SK-FANZINE - Schoppeklopper

Kalkwerk Festival 2018 Sonntag- Bericht

Sonntag, 10. Juni 2018

Fast pünktlich um kurz nach 13:00 Uhr hab ich es nach einer extrem kurzen Nacht auf das Gelände geschafft, um mir den Auftritt von „4 Zimmer Küche Bad“ zu geben. Die Jungs haben seit dem Kalkwerk Freitag endlich ihr Album „Eigentlich müsste man mal“ am Start (CD-Review folgt zeitnah) und dementsprechend mächtig Bock zu spielen, was man ihnen in jeder Sekunde anmerkt. Jetzt ist Sonntag um 13 Uhr als Opener nicht unbedingt die dankbarste Zeit zu zocken, aber die nicht mehr ganz so jungen Jungs nehmen es mit Humor: „Ist echt eine Ehre hier, heute und jetzt spielen zu dürfen. Direkt nach dem Headliner.“ Unmut klingt anders und spätestens beim „Ton Steine Scherben“ Cover von „Macht kaputt was euch kaputt macht“ singen dann auch Leute mit, die „4 ZKB“ vorher nicht kannten. Sogar der Regen fand „4ZKB“ so gut, dass er sich gleich dazu gesellte.

Weiter gings mit „Lillian“, die leider in meinem nachtragenden Kopf immer noch unter der unrealistischen Bandbeschreibung des letzten Jahres leiden müssen. Dazu kommt, dass ich die Stimme der Sängerin nach eingehender Analyse doch nicht mag. Handwerklich gibt es nix zu meckern, meine Lieblingsband werden sie trotzdem nicht mehr.

Sehr gespannt war ich auf Simon Krah und seine neue Zweitband „Radio Sancho“, deren bisherige Aufnahmen ich als völlig belanglos eingestuft habe und mich gefragt habe, ob mich das live mehr überzeugt. Um es kurz zu machen: Ja, tut es. Sänger Danny hat den Kurt Cobain Vibe in der Stimme und die gesamte Musik hat einfach den 90er Jahre Spirit verinnerlicht. Wenn man dann noch mit nacktem Oberkörper auftritt, fliegen einem noch ein paar Frauenherzen zu und man hat alles richtig gemacht. Masssentauglich, aber das ist ja nicht zwangsläufig schlecht.

Nach „Radio Sancho“ hab ich mich vom guten Essen in die Dorle Schäfer Halle locken lassen und viel zu viel vom Auftritt von „Ella!Phonk“ verpasst. Seltsamerweise bemerke ich immer wenn ich mich dort aufhalte wenn der nächste Künstler auf der Bühne steht… nur diesmal nicht. Naja, das letzte Viertel haben ich dann doch noch mitbekommen und es war: Geil natürlich! Von Ella!Phonk“ hab ich aber auch nix anderes erwartet und so haben die zwei Rapper und ihr DJ ordentlich Gas gegeben und mehr als nur vernünftig abgeliefert. Wie immer halt! Mit dem Smash-Hit „Alte Schule“ endete eine, für mich, VIEL ZU KURZE Performance. Nächstes Jahr passiert mir das nicht!

„Eve`s Temptation“ haben mir nie gefallen. Warum das 2018 anders ist, kann ich mir selbst nicht erklären, aber es war echt schön. Gut zum durchatmen, perfekt zum runterkommen, Für mich, hätten sie gerne noch viel länger spielen können.

Nichts geändert hat sich bei den Boys von „Driven“. Mit wunderschönem neuen Banner bleiben die Jungs klar auf Erfolgskurs und heizten dem Publikum überwiegend mit Songs ihres Albums „Under the same sky“ ordentlich ein. Erstaunlicherweise war auf der Tribüne etwas mehr Platz als vorher, aber auch das sollte jetzt nicht zu Depressionen führen. Bester Song (und das wird sich für mich wahrscheinlich nie ändern) ist und bleibt „Personal Changes“. Aber ganz ganz ehrlich und insgesamt betrachtet: Tolle Performance!

Ja, „Sidibeat“. Was kann ich zu denen noch sagen? Das Kalkwerk ist (wie so oft erwähnt) mein persönliches Jahreshighlight. Gründe sind: die familiäre Atmosphäre, das linkspolitische DIY Konzept, die Gemeinschaft von Freunden und viele tolle, liebe Menschen. Wenn man alle Faktoren zusammen nimmt und passende Musik dazu braucht, gibt es für mich nur einen Namen dafür. „Sidibeat“. Mal Akkustik, mal Rap, mal Reggae oder auch ein Beatbox Impro mit dem dritten Sidibe Bruder… es passt, es geht, es rockt einfach alles, was die Jungs machen. Mein absolutes Highlight 2017, mein absolutes Highlight 2018. Achja! Und „Freundeskreis“ hatte echt was magisches.

Während der Sidibeat Show wurde nochmal deutlich, wie viel Solidarität das Kalkwerk besitzt. Es wurde aufgerufen für das „Kalkonia“ Projekt, das in Eigenregie einen Skatepark bauen will, Becherpfand zu spenden. So kamen in kürzester Zeit mehr als 600 Becher zusammen, die zu einer großen Schlange zusammen gesteckt und gemeinschaftlich zur Pfandabgabe transportiert wurden. Das ist das Kalkwerk wie ich es Jahr für Jahr erlebe und schätze. Und so sah das aus:

Headliner des Sonntages waren „Alpargata“. Die spanisch anmutende Band wurde teils frenetisch gefeiert und war meistens extrem tanzbar. Die wenigen Songs, die nicht tanzbar waren, haben immer noch zum Rumspringen eingeladen und somit… ein klassischer Kalkwerk Headliner wie aus dem Lehrbuch.

Im Anschluss haben sich noch die Urkalkwerker von „Paris“ die Ehre gegeben, aber da war ich bereits schon auf der Heimfahrt. Wenn es im Kalkwerk genauso geschüttet hat wie unterwegs, bereue ich diese Entscheidung nicht… egal wie geil ich „Paris“ finde.

Ein riesiges Dankeschön auch diese Jahr wieder an das Kalkwerk, die Kalkwerker und das gesamte Team für ein wunderbares Festival und Tage voller Sinnesschmaus. Auf keinem anderen Festival werden alle Sinne so stimuliert wie hier. Schöne Menschen und Kunst für das Auge, handgemachte Musik für die Ohren, kulinarische Genüsse für den Gaumen, der Geruch natürlicher Substanzen und immer wieder…Momente der Gänsehaut.

Kalkwerk Festival 2018 (Samstag+Allgemeines)- Bericht

Achja… Kalkwerk. Der schöne Klassiker unter den heimischen Festivals fand am Wochenende statt und war (wie immer) großartig. Freitag ging es wie gewohnt mit Variete los. Dieses Jahr zwar leider ohne mich, aber es soll wie gewohnt fantastisch gewesen sein.

Samstag ging es dann weiter mit dem Musikprogramm. Da ich private Verpflichtungen hatte, konnte ich die Bands „Sevenleaves“, „Kaocide“, „Indicate“, „Girlpolice“ „Bloodspot“ und „Battle X“ leider nicht sehen. Sehr ärgerliche Sache. Besonders die letzten zwei sollen richtig krass abgegangen sein und ich habe keinen Grund, dass auch nur irgendwie anzuzweifeln.

Mein Samstag begann also mit der vollen Rap- Breitseite. Der gute „Polyone“ hat seinen Kumpel „Ernst Zwo“ mit an den Start gebracht und die Mission war klar: Das Kalkwerk zum Kopfnicken und die Ärsche zum wackeln zu bringen. Logo, das den Beiden das spielend gelang, denn es war einfach saugut und neben alten Songs wie Polyone`s „Naturfehler“ den es als Zugabe gab, konnten alle dargebotenen Songs überzeugen. Beim letzten Track gaben die zwei nochmal alles und ein Kasten Bier wurde vom Publikum auf der Bühne in 4 Minuten vernichtet. Mit beliebten Schlachtgesängen wie „Prost ihr Säcke“- „Prost du Sack“ war das Ende des Auftritts vielleicht nicht zwingend familienfreundlich, geil aber dafür alle Mal.

Danach wurde erst einmal Geburtstag gefeiert. Klaus Schäfer, seines Zeichens Unternehmer und Besitzer des Kalkwerk Geländes, feierte am Samstag seinen 80. Geburtstag. Das Kalkwerk dankte ihm für alles mit einem Geburtstagsständchen, an dem verschiedene Kalkwerker wie Jazzsängerin Jenny, „Deceiver“ Frontmann Daniel und viele weitere mit Soloparts teilnahmen. Ein schöner Moment, den Herr Schäfer mit großer Dankbarkeit zu würdigen wusste.

Wer letztes Jahr im Kalkwerk, auf dem Weil`s Rockt oder der Schoppeklopper Party die „Bouncing Bettys“ gesehen hat, der hat ja eine ungefähre Ahnung davon, wo der Hammer hängt. Wer sie noch nicht kennt (Gibt es sowas?) sollte sie unbedingt mal live besuchen. Ihr Ruf lässt sich kurz zusammenfassen: Partyknaller! Und diesen Ruf haben sie auch dieses Jahr weiter untermauert. Großes Kino. They love to entertain you!

Bei „The Bright Circle“ ging es deutlich gediegener zur Sache. Aber anspruchsvoller Rock mit deutschen Texten, 2 E-Gitarren und einer Akkustik Gitarre vorgetragen… das hat seine Daseinsberechtigung im Kalkwerk allemal.

Ja und dann wars Zeit für den Headliner. Dieses Jahr in Form von „Ganja Smoker Benjie“, der die „Ridm&Chop Band“ dabei hatte. Die Frage ob es gut war, lässt sich nicht so leicht beantworten. „Benjie“ selbst, gab sich größte Mühe und es war auch nicht total scheiße. Er hat gute und oft auch intelligente Texte, die sein Sprachfehler leider nur zu 25 Prozent ankommen ließen. Er hatte sichtlich Spaß… aber so richtig überzeugend war das jetzt leider eher nicht. Die „Ridm&Chop Band“ hat sich dagegen den Arsch abgespielt und ihn doch in gewisser Weise gerettet.. Am Ende war es doch ein guter und würdiger Headliner…was nicht der Verdienst von „Benjie“ sondern mehr von der mitgebrachten Band war, die einen desaströsen Auftritt abwenden konnten. Erwähnenswert noch der Spontanauftritt von Polyone. Zusammen rockt man die Crowd halt besser.

Im Kalkwerk ist es immer wieder schön. Gutes Essen, faire Preise ohne Erhöhung im letzten Jahr, Riesenauswahl und mit Liebe zubereitete Leckereien aller Art. Klasse wie immer.

Auch im Kalkwerk als Gelände hat sich seit dem letzten Festival einiges getan. Der vorher recht schlammige Weg zum Getränkestand wurde jetzt gepflastert und selbst bei schlechtem Wetter, kommt man jetzt trockenen Fußes zu seinem Bier, Äppler, Wasser etc.

Außerdem lassen sich die Toilettenkabinen im großen Gebäude am Eingang mittlerweile wieder abschließen und auch dafür gibt es einen Riesendaumen nach oben!

Genauso wie ein Riesenlike für das Kinderprogramm, die Kunstausstellung, die Ordnung und Sauberkeit auf dem Gelände und das Programm der Theaterschule. Ich selbst habe es nicht gesehen,  mir wurde berichtet, dass ich was verpasst habe.

Was ich nicht verpasst habe, war das Musikprogramm am Sonntag. Darüber, lest ihr aber erst morgen mehr.

Weil`s Rockt 2018- Gigbericht

Viel zu lange hat es gedauert, jetzt aber. Am letzten Samstag, den 26.05.2018 hat das zweite „Weil`s Rockt“ endlich die Festivalsaison eingeläutet.

Die erste Band „Out of plan“ hab ich direkt verpasst. Grund dafür war, dass ich den Kirberg auf der anderen Weil-Seite in Erinnerung hatte. Ein Hoch auf meine Orientierung. Das Festival war dann ausgeschildert, allerdings könnte diese Beschilderung in Zukunft etwas deutlicher sein, so dass ich nicht an jeder Abzweigung die Schilder suchen muss.

Dann sind wir aber doch noch angekommen und nachdem wir uns den Berg hochgequält haben, kam beim Einlass das organisatorische Highlight des Tages: Am Eingang gab es Taschenkontrollen. Ja, das ist manchmal etwas lästig, aber in der Regel doch gut und verständlich. Etwas weniger verständlich, fand ich jedoch die Kriterien, was man nun mit aufs Gelände nehmen darf und was nicht. Deo? Kein Problem, kann mitgenommen werden. Eine Schale Brombeeren, direkt aus dem Supermarkt? Verboten. Ernsthaft? Das kann, will und muss ich nicht verstehen.

Aber okay. Erstmal zum Wichtigsten. Der Musik.

Die erste Band die ich gesehen hab, waren „Wait for June“. Die machen folkig angehauchte Rockmusik, bei dem auch ab und zu eine Mandoline zum Einsatz kommt. Das war zwar jetzt keine Partymucke, muß es aber auch um die Uhrzeit nicht sein und technisch gab es da auch nix zu meckern.

Danach waren „Sidibeat“ an der Reihe und damit der Erste von zwei regionalen Höhepunkten. Eric und Malick waren richtig gut drauf und übertrugen diese positive Grundstimmung auch aufs Publikum. Nach dem ersten Song sangen wir dem Malick ein Geburtstagsständchen, was ihn irgendwie total gerührt hat. „Sidibeat“ selbst machen eine ganz eigene Sache. Irgendwo zwischen Rap und Reggae, Akustik und Beatbox und auf jeden Fall immer fantastisch mit ganz viel Herzblut. Das Ganze klappt am allerbesten im Sonnenschein und davon gab es ja mehr als genug. Sprich: Tiptop Performance mit neuen Songs. Mal ernste, mal weniger ernste Themen. Runde Sache. Der Eine oder andere Gassenhauer hat zwar gefehlt, aber wenn man nur begrenzt Zeit hat, muss man halt selektieren.

„Capulco“ fand ich persönlich ziemlich geil. Die Jungs machten einfach gute Laune Punk und haben mir gefallen… allerdings klang es manchmal etwas… eigenartig? Tatsächlich glaub ich, dass es diesmal an dem Mischer lag, der sonst einen ziemlich ordentlichen Job gemacht hat. Ich glaub ich muss mir „Capulco“ noch einmal woanders anschauen um mir eine abschließende Meinung bilden zu können.

Als fünfte Band des Tages durften die Frankfuter „V.E.R.S.U.S.“ das Weil`s Rockt Publikum beglücken. Die Deutschrocker, die kurz vor dem Release ihres ersten Albums stehen, konnten mit einer Menge Spielfreude und meist intelligenten Texten ordentlich bei mir punkten. Unabhängig davon, ob man die „Onkelz“ jetzt mag oder nicht, aber wenn man ein Jahr nach Gründung die „G.O.N.D.“ eröffnen darf, dann hat man offenbar was ziemlich richtig gemacht. Ich könnte mir vorstellen, dass man von „V.E.R.S.U.S.“ noch so einiges hören wird.

Was „Dayout“ für Musik machen, kann ich nur schwer definieren, aber ich würde sagen Oberbegriff Punkrock. Ich fands recht unspektakulär, nix besonderes… Ein Hauch besser machten es die kleinen Coverausflüge zu Songs wie „Beat it“, aber auch das hat nicht ausgereicht die Band vor ihrer Belanglosigkeit zu rettten. Klingt gerade ein bisschen böse, ist aber ja auch nur meine persönliche Meinung und Geschmäcker sind zum Glück verschieden.

Den absoluten Tiefpunkt des Festivals, stellte für mich „Das Actionteam“ dar. Musikalisch war es ganz okay, aber die Texte waren dermaßen dumm, dass ich nicht einmal darüber schmunzeln konnte. Tatsächlich waren die Kerle in Rennfahreranzügen und mit Helmen die Ersten, die so richtig Bewegung vor der Bühne auslösten, aber auf Nachfrage gab einer der Feierwütigen zu, dass es wohl eher an seinem Alkoholpegel lag als an der Tatsache, dass er sie richtig gut fand. Ich persönlich hätte es auch einfach besser gefunden, wenn das „Helm-Rennfaher-Anzug-Konzept“ konsequenter umgesetzt worden wäre und nicht nur von Teilen der Band.

Nicht schön saufen musste man sich den Headliner. Die Weilmünsterer „Visions Only“ konnten ihre Karten (Headliner Status plus Heimvorteil) komplett ausspielen und zockten ein grandioses Konzert: Von alten bis neuen Songs, über Tote Hosen Cover (Bis zum bitteren Ende und Opel Gang)… von vorne bis hinten alles richtig gemacht. Zeitweise wäre es fast zu einer Prügelei gekommen, aber das konnte Oberpädagoge Chris mit Gratis CD`s deeskalieren (das klingt saudumm, aber ist echt genau so passiert). Nach dem Konzert war der Wunsch nach Zugaben so groß, dass die Jungs doch noch einmal auf die Bühne zurück kehrten und „Story about the past“ und „Choke the flame“ einfach nochmal spielten. Das Publikum hätte gerne noch mehr gehabt, aber die Veranstaltung endete offiziell um 24 Uhr und die Zeit war bereits überschritten.

Ich freue mich jedes Jahr aufs Neue darüber, dass „Visions Only“ auf dem Tells Bells spielen, aber es war saugeil, sie mal wieder woanders und zu einer richtig geilen Uhrzeit zu sehen. Richtig fette Party!

Ja, Weil`s rockt. Perfektes Wetter, günstige Preise, liebevolle Organisation… Es läuft. Das alkoholfreie Koblenzer schmeckt immer noch grauenhaft und mancher hätte sich über ein vegetarisches Essensangebot neben Pommes gefreut…aber an und für sich wars doch wieder superschön im Marktflecken. Ganz großes Lob meinerseits auch für die Ausmerzung des größten Fehlers im letzten Jahr: Die Bandreihenfolge hat deutlich mehr Sinn gemacht und es gab zwischen Metal und Partyrock keine Akustik Band:-)

Ein wirklich schönes Projekt, was auch nächstes Jahr weiter geführt werden soll und wenns nach mir geht: Ich bin dabei!

Mobilization- Mobilization (CD Review)

Vor knapp 2 Wochen bekam ich eine Facebook Nachricht von einem Matthias aus dem Westerwald. Dieser berichtete mir, er sei Mitglied einer Band und  er würde sich freuen, wenn ich mal ihr Album rezensieren würde. Auf Anfrage mach ich das erstaunlich selten, aber da mir angeboten wurde, dass ich ein physisches Exemplar haben könnte, habe ich halt eingewilligt. Wenige Tage später hatte ich tatsächlich Post und mir gedacht… ich höre es mir mal an.

Seit diesem Tag, höre ich kaum mehr etwas Anderes. Man nehme eine kleine Prise Metal, eine sehr gute Prise Hardcore und eine sehr extrem gute Prise Punkrock und was dabei herauskommt ist „Mobilization“. Die Jungs sind voller Energie, klingen sehr professionell und haben eine dermaßen fette Produktion am Start, dass man laut genug das Gefühl hat es knallt einem die Ohren weg. Dabei klingen sie extrem international, haben Ohrwurmfaktor hoch 10 und viele kleine Spielereien. Immer wieder samplen sie kleine Zitate, Interviewausschnitte und sonstiges rein.

Schon der Opener „Goebbels Descendents“ beinhaltet alles was die CD ausmacht. Wut, Aggression, Shouts, eingestreute Sing-alongs, eine großes politisches Thema (hier:Die Verharmlosung des 3. Reichs) und endet mit Parolen von „besorgten Bürgern“ und einer Kundgebung eines AfD Mitglieds (Höcke?).

Die ganze CD ist ein Protestschrei und ein politisches Statement folgt dem Nächsten. Songtitel wie „War Tales“, „21st Century Society“ und „March of the Heartless“ unterstreichen das Ganze.

Wenn man hört wie die Jungs klingen und sich dann das Bandfoto ansieht wie unglaublich jung sie wirken, ist es der Hammer. Wenn diese Band es schafft, all die Emotionen und Songs so auch auf der Bühne rüberzubringen, empfehlen sie sich für die großen Hardcore Festivals der Republik. Ich weiß ja nicht ob die Kerle sich fürs „Tells Bells“ beworben haben, aber eine Stimme in meinem Kopf brüllt mich unweigerlich an, dass „Mobilization“ genau da ihren Grundstein für eine richtige Karriere legen könnten.

Anspieltipps neben dem Opener, sind für mich das perfekt abgestimmte „I want my life back“ und der Track „Cock-O-Rama“, der nicht nur unscheinbar anfängt um zu einem der schnellsten Songs des Albums zu mutieren…nein! Auch wegen dem großartigen Wortspiel im Namen.

Negatives:

Dafür muss man in den Krümeln suchen. Ok, ihre Meinung zur Religion deckt sich nicht mit meiner, aber das ist ja Ansichtssache. Viele Songs enthalten einen ruhigen Mittelteil um danach zu einem fetten Höhepunkt zu kommen. Das ist mal ganz cool, aber spätestens nach dem 2. Mal ist das nicht nur unspektakülar, es besteht auch die Gefahr sich zu wiederholen. Die Kurve kriegen die Westerwälder zwar, aber sollte auf der nächsten Veröffentlichung nicht unbedingt wieder so sein.

Ansonsten: „Mobilization“ hauen hier ein technisch großartiges Werk raus. Abwechslungsreich und interessant. Und: Sie haben was zu sagen. Spiegelt sich auch darin wieder, dass zu dem einen oder anderen abgedruckten Songtext im Booklet noch ein paar erklärende Worte geschrieben wurden. Alles in Allem: Eine echte Granate. Gut zum Abreagieren, gut zum Feiern…und daher absolut UNEINGESCHRÄNKTE KAUFEMPFEHLUNG!

Und jetzt hoffe ich „Mobilization“ bald mal live zu sehen.

Schoppeklopper Wertung:

10/10

Schoppeklopper Party Volume 9 am 25.11.2017 FAQ und Info`s

Schoppeklopper Party Volume 9 Zeitplan:

19:00- 20:00 Uhr: Einlass, erste Getränke konsumieren

20:00- 20:30 Uhr: 4 Zimmer Küche Bad (pre-show act)

20:45- 21:30 Uhr: Limbo Louis & the Ladyboiz

21:45- 22:30 Uhr: Deceiver

23:00- 23:45 Uhr: Bouncing Bettys

00:00- 01:00 Uhr: Battle X

 

Tombola vor Bouncing Bettys. Los also nur bis ca. 22:15 Uhr!!!

Moderation von mir persönlich xD

 

Wie sieht es mit dem Jugendschutz aus?

Es gelten die gesetzlichen Bestimmungen.

Wie komme ich am Besten hin?

Ins Kanapee am Besten mit dem Auto: Im Navi “Spielmannstrasse” eingeben…Parkmöglichkeiten gibt es massenweise(Aber vorsichtig, dass ihr keine Einfahrten blockiert, die Leute werden da ganz schnell pissig). Vorsicht! Fieser Blitzer! Auch mit dem Zug kann man Weilburg (RMV Gebiet) gut erreichen und dann müsst ihr bergauf laufen. Falls ihr Passanten fragen wollt, fragt nach dem Krankenhaus.

Was hat das mit der Tombola auf sich?

Jeder Besucher nimmt automatisch an einer kostenlosen Tombola teil. Euer Los bekommt ihr am Eingang. Zu gewinnen gibt es Bandmerch, Sexspielzeug und andere lustige Dinge.

Wie ist es mit den Getränkepreisen?

Günstige Kneipenpreise. Für die Bewirtung ist das Kanapee zuständig. Das Hausrecht ist geteilt. Heißt: Wir sind berechtigt störende Personen von der Party zu verweisen, das Kanapee Team ebenfalls.

Muss ich noch was wissen?

JA! Erster Punkt: Die Party findet drinnen statt und nicht draußen. Wenn ihr mal frische Luft schnappen wollt ist das okay, aber vermeidet bitte riesige Menschenansammlungen vor dem Kanapee. Bitte lasst außerdem die Gläser drinnen und eigene Getränke zuhause!

Die Musik der Schoppeklopper Partys ist GEMA frei, weil die auftretenden Künstler eigenes Material zocken. Wer auf Coverrock steht, ist bei uns leider an der falschen Adresse.

Für Hörschaden und sonstige Unfälle/Gesundheitsbeeinträchtigungen wird nicht gehaftet und ihr seit auf eigene Gefahr dort.

 

Haustiere daheim lassen, für Garderobe keine Haftung!

 

Ich hoffe, das nun alle Unklarheiten beseitigt sind…wenn nicht schreibt mir auf unser Facebook Fanseite www.facebook.com/schoppeklopper  Falls noch nicht geschehen: Bitte liked uns! Im Event findet ihr einzelne, ausführliche Bandvorstellungen der Acts mit Hörproben. Wir freuen uns wie Bolle auf den Abend und ich hoffe auf zahlreiches Erscheinen. Ihr werdet es nicht bereuen!

BATTLE X- BOILER- PRECIPITATION Live im Second Home- Bericht

Gestern hat es mich mal wieder nach Runkel-Ennerich verschlagen. Wohin? Ja zur lieben Anja in den Kultschuppen „Second Home“. Was soll man sonst in Ennerich? Stimmt. Es war Kirmes… Und das zur Freude aller Heavy Metal Fans der Region, denn das bedeutet gleichzeitig, dass der Lärmschutz an Bedeutung verliert und so zumindest einmal im Jahr ein Konzert in normaler Länge stattfinden darf und so gab es gleich von drei Bands ordentlich auf die Fresse.

Den Anfang machten „Precipitation“ die nicht nur voll auf die Fresse können, sondern auch melodisch. Die noch ziemlich jung wirkende Band riss sich den Arsch auf um die Leute zu unterhalten und das klappte extrem gut. Wie gesagt: durch das breite Spektrum zu dem die Band fähig ist, war es eine sehr kurzweilige Angelegenheit. Mich persönlich flasht es immer ziemlich, wenn ein Sänger einigermaßen gut singen kann, aber auch Shouts erstklassig hinbekommt. Da müssen sich auch „Precipitation“ nix vorwerfen lassen und von daher: Beide Daumen hoch für einen super Start in einen grandiosen Abend!

Auch die Jungs von „Boiler“ hatten richtig Bock und machten Party ohne Ende. Auf der Setlist standen Songs wie „Wahn“, „Stoner“, „Wutausbruch“ und andere Leckerbissen, so dass die Songauswahl um Längen besser als auf dem „Weil`s Rockt“ war. Sänger Bull Eric rammte wie ein Bulldozer ins Publikum, inszenierte eine Polonaise (nicht Bolognese, die gibts auf die Nudeln) und wurde zurecht frenetisch abgefeiert. Auch der neue Song „Geiztanz“ ist echt geil geworden und die Kerle konnten ihren Heimvorteil extremst ausnutzen, was in einem Circle Pit seine Krönung fand. Richtig viel Spaß hat es gemacht, um genauer zu sein, war es eine der besten „Boiler“ Shows, die ich je gesehen hab.

Als letzte Band durften (wie es auch übrigens bei der nächsten Schoppeklopper Party am 25.11. 2017 der Fall sein wird) die Melodic- Thrasher von „Battle X“ ran und alter Falter! Die haben einen dermaßen geilen Auftritt gerissen, ich kann es kaum in Worte fassen. Hochmotivierte Musiker, alte Hits wie „Sheer Anger“ und ein fantastisches neues Werk namens „Syrian Blood“ machten diesen Gig zu einem Nackenbrecher und Fest der Oberklasse. Ich freu mich, euch dieses Jahr im Kanapee begrüßen zu dürfen.

Im Anschluss bedankte sich Anja noch für die vielen Geburtstagswünsche, stellte noch einmal klar, dass  im Second Menschen aller Hautfarben und Nationalitäten willkommen sind, egal was auf sozialen Netzwerken so gepostet wird, freute sich über die große Resonanz und dankte den 3 Bands für einen großartigen Konzertabend und was soll man sagen? Wo sie Recht hat, hat sie Recht. War wirklich richtig großes Kino!