SK-FANZINE - Schoppeklopper

Seepogo#8 -Bericht

Seien wir mal ehrlich… Allzu viele Gründe gibt es jetzt nicht wirklich nach Selters-Münster zu fahren…Aber wenn hier auf der Seite der beschauliche Ort erwähnt wird, kann das nur eins heißen: Es war endlich wieder Seepogo!

Schon das Warm-Up am Freitag hatte einiges zu bieten: Neben hessisch-kulinarischen Genüssen und frisch gegrillten Gaumenfreuden, gab es schon erste musikalische Leckerbissen: Die Frankfurter von „The Rollin Racketeers“ heizten den Besuchern mit einer ordentlichen Rock’n’Roll Party ein, bevor die heimische Größe „RoadRage“ wie immer voll überzeugen konnte und „Kuck ma ich“ mit ihrem interessanten Soundmix den Abend fulminant beendeten. Also kurz gesagt, da ich von vielen gehört habe sie gehen nicht aufs Warm-Up, weil sie nicht wissen ob es sich lohnt: Seepogo Warm-Up lohnt sich!

Aber nun zum eigentlichen Festival: Samstag ging es los mit „Mobilization“. Diese sind eine Punkrock Band aus dem Westerwald, die verschiede Einflüsse miteinander verbindet und aggressiv, politisch, kritisch voll geradeaus geht. Nachdem ich letztes Jahr ihr Album (Hammerbrett!) reviewed hab, war ich wenig überzeugt, dass sie das auch live umsetzen können. Damit hatte ich zwar recht, heißt aber nicht, dass es irgendetwas an dem Auftritt zu meckern gibt. Nein: Egal ob auf CD oder Live: „Mobilization“ ist eine megageile Truppe! Live und auf CD…Nur eben anders.

Egal ob auf Aufnahmen oder Live… Immer gleich geil sind auch unsere Buddies von „Bronson A.D.“ , die mit dem gleichen Anfang wie beim „Weil’s Rockt“ sofort voll auf die 12 gingen… Trotz den technischen Problemen, trotz dem interessanten Klang der Bassdrum.. Mega geiler Gig. Auch wenn ich immer noch nicht glaube, dass der Bartlose Typ am Mikro wirklich der Björn war.

Bartlos ist der Muddy von „Visions Only“ nun wirklich nicht mehr.  Aber dafür waren die so kreativ abgemischt, dass rechts vor der Bühne der Britt (Background Gesang!) lauter war, als der Muddy. Also ohne Witz: wenn mir jemand erzählen will, ihm sei das nicht aufgefallen, sollte er schleunigst mal einen Akkustiker Termin ausmachen. Aber: Nach einem Hinweis eines Musiksachverständigen (mir!) wurd es über weite Strecken besser und der „Visions Only“ Auftritt, nicht zuletzt Dank der fantastischen Setlist, zu einem der Besten in den letzten Jahren. Hat mal wieder echt Spaß gemacht.

Ich bin ja mittlerweile so professionell geworden, mit Notizen zu machen und zu „Grindhouse“ steht: „So großartig wie der Bauchumfang des Sängers.“ Die drei kreativ kostümierten, beziehungsweise leicht bekleideten (der Sänger) Musiker machen, wie mir erklärt wurde, „dreckigen Rock für alte, dicke Männer“. Kein Wunder dass ich’s also richtig geil fand.

Das “ Faintest Idea“ eine Skaband sind, wusste ich vorher nicht. Umso schöner war die Überraschung dann. Mal gut gelaunt, mal eher kritisch. Auf jeden Fall ordentlich tanzbar, unterhaltsam und abwechslungsreich. Ich liebe Ska, wenn er gut gespielt wird. Also alles richtig gemacht.

„Ducking Punches“ kamen beim Publikum sehr gut an. Spaßiger gute Laune Rock am See. Das Rad wird damit nicht neu erfunden, aber solange es rollt, funktioniert es ja. Auch ein Blick in die Notizen schadet hier nicht: „Der Bassist passt optisch auch gut zu einer Power Metal Band.“ Klasse, welche Details ich mir da aufgeschrieben habe.

„Smoke or Fire“ kannten gefühlt mal wieder alle außer mir. Schade eigentlich, denn nach der Performance werd ich das Gefühl nicht los, die letzten Jahre was verpasst zu haben. Sehr energiegeladener Auftritt, überzeugend ab der ersten Sekunde und mit ordentlich Mitgröhl- und Singpotential. Klingt nicht nur klasse, sondern auch sehr international.

„Get Dead“, eine Punkband aus Sam Francisco, hab ich nicht gesehen. Also hab ich mir die denkbar objektivste Person rausgesucht um zu fragen wie es war: Einen der Veranstalter. Der gab sich zurückhaltend und analysierte: “ Sau geil. Einfach ne saugeile Band. So gut abgemischt wie keine Andere die wir je hatten. So geil. Mehr kann man nicht sagen.“

Der Orden für den bisher geilsten Auftritt meines Festival Sommers geht ohne jeden Zweifel an die Legende „CJ Ramone“ . Mit über 50 Jahren noch so abzugehen, ist nicht selbstverständlich. Weit mehr als die Hälfte des Materials (Ja Marv, wirklich!), waren alte „Ramonesl Songs wie „I wanna be sedated“ , „Rockaway Beach“ , „Bonzo goes to Bitburg“, “ Blitzkrieg Bop“ und viele weitere.  7 Jahre Bassist der legendären „Ramones“ zu sein,  hinterlässt Suppen auch im Songwriting und so klingen auch die Songs seines brandaktuellen Albums „the hoy spell“, wie Kracher aus den 70ern. Ganz ganz ganz großes Kino. Nur schade, dass es keine Zugabe gab.

Die 2019er Ausgabe des „Seepogo“ , beendeten die (ebenfalls) legendären Schweden Skatepunker von „No Fun at all“ mit einer soliden Performance. Ein würdiger Abschluss.

Was es noch zum Seepogo zu sagen gibt: Ich erwähne ja jedes Jahr, dass das Seepogo auch deshalb eines der schönsten heimischen Festivals ist, weil es jedes Jahr besser wird. Die Idee den Weg zum Parkplatz zu beleuchten, ist super und hat auch freitags wunderbar funktioniert. Samstag war dann leider das Aggregat leer und zur Mitte von „No fun at all“ stockfinster. Aber ganz ehrlich: ich geb n Scheiß drauf! Mega tolles Festival, grandiose Bandauswahl, Jahr für Jahr die tolle Atmosphäre, das familiäre Gefühl, die Arbeit und der Fleiß den die Menschen reinvestieren nur weil sie Bock drauf haben. Liebes Seepogo Team, ihr verkörpert ALLES, was wir bei der Gründung vom SK Fanzine honorieren wollten. Danke dafür und danke für da wohl beste Festival was ich diese Jahr besucht haben werde. Bin gespannt was ihr uns nächstes Jahr zaubert. Ich bin dabei!

 

Kalkwerk Festival 2019 Sonntag- Bericht

Entschuldigung, hab ja gesagt es dauert etwas. Das Wetter hat meine Rübe gebrutzelt. Aber nicht lang schnacken: Kalkwerk Sonntag.

Der ging für mich mit den „Raemones“ los. Und jetzt ratet mal welche Band die Covern? Kleiner Tipp: Jimi Hendrix isses nicht. Und das obwohl „Electric Davyboy“ David Barfuss auch hier mal wieder Frontmann ist. Unterstützt von seinen Söhnen gab’s alle Klassiker zu hören: „Rock’n“ Roll Highscore“, „Sheena is a punkrocker“ und und und. Beste Aussage des Sonntags: „Nee, der Mann hat uns NICHT entführt, ist wirklich unser Papa.“ Ich bin ja kein Cover Freund, aber es hat mich schwer beeindruckt. Und ja: Hat Spaß gemacht.

Mein Highlight am Sonntag sind die Jungs und das Mädel von „Drunken Perspective“ gewesen. In der Vorwoche im „Second Home“ in Ennerich haben sie mich zum Fan gemacht. Im Kalkwerk haben sie mich umgehauen. Der Auftritt war sowas von Over the Top… Gute Laune, Spielfreude, schicke Ansagen, Mega Songwriting, geile Stimmung, Pogo vor der Bühne…auch wenn das „Deceiver“ Cover trotz Unterstützung von Simon und Daniel nicht perfekt lief…am Ende war’s das was es sein sollte. Geiler Punk, geile Performance und voll aufn Sack. Meine Neunentdeckung 2019 bei ihrem dritten Gig. Ich will mehr!!!

„Eve’s Temptation“ waren exakt wie letztes Jahr: ruhig, entspannt, gut. Genau das Richtige zur denkbar passendsten Zeit.

„Indicate“ spielen grungigen Garagenrock und wissen ihre Instrumente zu bedienen. Neben geilem Gesang und fetten Gitarren ist es schon deswegen geil, weil’s das in unserer Region sonst nicht gibt. Monopol halt.

In der Umbaupause gab es das obligatorische Proberaumkonzert von „Driven“ . Sehr gut. Aber widerlich warm.

Auch für fetten Rap ist das Kalkwerk eine gute Adresse. Dies bewies wieder einmal „Hustlenutz“ Legende „Polyone“ der zusammen mit „Ernst Zwo“ dessen kürzlich erschienenes Werk „Der Ernstgeborene“ feierte. Gegenseitige Back Up Unterstützung, mehrere gefeaturte Top Tracks wie „Silent Home“ oder „Ghetto und Gesetz“ und ein ganz besonderer Gast auf der Bühne. Wer da war, weiß Bescheid.

„Deceiver“ sind verlässlich: immer straight, immer professionell, immer überzeugend. Ganz anders der Sound von den Vocals. Den fand ich jetzt mal null überzeugend und das hat nix mit dem Gesangstil vom Daniel zu tun gehabt. Echt blöd gelaufen. Ansonsten: Mir kam es ein bisschen so vor, als ob die neuen Songs sich sehr ähneln. Man will mich eines besseren belehren und da die Jungs einfach top sind, warte ich jetzt mal aufs Album, um mich doch vom Gegenteil überzeugen zu lassen.

„4 Zimmer Küche Bad“ haben, wie auch schon zuvor „Deceiver“, großen Zuspruch aus dem Publikum erhalten. Natürlich wie immer verdient. Getanze auf der Bühne, getanze vor der Bühne und endlich wieder mit dem „Best of the Best“ Olli am Bass. Das „Strobocop“ Cover war extrem geil und ich bin der Meinung, dass die das ernsthaft im Programm lassen sollten.

Apropos „Strobocop“: Als letzte Kalkwerk Band des diesjährigen Festivals war deren Show ein totaler Abriss. Mit Gastsängern von „Bloodspot“, den legendären „Gadaffi Duck“ und vielen Weiteren krönten sie den heimischen Anteil des letzten Tages.

Der Headliner…tja. Als letzte Band vor einem Feiertag und nach den bombastischen „Strobocop“ auftreten zu dürfen ist ein extrem dankbarer Job. Aber ohne die Energie, die Animationen und die Musik die „Che Sudaka“ rüberbrachten, wäre der Abend nicht so perfekt ausgeklungen wie es war. Wie gesagt: treibende Latino Rhythmen irgendwo zwischen Ska und Folk, unerreichbarer Publikumskontakt…das war richtig, richtig geil. „We connnect with your heart und Soul“ haben sie gesagt. Und was soll ich sagen? Jap, stimmt.

Und das war’s dann für dieses Jahr vom Kalkwerk Festival. Das größte Lob gebührt diesmal auf jeden Fall den Bookern der Headliner, die dieses Jahr nicht besser hätten sein können. Und das größte Dankeschön gebührt natürlich allen Kalkwerkern für ihre Musik, ihre Standdienste und dem Herzblut, die dieses Festival Jahr für Jahr zu einem Riesenhighlight machen. Danke für alles…

…und nächstes Jahr mehr Suppe kochen. Sonntag am frühen Abend ausverkauft. Ich hätte fast geweint!!!

 

 

 

Kalkwerk Festival 2019- Samstag Bericht

Wir haben Pfingstmontag, Ortszeit 22:29 Uhr und es ist mal wieder vorbei…gestern ging die 2019er Ausgabe des Kalkwerk Festivals zu Ende. Was bleibt ist wie immer eine Träne im Knopfloch, da es jetzt wieder ein Jahr dauert, bis es wieder soweit ist. Was aber auch bleibt, ist ein Strauß schöner Erinnerungen, die ich gern mit euch teilen mag.

Der Preis ist unschlagbar, die Essens und Getränkepreise sowieso, das Variete am Freitag war fantastisch, das Essen natürlich auch wieder extrem lecker… Also alles wie immer, bewährt und gut. Und die Bands? Tja, schauen wir mal:

„Stay focused“ hab ich größtenteils leider verpasst. Leider? Ja. Weil die letzten zwei Songs hab ich immerhin gehört und dabei festgestellt: es gibt in der Gegend kaum eine Band, die sich so stetig weiterentwickelt und verbessert wie „Stay focused“. Hätte ich gerne mehr gehört…

Anschließend waren “ M.I.N.D.“ an der Reihe. Das ist wieder so eine Band, mit der ich so ein bisschen Probleme habe, da sie meinen Geschmack insgesamt nicht so treffen. Man merkt ihnen an, dass sie professionelle Musiker sind. Man merkt, dass die Songs so konzipiert sind, dass die Musik die Stimme der Sängerin in den Vordergrund rückt (völlig zurecht, die Stimme ist Bombe!). Leider war die Performance ziemlich unspektakulär, die Bühnenpräsenz eher niedrig und das ist jammerschade. Mit ein bisschen mehr Bewegung wäre es nämlich echt super gewesen.

„Cruel Division“ sind ein ganz anderes Kaliber als „M.I.N.D.“. Ihre Bühnenpräsenz ist enorm, ihre Musik brachial und voll auf die 12. Die Stimme war mir persönlich zu laut gemischt, aber sonst gibt’s für die Fans ihrer Musik nichts zu meckern, dementsprechend groß war auch das Publikumsinteresse.

Die Kalkwerk Legende schlechthin sind nicht etwa “ London“ , sondern vielmehr „Paris“. Gute Musik, solide Show… Verdiente Legende eben.

„Strictly Mint“ lassen sich am Besten in Adjektiven beschreiben: Sphärisch, melancholisch und minzig kühl… Und sorry, der Kalauer musste sein. Top Sängerin, Musiklegende Mark Pfurtscheller und beliebte Songs in neuem Gewand. Qualitativ ganz weit oben und selbst wenn es anders wäre, würde ich mich nie trauen das zu schreiben. 🙂

Wieder deutlich härter wurde es wie gewohnt mit „Kaocide“. Auch an deren Show gibt es rein nichts auszusetzen. Hervorzuheben, wäre das im Rahmen der schönen “ Kalkwerk Bands covern Kalkwerk Bands‘ Aktion entstandene Feature mit „Poly One“ und „Ernst Zwo“. Die daraus entstandene Metal Version von „Zwischen Ghetto und Gesetz“ knallt ohne Ende und gehört in meinen Augen unbedingt noch recorded. Also. Macht mal 😉

Zu „Boiler“ brauch ich nicht viel zu sagen. Klasse Setlist, guter neuer Bassist und 100 Prozent Bock. Im Rahmen der eben erwähnten Aktion vergingen sich die Jungs am „Bubonix“ mega Hit „Vollgas“, der in der Version jetzt endlich auch meiner Verlobten gefällt…Ab dafür!

„Bloodspot“ sind und bleiben die heftigste und stärkste Metalband des Kalkwerks. Destruktive Emotionen konstruktiv verpackt, mit Energie nach Vorne und Abriss. Sau geil. Ihr Song „Public Porn“ funktioniert mit „Boiler’s“ Eric an den Co-Vocals hervorragend.

In eine ganz andere Kerbe schlagen die Synthie Pop-Spezialisten von „Girlpolice“. Letztes Jahr wurden mir nur positive Sachen berichet, “ Pink Milk“ auf dem Kalkwerk Sampler hab ich kaputt gehört und jetzt hab ich sie endlich live gesehen. Das es darum geht Liebe zu verbreiten, haben sie oft erwähnt. Dass sie total verstrahlt rüberkommen sage ich. Aber: tanzende Menschen, Ausstrahlung, Charisma, Show, Songs… Alles einfach zu 100 Prozent Hammer. Mein erstes Highlight beim Kalkwerk Festival ist Musik, wie ich sie noch nie zuvor gehört habe.

Zum Samstag Headliner könnte ich soviel sagen, dass es den Rahmen sprengt. Ich fasse mich kurz: Das „Berlin Boom Orchestra“ war von all den fetten Headliner der letzten Jahre mit Abstand der Allerfetteste!!! Mega Texte, klasse Performance, chillige Reaggae Beats, guter Publikumskontakt, super Animationen, sehr viel Spaß und Witz und das Herz an der richtigen Stelle. Das war einfach mega legendär und es tut mir sau leid, dass ich euch von den Jungs kein Video einbauen kann, da der Bass mein Handy überrollt hat. Aber das hätte man ohnehin selbst erleben müssen.

Was noch zu erwähnen ist, ist die großartige Bilderausstellungen mit mega viel Emotion und die „Sammelzwerge“ (passender Begriff von Franzi). Also die Kids, die so fleißig Becherpfand für ein neues Bühnendach gesammelt haben, dass es mit 125 am Stück ein kleines Revival der Becherschlange im letzten Jahr gab.

Aber das war nicht alles, schließlich gibt’s ja auch noch den Sonntag…der hoffentlich zeitnah folgt.

 

Weil’s Rockt 2019- Bericht

Na endlich! Die Open Air Saison 2019 hat begonnen. Die erste Adresse war, wie auch in den vergangenen zwei Jahren, Weilmünster wo hoch oben auf dem Kirberg das 3. „Weil’s Rockt“ Musikfestival stattfand. Organisatorisch gab’s wieder wenig zu bemängeln. Lediglich Koblenzer Bier find ich immer noch grenzwertig… Also gar nicht so schlimm, dass ich fahren musste. Preislich war’s Top. 9€ für 8 Bands…kann man nix sagen. Die Stimmung war gut und friedlich, lediglich Besucher hätten es mehr sein können… aber da kann man der Orga nix vorwerfen. Bands:

„Rotlaut“ hab ich selbst nicht gesehen, aber mir wurde berichtet, dass sie eine verdammt geile Live Band wären.

Das Gleiche trifft auf“ Stay focused“ zu, aber die kennt man ja auch so.

„Out of Plan“ waren nicht das erste Mal beim „Weil’s Rockt“, aber irgendwie hab ich sie ganz anders in Erinnerung gehabt. Dieses Jahr: Texte ok, Musik so naja. Der Gitarrist hat ganz genau auf der Gitarre nachgeschaut was er spielt und der Sänger kann zwar technisch ganz okay singen, nur fand ich seine Stimme nicht besonders angenehm.

Angenehm war natürlich der Auftritt von „4 Zimmer Küche Bad“ bei dem (wie es zu erwarten war) die heutige Europawahl ein zentrales Thema war. Sänger Tilly war bei bester Stimme, der für Bassist Olli eingesprungene Ersatzmann hat den Herr Best ordentlich vertreten und insgesamt war’s ne runde Sache. Die Aktion für eine gratis CD seinen nackten Arsch zu entblößen würde so schnell durchgeführt wie noch nie und da ich direkt hinter ihm stand, musste ich auch ein Stück Hodensack ertragen… Tja. Die Kassierer lassen Grüßen.

„Divide me“ aus Wetzlar kannte ich bisher nicht. Schade eigentlich, denn sie haben mir echt gut gefallen. Irgendwo unspezifisch im Heavy Bereich angesiedelt, haben sie definitiv neue Freunde auf dem Kirberg gefunden. Interessant fand ich dagegen das undefinierbare Durchschnittsalter der Bandmitglieder. Ganz im Ernst: kann es sein, dass der Bassist der Vater vom Gitarrist links vom Publikum aus betrachtet ist? Die Ähnlichkeit hielt sich zwar in Grenzen, aber vom Alter her kommt es hin und die Sonnenbrillen waren schonmal definitiv Partnerlook. Aber egal. Hat auf jeden Fall Spaß gemacht.

Das kann man auch über „Fatzke“ sagen, die ganz spontan für die erkrankte Hip Hop Crew „Perez“ eingesprungen sind. Der Auftritt startete direkt mit „42 Zoll“ und rockte entsprechend weiter. Der Sound war am Anfang ein bisschen komisch, aber das hat sich schnell gebessert und so konnte man die erstklassige Setlist, zusammen gestellt aus dem Besten von früher bis zukünftig, bestens genießen. Die neue Aufteilung der Background und Leadvocals, besonders bei „Nicht allein“ und „Du bist nicht das Volk“, fand ich sehr gelungen und letzteres mal wieder allein mit „Bronson A.D.“s Björn zu hören, fand ich auch klasse.

Für viele der heimliche Headliner waren “ April Art“ aus Gießen. Die Alternative Rocker mit der verdammt hübschen Sängerin haben mich zu Anfang nicht so überzeugt, aber umso länger die gespielt haben, umso geiler fand ich sie. Die eben erwähnte Sängerin ist nämlich nicht nur schön anzusehen…sie hat eine mega krasse und beeindruckende Stimme. Dazu die enorme Spielfreude der männlichen Bandmitglieder und das exzellente Songwriting machten den Auftritt nahezu perfekt. Eine richtig geile Truppe, die ich mir jederzeit gerne wieder ansehen werde.

Headliner waren die Band, die den friedlichen Charakter des Festivals musikalisch ad absurdum führten. Unsere Kumpels von „Bronson A.D.“ kamen während einer Kinderversion von „Maikäfer flieg“ auf die Bühne und starteten von 0 auf 100 in einer Sekunde. Eine Stunde Thashcore vom Allerfeinsten gab’s um die Ohren geballert und machte verdammt viel Spaß. Auch die Befürchtung den Platz leer zu spielen bewahrheitete sich nicht und ohne Zugabe durften die Weilmünster nicht die Bühne verlassen. Hervorzuheben sei noch der enorme Bewegungsdrang vom Gitarristen Hendrik, der die Show noch energetischer machte, als sie ohnehin schon war. Das kann gerne so weiter geführt werden. Ich freu mich schon auf den Auftritt der Jungs beim „Seepogo“, dann bestimmt auch mit dem Song “ Unity“.

Außerdem freue ich mich auf das nächste „Weil’s Rockt“ im Jahr 2020. Und dann aber bitte mit mehr Besuchern. Nicht nur, dass heimliche Festivals und Konzerte sowieso unterstützt gehören, das liebevolle kleine Open Air war ein perfekt gelungener Auftakt für die heimliche Saison. Bin gespannt was diesen Sommer noch auf uns zukommt…

 

Festivals, Festivals, Festivals

Die Bäume grünen, die Blumen blühen, die Vögel vögeln und die Bienen summen. Die Sonne scheint und die Käfer käfern… Ja, es ist Sommer und die heimische Festival-Saison steht unmittelbar bevor und verspricht mal wieder Mega zu werden.

Los gehts schon am Samstag, den 25.05. mit dem kleinen „Weil’s Rockt“ Festival in Weilmünster auf dem Kirberg. Ab 14 Uhr lädt das Team zum 3. Mal zum gemütlichen Feiern ein. Auf der Bühne stehen neben der jungen Hip Hop Combo „Perez“ , die Newcomer von „April Art“ und viele Andere. Die Highlights mit Heimvorteil sind dieses Jahr unsere Lieblings Altherren Immo Rocker von „4 Zimmer Küche Bad“ und als Headliner die Hardcore Thrasher von „Bronson A.D“. Das klingt nicht nur gut, das wirds auch und für 9 Euro Abendkasse kann man eh nich falsch machen.

Auch nix falsch machen kann man beim „Kalkwerk Festival“ 2019, das dieses Jahr vom 07.-09. Juni die Pforten öffnet. Freitag gibt’s wie gewohnt Varieté vom Feinsten und Samstag/Sonntag die volle Breitseite heimischer Talente. Wie jedes Jahr freue ich mich mega auf gute Musik, nette Menschen und lecker Essen. Auswärtige Headliner sind am Samstag das „Berlin Boom Orchester“ was mit gutem Reggae überzeugen will und am Sonntag die Spanier „Che Sudaka“ , die viele Stile mixen.

Damit springen wir in den Juli zum besten Line Up, was dieses Jahr ansteht. Nach einem Mega „Seepogo“ 2018 hauen die Jungs ein Billing raus, was sich gewaschen hat. Am 20.07. am Lago Alfred stehen für euch auf der Bühne: „Mobilisation“ , „Bronson A.D“ , „Visions Only“ , „Grindhouse“ ,“Faintest Idea“, „Ducking Punches“ , „Smoke or fire“ , „Get dead“ und als Headliner die Musiklegende „C.J. Ramone“ mit neuem Album im Gepäck und die überragende Skatepunk Legende „No fun at all“. Wer das verpasst ist selber Schuld.

Aber auch das Tells Bells hat dieses Jahr ein paar Bonbons im Gepäck. Neben den üblichen Hardcore Helden, stehen auch die genialen „Rogers“ auf der Bühne, deren Song „Mittelfinger für immer“ mir momentan täglich den Tag versüßt. Außerdem freuen wir uns auf die „Satanic Surfers“ und die unfassbaren „Less than Jake“ , die ich nach vielen missglückten Versuchen diesmal hoffentlich endlich mal live sehen werde. Neben den obligatorischen „VMZT“ und „Visions Only“ stehen auch unsere Kumpels von „Fatzke“ und „Driven“ auf der Bühne und damit ist also auch die Heimat gut repräsentiert. Die Sause steigt am 09. und 10. August auf der Tells Wiese in Villmar. Das ganze Wochenende kostet euch schmale 22€ bzw. 29 wenn ihr da Campen wollt.

Auch wenn ich dieses Jahr wieder nicht da sein kann, sollte aber auch das „Pell Mell“ Festival in Obererbach nicht unerwähnt bleiben, dass sich einfach immer lohnt. Dieses Jahr unter anderem mit „Rise of the North Star“, “ Fatzke“ und „Caliban“.

So. Ihr seht es wird richtig schick und ich gehe stark davon aus dass man sich hier und da übern Weg läuft. Natürlich gibt’s auch Berichte wie es war. Vom “ Weil’s Rockt“, „Seepogo“ und „Kalkwerk“ garantiert, vom „Tells Bells“ vielleicht und vom „Pell Mell“ leider nicht, es sei denn jemand opfert sich und schreibt. Wenn wer Bock hat, kann er sich gerne auf unserer FB Seite melden:-)

Bis bald!

Euer Mr. Schoppeklopper

Sascha Suizid- Peccos (live)

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