der Oberklasse. Ich freu mich, euch dieses Jahr im Kanapee begrüßen zu dürfen.

Im Anschluss bedankte sich Anja noch für die vielen Geburtstagswünsche, stellte noch einmal klar, dass  im Second Menschen aller Hautfarben und Nationalitäten willkommen sind, egal was auf sozialen Netzwerken so gepostet wird, freute sich über die große Resonanz und dankte den 3 Bands für einen großartigen Konzertabend und was soll man sagen? Wo sie Recht hat, hat sie Recht. War wirklich richtig großes Kino!

Affentanz Festival# 1- Bericht

Der Alpine Club/Hochalm im Gewerbegebiet Weilburg- Kubach ist bekannt für Events wie Oktoberfest, Abi Vorfeier und Ähnlichem. Doch vor 2 Jahren verwandelte sich Weilburgs Almhütte in einen Punkrock Palast, als unsere lieben Freunde von „Fatzke“, dort ihr langersehntes erstes Konzert spielten.

Wer sich daran erinnert den verwundert es wohl nicht, dass der Alpine Club auch die Erstwahl bei der Location ist, wenn die Jungs noch einen Schritt weiter gehen wollen und zusammen mit „RoadRage“ und „Beckstage Photography“ ein richtiges Indoor Festival aus dem Boden stampfen. Seit Monaten fleißig beworben, war es am 21.10.2017 endlich so weit: Das erste „Affentanz Festival“ öffnete seine Pforten.

Die Frage die vor den Festival gestellt wurde, ob in Weilburg noch was geht, wurde klar beantwortet:

JA!

Den Anfang machten um 18 Uhr schon vor relativ vielen Zuschauern die lieben Jungs von „Paramagnet“, die ich mir von draußen angehört hab. In bin immer wieder etwas ratlos, was ich über sie schreiben soll. Sie sind immer wieder gut und liefern immer wieder das, was man bestellt. „Punkrock mit Herz“ und das kommt zurecht an.

Weiter geht es mit „Captain Capgrass“. Was die machen hab ich irgendwie nicht ganz kapiert… Mal klang es deutlich nach Hardcore, mal eher nach Punkrock. Ich weiß es beim besten Willen nicht. Was man den Jungs auf jeden Fall attestieren kann, ist eine sehr inbrünstige Live Show und viel Energie auf der Bühne.

„Arrested Denial“ hab ich selbst überhaupt nicht gesehen. Dafür habe ich aber am späteren Abend zwei Mitglieder der fantastischen Funpunk Band „Banana Slugs“ kennen gelernt und diese dabei spontan nach ihren Eindrücken gefragt. Das folgende Zitat ist die Meinung einer einzelnen Person und spiegelt nicht unbedingt meine Meinung oder die des Publikums wieder: „War ganz cool anzuhören, aber nix weltbewegendes. Für die Party ganz gut, aber sonst auch nix.“

Wieder voll da und am Start war ich, als die erste Hälfte der Veranstalter, namentlich „RoadRage“ ihre Show spielten. Das haben sie getan und zwar mehr als überzeugend. Ohne viel Schnickschnack den Auftritt straight durchgezockt, technisch einwandfrei und mit ihrem Oberhit „Drink, Fuck, Fight“ die Hochalm gefühlt halb zerlegt… Was will man mehr?

Auch die zweite Veranstalter Hälfte „Fatzke“ hat solide gerockt. Auf der Setlist standen einige Songs der EP, einige Songs des Albums und die live extrem mächtige B-Seite der „Doch gesehen“ Single namens „Zeichen“. Höhepunkt des Auftritts war, das nach viel zu langer Zeit der Übersong „Meine Welt“ mal wieder mit den Bläsern von „Skameleon“ gespielt wurde. die waren zwar hart laut gemischt, aber trotzdem: Wunderbar!

Zu meckern hab ich an dieser Stelle trotzdem was: Ich fand es ziemlich scheiße, dass sich „RoadRage“ und „Fatzke“ nur jeweils eine halbe Stunde Stagetime gegeben haben. Für mich persönlich wirklich ziemlich enttäuschend und beim nächsten Mal wäre es besser, einfach mal eine Band zu streichen und dann jeweils solide 45 Minuten zu zocken, denn so war es irgendwie schon vorbei, bevor sich das Publikum richtig darauf eingelassen hat.

Als erster Headliner des Abend enterten „P.O. Box“ aus Frankreich die Bühne und auch hier wieder ein Zitat von einem Besucher. Diesmal kann ich es aber zu 100% unterstreichen: „Total geile Band, Musik wie ich sie mag“. Ordentlicher, tanzbarer Ska Punk mit viel Liebe zum Detail, musikalische Top Leistung und damit großartige Stimmung bei den Besuchern. Die Jungs haben verstanden wie es geht.

Zum Abschluss durften die wunderbaren „Jaya the Cat“ aus den Niederlanden ran. Die Headliner, die mich am Pell Mell schon mit ihrer (ebenfalls) tanzbaren Punkrock-Reggae-Ska-Mixtur und oft alkoholgetränkten Texten  geflasht haben…haben es wieder getan. Extrem gut, extrem spaßig und ein würdiger Abschluss für einen wunderbaren Abend.

Fazit:

Was die Roadrage/Fatzke Jungs an diesem Abend gezaubert haben, war der Hammer. 300 Leute sollten es werden, ich bin überzeugt es waren deutlich mehr und es würde mich wundern, wenn auch nur einer von Ihnen behaupten würde nicht auf ihre Kosten gekommen zu sein. Fairer Eintrittspreis, lecker Essen vom „Schliffer“aus Edelsberg, günstige Getränke und 7 Bands, die restlos alles rausgeholt haben was ging. Besser kann man es nicht machen. Und ich persönlich würde mich sehr über noch viele weitere Auflagen des „Affentanz“ freuen. In diesem Sinne: Aufs nächste Mal:-)

Pell Mell 2017- Bericht Samstag

So geil der Freitag geendet hat, so hat auch der Samstag begonnen. „Womuka“ sind eine junge Combo die sich mit Texten über Billy Regale und Punkrock Paare in mein Herz gespielt und mir mit ihren augenzwickernden Lyrics sehr viel Freude bereitet hat. Allgemein finde ich die Tradition den Samstag mit ruhigen Klängen zu eröffnen immer wieder richtig gut, weil es genauso dass Richtige ist um sich beim ersten Getränk die Müdigkeit aus den Knochen zu schütteln und den Tag gut gelaunt begrüssen zu können.

Weiter ging es mit „RoadRage“. Das ist die Band über die mir in der Vergangenheit unter Anderem folgendes unterstellt wurde: „Du findest sie scheiße“, „Du hast keinen Plan“, „Du magst sie ja eh nicht“, „Du gönnst ihnen ihren Erfolg nicht“, “ Du gönnst ihnen ihre Uhrzeit auf dem Tells Bells nicht“…ähm…NEIN! Totaler Bullshit. Ich habe gesagt, dass sie nicht meine Lieblingsband sind und mehr nicht. Und auch das hat sich geändert. Auf dem Tells Bells fand ich sie nämlich richtig geil und war voll überzeugt. Das hätte man jetzt noch als guten Tag oder Glücksfall abstempeln können, aber genauso unfassbar fett wie ich sie beim Tells Bells fand, fand ich sie jetzt auch beim Pell Mell. Und Riesenrespekt an den Chris. Wer in dem Zustand und zu der Zeit so dermaßen abliefert, der hat jeden Zuspruch verdient. Ich glaube ich bin  zu einem späten Fan geworden.

Dann kamen „Additional Time“ und waren mir zu brachial.

Danach war Zeit für „Scherf und Band“, die ich auf dem „Weil`s Rockt“ ja extrem schlecht fande. So richtig gut fand ich sie auch diesmal nicht, aber doch bedeutend besser als in Weilmünster. Das „Hannes Wader“ Cover hat mich dann doch noch überzeugt.

„Destination Anywhere“ sind die Haus und Hofkapelle des „Pell Mell“ und immer wieder gut. Ordentlicher Ska-Punk von sympathischen Musikern lohnt sich immer. Besonderheit dieses Jahr war natürlich der Heiratsantrag auf der Bühne. Ich wünsche an dieser Stelle Julia und Uschi eine schöne Hochzeit und dass sie den Rest ihres Lebens glücklich miteinander verbringen werden.

Nach soviel Romantik musste erstmal ne ordentliche Schippe an Heavyness drauf gelegt werden. „To the Rats and Wolves“ haben ein total übertriebenes und episches Intro. Doof nur, wenn man dann die eigene Messlatte nicht erfüllt. Da brauchen sich „To the Rats and Wolves“ aber keine Gedanken zu machen, denn ihre Show war eines der Samstag Highlights. Leicht verrückt, voll auf die 12 und der beste Sänger des Wochenendes. Alles geil und gut. Vielleicht werde ich sie auf ihrer Herbsttour mit „Any given day“ besuchen…

„Rasga Rasga“ waren die Underdog Band des diesjährigen Festivals und sorgten für reichlich Gesprächsstoff. Ein netter Mann, der am gleichen Tisch wie ich saß erklärte lautstark, dass sie ihm „tierisch auf den Sack gehen“, „völlig fehl am Platz sind“, „gnadenlos verheizt werden“ und „völlig fehl am Platz besonders auch auf einem Metal Festival“. Da hat er recht. Gut dass das „Pell Mell“ aber kein Metal Festival ist und „Rasga Rasga“ das Publikum und mich mit ihrer Mischung aus Soul, Ska und Weltmusik begeistert haben. Recht machen kann man es nie allen und ich fands wunderbar. Denn Abwechslung macht dieses Festival aus.

„Any given day“ sind eigentlich genauso wie „To the Rats and Wolves“ nur ein bisschen weniger verrückt. Aber Punkt für sie: Ihr Shouter ist besser.

Verdienter Headliner am Samstag waren die italienischen Ska Punker von „Talco“. Die Band hat früher regelmäßig die Westerwälder Region zum Tanzen gebracht, waren mehrfach auf dem Tells Bells vertreten und haben immer gut abgeliefert. Jahre später haben sie gezeigt: Sie haben sich null verändert, sind immer noch großartig und es gibt immer noch beide Daumen nach oben!

Was negatives zum Samstag:

Irgendwelche Idioten haben sich laut Polizei versucht Zugang zum Gelände zu verschaffen und es ist dadurch zu einer Schlägerei gekommen. Leute…Was soll der Scheiß? Das Pell Mell ist ein wunderbares, kostengünstiges und friedliches Festival. Entweder ihr bleibt fort oder ihr kommt… Wenn ihr kommt dann zahlt aber auch die paar Euro Eintritt und geht den anderen Besuchern und Organisatoren nicht auf den Sack. Danke!

Ja so ist das. Das Pell Mell 2017 ist vorüber und nimmt die Open-Air Saison 2017 mit. Es war ein geiles Jahr und das Pell Mell definitiv ein absolutes Highlight. Die Preise, das Essen, die Bands und die Menschen dahinter. Hier stimmt einfach immer alles. Großes Lob an die Veranstalter, die sich jedes Jahr den Arsch aufreissen um ein Festival aufzuziehen, welches jeglichen Vergleich gewinnt. Leute wie euch braucht die Szene!

Bis hoffentlich 2018!