SK-FANZINE - Schoppeklopper

Back to the roots Open Air-Bericht

Hey zusammen. Nach längerer Zwangsabstinenz (ihr wisst was ich meine), endlich mal wieder ein Konzi-Bericht.

Nachdem Corona ja so ziemlich alles infiziert hat was ging, kam die Nachricht umso überraschender: Ja, es wird ein kleines Kalkwerk Festival geben. Da das reguläre Festival zu meinen Jahres Highlights zählt und sich so langsam Entzugserscheinungen einstellen war klar: Muss ich hin. Karte im Vorverkauf gekauft, Impfnachweis gezückt und Vorfreude aufgebaut…und dann kam der 28.08.: Paaaarty Tiiiime!

Den Anfang machten die extrem sympathischen „Cottonmouth“ (Ex-Drunken Perspective). Abgesehen von Besetzung, Repertoire und Bandnamen hat sich bei denen nichts geändert. Ihre Songs sind allesamt Hits und die Band selbst ist nach wie vor DIE Punkband aus dem Kalk für mich. Was sich tatsächlich geändert hat, sind die Ansagen. Die leicht naiven,ultra depressiven Ansagen von Lara drücken der Band einen ganz neuen Stempel auf und erhöhen den Unterhaltungswert der Truppe immens. Songs wurden leicht überarbeitet und klingen jetzt noch fetter. Zugaberufe waren die verdiente Reaktion auf alles Neue und Alte. Welcome Back in the Game ihr geilen Säue.

Alt und neu war auch das Motto von „Deceiver“. Meine Lieblings Oldschool Metal Band haute aus allen Schaffensphasen der Band Songs raus und überzeugten komplett, auch mit neuen Liedern. Keno ist und bleibt ein Hammer Schlagzeuger, Marvin groovt wie eh und je, Daniel ist immer noch ein beeindruckender Sänger, Simon schwingt die Axt als ob es kein Morgen gäbe und Max ist für mich immer noch ein deutscher Randy Rhoads. Also eigentlich alles wie immer.

„Stay focused“ habe ich besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Ich muss sie de facto schon mehrfach live gesehen haben, kann mich 0 daran erinnern und auf Samplern gehören ihre Songs immer zu meinen Favoriten. Jetzt kann ich sagen: Ja, auch live gehen sie gut ab. Sie spielen demnächst ja auch noch auf dem Pell Mell und auf dem WiederSeepogo… Also mit anderen Worten: Sie nehmen alles mit was sie kriegen können…Aber das sei ihnen gegönnt. Meine Meinung dazu: Richtig so!

Nachdem „Stay focused“ als erste Band Leute vor die Bühne gelockt haben, war die Ausgangssituation für meine Lieblings Thrash-/Death Metaller von „Bloodspot“ natürlich optimal. Ihr erster Auftritt seit dem Release ihrer aktuellen Platte „The cannibal instinct“ war ein testosterongeladenes Energiemonster. Viel Bewegung, geballte Energie und fehlerfrei agierten die Jungs, als hätte es nie eine Zwangspause gegeben. Der Oberhammer!!!

„Strobocop“ hab ich in diesem Monat nun zum zweiten Mal gesehen und muss sagen: Obwohl die Musik rein theoretisch nicht meine ist, sind die rein praktisch einfach eine mega geile Liveband. Schon auf dem „Affentänzchen 10“ haben sie komplett überzeugt, aber wenn das Publikum auch tanzen darf, ist es doch noch einmal ein ganz anderes Flair. Da haut man ruhig Mal das komplette kommende Album raus, Neumitglied Mucho verwandelt sich mit seinem neuen Pornobalken zeitweise in den Präsidenten von „Mexicool“, es gibt einen kleinen Ausflug zum Punkrock und totale Eskalation vor der Bühne. Meine Meinung? “ Kaputt ohne Ende!“ Und das zu 100 Prozent positiv.

„Wakkamole“ bestehen aus 10 Männer und Frauen. Bisher habe ich sie immer verpasst, nun endlich mal live gesehen. Ganz groß im Anspruch und dabei gute Laune versprühend ohne Vergleich. Für Viele ein Highlight, für alle eine Abwechslung. Großes Kino.

Letzte Band des Abends waren „Dana Plan“. Ich könnte positives nennen, aber da der Herr A.E. selbst mit wohlwollender Kritik nicht umgehen kann und dann gerne in seitenlanger Ausführung ausfallend wird: Fuck it. Keine Unterstützung oder Kooperation mehr. Schade, aber es war seine eigene Entscheidung.

Ja, das „Back to the Roots“ insgesamt…Leider keine leckere Bohnensuppe, keine Steaks und keine Pizza. Schade. Aber zumindest den guten Reissalat, das Kichererbsen Curry 2.0. und die legendären Pommes vom Fleischer Will konnten verköstigt werden. Die Maskenpflicht vor der Bühne war irgendwie recht sinnfrei…die Konsequenz bei der Einhaltung zeigt, dass das nicht nur meine Meinung ist.

Preislich gesehen war das Event kalkwerktypisch Top, die Einlassregelung wurde gut und zügig umgesetzt, das Rahmenprogramm mit der Mini Pavillon Extrabühne hat ein Bisschen was von Romantik über den Platz wehen lassen und die Regelung von Abstand und Schlange am Bierstand dürfte meiner Meinung nach gern auch nach Corona bestehen bleiben.

„Back to the Roots“ …den Namen find ich immer noch dämlich. Aber: Bei großartiger Organisation, perfekt gemischtem Musikprogramm und einem Gefühl von Familientreffen kann ich darüber locker hinweg sehen. Ja, es war kein Kalkwerk Festival. Aber es war das Allerbeste, was uns die aktuelle Situation erlaubt. Danke für den wunderschönen Abend. Und übrigens: Schickes Dach;-)

See you soon…

4 ZKB- Lasst Liebe regieren (CD Review)

Wir schreiben das Jahr 2021 und wenn die Corona Pandemie und das Jahr 2020 irgendetwas Gutes hatte, dann definitiv die Tatsache, dass unsere heimischen Bands endlich die Zeit hatten, zu recorden. So auch „4 Zimmer Küche Bad“ , die uns fast drei Jahre nach ihrem Debüt „Eigentlich müsste man mal“ endlich im März den Nachfolger „Lasst Liebe regieren“ vorlegen werden. Ich durfte ihn schon komplett hören und euch nun meine Eindrücke schildern:

Einige Sachen fallen sofort auf. Direkt beim Titeltrack merkt man schon, wo die Reise hingeht. In der Vergangenheit war der typische „4ZKB“ Sound so angelegt, dass man Live gut mitgröhlen und zuhören konnte. Anspruchsvoller, aber unüberfordernder Polit-Rock. „Lasst Liebe regieren“ ist anders. Gaspedal durch und volle Möhre nach vorne. Direkt der Opener ist der schnellste Song, den es von den Jungs je gab und ist richtungsweisend für den Großteil des Albums. Eigentlich gäbe es da nix zu meckern, zumal der Rock WG die Geschwindigkeit enorm gut steht. Aber bei einem Song der derartigen Hymnencharakter aufweist, hätte man den Tilly in den Strophen lauter produzieren sollen, denn so kommt textmässig leider nicht allzu viel an.

Auch „Bonzenbrenner“ ist ein schneller Song, hat das Problem aber nicht. Überhaupt ist die Nummer 2 auf dem Album mein absoluter Favorit. Auf diesem Gesamtwerk wollte Tilli „das Geschrei etwas reduzieren“. Das hat er umgesetzt und wenn er jetzt schreit, kommt das derart punktuiert, dass einem ein wohliger Schauer Revolution über den Nacken strömt.

Weitere Themen die auf dem Album abgearbeitet werden, sind übrigens unter Anderem :

-fehlende Empathie

– ausbeuterische Großkonzerne die Innenstädte kaputt machen (Weilburg lässt grüßen)

-Selbstdarstellung auf Social Media

-Wut über den Alltagstrott

und und und…

Die gesamte Bandbreite der politisch-sozialen Problematik findet auf „Lasst Liebe regieren“ ihren passenden Song und das dabei ohne flache Parolen oder erhobenem Zeigefinger. Anspieltipps neben den zuvor genannten sind „Richtig gelebt“, “ Zuschauer“, „Nicht schon wieder aufstehen“ und das alles überragende „Niemals wieder“ , wo die Jungs mit dem fettesten Background Gesang aller Zeiten arbeiten.

Generell ist das Album von vorne bis hinten fantastisch produziert und geht dermaßen nach vorne, dass es eine wahre Freude ist. Wem bei „4ZKB“ die Geschwindigkeit bisher gefehlt hat, der wird diesmal noch mehr Freude daran haben. Auch ihre alten Supporter werden nicht enttäuscht, denn auch die Abwechslung und der Groove vergangener Tage, sind nicht verloren gegangen. Ein Song wie das live erprobte „Egoland“ hätte auch auf „Eigentlich müsste man mal“ seinen Platz gefunden und gehört zu einem weiteren Highlight.

Was sollte man noch erwähnen? Politisch und gesellschaftskritisch bleiben sie ihrer Linie treu, musikalisch geht’s abwechslungsreich, aber schneller zu… Eigentlich ist nicht viel mehr zu sagen.

„4 ZKB“ werden ein Album releasen, wo die geballten Kräfte der Vergangenheit mit neuen Nuancen gepaart gleichzeitig etwas neues ergeben, ohne auch nur eine Sekunde ihre glorreiche Anfangszeit zu verleugnen.

„Lasst Liebe regieren“ ist ein Punkrock Album, das etwas zu sagen hat, ohne kritikfrei bekannte Themen zu wiederholen. Es ist klug, es ist anspruchsvoll und es ist trotzdem Punkrock. Politik und Party in Symbiose.

Bevor ich mich hier ganz im Fazit ziehen verirre, bringen wir’s auf den Punkt:

10/10

friedliche Demonstranten für „4 ZKB“ .

Danke für eure Aufmerksamkeit und bis zum nächsten Mal.

Euer „Lord of Kerry“

 

Blizzen-World in Chains (CD Review)

Ja, es ist immer noch Corona Pandemie Zeit. Das heißt, geile Live Mucke auf Konzerten ist immer noch unendlich weit entfernt. Aber das ist doch Grund genug, sich mal wieder ne neue CD zu gönnen oder? Ja und dann hab ich mir die ausgesucht, die den momentan passendsten Titel trägt. „World in Chains“ heißt der nach 4 Jahren Wartezeit längst überfällige Nachfolger des Debüt Albums „Genesis Reversed“, der die Jungs aus der Region bis ins Ausland katapultiert hat.

Genauso Retro die Jungs sind, genauso Retro wird auch die CD Kritik, indem ich die goldene Zeit aufleben lasse, wo ich zu jedem Titel was geschrieben habe. Let’s Go!

01 Intro

Das Intro ist gut gelungen. Düstere Atmosphäre verbreitend, gut platziert und nicht zulang geraten. Tip Top!

02 Gates Of hell

…beginnt mit einem ordentlichen Schlagzeug Wirbel und ist ein Vorgeschmack was einen in den nächsten 35 Minuten erwartet. Eine viel zu kurze Metalscheibe mit einer Riesenportion 80er Sound.

03 Forged with evil

Bei dem Songs präsentieren die Jungs wieder das, was sich wie ein roter Faden durch „Genesis Reversed“ gezogen hat, nämlich Speed Metal auf allerhöchstem Niveau. Außerdem enthält der Song gleich 2 Soli. Das bei 1:40 min ist in meinen Augen das Beste der ganzen LP. Das schnellste dazu.

04 Gravity Remains

In einem anderen Review habe ich gelesen, dass dieser Song der hitverdächtigste Track wäre. Das sehe ich nur bedingt so. Es ist ein Mega Song. Geil gespielt, bleibt im Kopf, geiler Text. Aber mein Favorit kommt noch.

05 World in Chains

Beginnt herrlich düster mit rasselnden Ketten und einem epischen Gesang der mich am Rande an „Warriors Of the World“ von Manowar erinnert… Nur halt eben in geil. Ein nicht ganz typisches Blizzen Werk, was ihnen aber gut steht.

06 Serial killer

Ich will ja jetzt nicht angeben, aber mit Serienmördern kenne ich  mich wirklich aus und so ist nicht schwer gefallen, den Interviewfetzen zu Beginn Charles Manson zuzuordnen. Der Song dazu ist auch fett. Besonders der Refrain geht gut ins Ohr. Ich mag’s voll gerne.

07 Paradise awaits

Auch in einem anderen Review habe ich gelesen, das Sänger Stecki nicht der überzeugendste sei. Wenn ein Song das widerlegt ist das „Paradise awaits“. Das ganze Teil hat Ohrwurmcharakter, zudem eine geniale Gitarren-Schlagzeug Abstimmung. Ja, auch der Song ist ein Hit. Und ich zitiere: “ Time has come..“

08 Lust

Ist einer der besten Songs die ich je gehört habe und mein Favorit auf diesem Album voller Favoriten. Gesang, Gitarre, Schlagzeug, Text… Hier passt einfach alles wie Arsch auf Eimer. Ich hab nicht gezählt wie oft ich in den vergangenen Tagen den Song gehört hab, aber es werden bestimmt noch viele weitere Male dazu kommen.

09 Forsaken Soul

Und wieder Mal ein ganz typischer Blizzen Song. Gerade aus, schnell… Das ideale Finale von „World in Chains“ .

Was es sonst noch zu erwähnen gilt:

Ein tolles Booklet mit Bandpic, Live Fotos und Texten. Auch das Cover ist verdammt nochmal preisverdächtig und sieht einfach mega aus. Die Bilder der Bandmitglieder in Ketten auf der Rückseite macht auch einiges her und die gesamte Aufmachung verdient das Prädikat großartig.

Diese ganze CD, hätte exakt so wie sie ist in den 80ern erscheinen können. Das beginnt bei den Frisuren der Band und endet bei der Produktion. Wenn ihr die Möglichkeit habt, dann hört auf mich und besorgt euch die Platte als Vinyl weil die Produktion dann mit Sicherheit noch mehr Charme versprüht als ohnehin.

Fazit:

Ich lehne mich jetzt weit aus dem Fenster, aber: Seit 15 Jahren gibt es Schoppeklopper. Vor 14 Jahren hab ich das erste Mal eine Veröffentlichung reviewed. Ich habe schwache Leistungen nie veröffentlicht und ich habe öfter Mal 10 Punkte vergeben. In 14 Jahren hat es keine LP SO DERMAßEN VERDIENT wie diese. Von der ersten bis zur letzten Sekunde ist das ganze Ding einfach nur UNFASSBAR geil. Wenn „Genesis Reversed“ die Jungs vor die Türen der oberen Liga gebracht hat… Der Abwechslungsreichtum, die Spielfreude und das Songmaterial von „World Of Chains“ hat das Zeug die Türen aufzutreten. Wie gesagt, völlig verdiente

 

10/10 Vokuhilas

…für die beste Veröffentlichung aus unserer Region EVER!

Blakylle- Wo uralte Wasser fließen (CD Review Video)

 

https://m.youtube.com/watch?v=VGlOjE68-Ns&t=51s

 

Viel Spaß damit!

Corona, Corona…

Hey Leute,

an dieser Stelle sollte jetzt eigentlich ein kleiner Vorfreude Artikel auf die heimischen Festivals, die Ritterspiele usw. stehen. Da momentan nichts sicher ist, steht hier nichts. Was stattfindet und was nicht, schreib ich auf Facebook. Da dürft ihr jederzeit vorbeischauen.

www.facebook.com/schoppeklopper

Bis bald und bleibt gesund!

Euer Lord of Kerry

Klangbild- Kaleidoskop (CD Review)

Ist jetzt schon ein paar Wochen her, dass die Jungs von „Klangbild“ ihren längst überfälligen Nachfolger des Debütalbums „Neue Wege“ mit einer Megasause im Weilburger Eventhaus veröffentlicht haben. So langsam ist ein bisschen Zeit ins Land gezogen, so dass ich momentan recht nüchtern auf das Werk gucken kann. Einige Titel möchte ich gesondert erwähnen.

Das Album beginnt gleich zu Beginn mit einem Highlight: Nach 7 Sekunden Intro startet „Unser Song“ komplett durch und rockt wie Sau. Neben dem Megatext, der leicht punkig anmutenden Musik und dem Flair den der Track versprüht, sei besonders der Gesang von Nico erwähnt, der auf „Kaleidoskop“ nur noch Effekte bekommt, wenn es der Stelle zuträglich ist.

Das nächste Highlight ist „Autopilot“ , welches sehr abwechslungsreich ist. Schnelle Strophen, Midtempo Refrain und die ruhige Stelle, fügen sich zu einem runden Meisterwerk zusammen…und endlich knallt die Gitarre.

Einer der schlimmsten Ohrwürmer des Albums ist „Kopfkino“. Wenn ich an das Wort denke, hat dass meistens was mit Unanständigkeiten zu tun… Bei „Klangbild“ nicht. Der Text ist trotzdem cool… Nur das „Kopfkino. Kopf-Kopfkino“ im Chorus fickt meinen Kopf eher, als dass da n Film zustande kommt.

„Neben dir“ ist ein Song, den Nico für seine Schwester geschrieben hat. Wäre ich Nicos Schwester, wäre ich stolz drauf. Ist nämlich voll schön geworden und das nächste Highlight.

Bester Song in meinen Augen ist „Gang rein“. Macht gute Laune, erzählt von Freiheit und kommt gut auf der Autobahn. Auch hier: Gesanglich perfekt.

Der Rest des Albums kann sich ebenfalls hören lassen. „Besser mit dir“ ist ein rockiger Lovesong und was „Fahne im Wind“ auf „Neue Wege“ ist, ist hier „100 Gründe“ was ebenfalls n toller Track mit geilem Schlagzeug ist. Besonders das Finale des Songs versprüht richtig Magie.

Insgesamt lässt sich sagen, dass “ Kaleidoskop“ mächtig viel kann. Makellos produziert, musikalisch großartig und eine ganze Spur reifer präsentieren sich „Klangbild“ im Jahr 2019. Zu meckern gibt es nahezu nichts. Ein Blick auf die „Neue Wege“ Kritik verrät, dass ich jenem Werk völlig verdient 9 Punkte gegeben hab. Da „Kaleidoskop“ aber NOCH besser ist, noch abwechslungsreicher und noch besser beim Songwriting hat es nur eine logische Konsequenz und die lautet:

 

10 von 10

Klangbieren 😉

 

Danke und bis zum nächsten Mal.

Euer

Lord of Kerry