SK-FANZINE - Schoppeklopper

BATTLE X- BOILER- PRECIPITATION Live im Second Home- Bericht

Gestern hat es mich mal wieder nach Runkel-Ennerich verschlagen. Wohin? Ja zur lieben Anja in den Kultschuppen „Second Home“. Was soll man sonst in Ennerich? Stimmt. Es war Kirmes… Und das zur Freude aller Heavy Metal Fans der Region, denn das bedeutet gleichzeitig, dass der Lärmschutz an Bedeutung verliert und so zumindest einmal im Jahr ein Konzert in normaler Länge stattfinden darf und so gab es gleich von drei Bands ordentlich auf die Fresse.

Den Anfang machten „Precipitation“ die nicht nur voll auf die Fresse können, sondern auch melodisch. Die noch ziemlich jung wirkende Band riss sich den Arsch auf um die Leute zu unterhalten und das klappte extrem gut. Wie gesagt: durch das breite Spektrum zu dem die Band fähig ist, war es eine sehr kurzweilige Angelegenheit. Mich persönlich flasht es immer ziemlich, wenn ein Sänger einigermaßen gut singen kann, aber auch Shouts erstklassig hinbekommt. Da müssen sich auch „Precipitation“ nix vorwerfen lassen und von daher: Beide Daumen hoch für einen super Start in einen grandiosen Abend!

Auch die Jungs von „Boiler“ hatten richtig Bock und machten Party ohne Ende. Auf der Setlist standen Songs wie „Wahn“, „Stoner“, „Wutausbruch“ und andere Leckerbissen, so dass die Songauswahl um Längen besser als auf dem „Weil`s Rockt“ war. Sänger Bull Eric rammte wie ein Bulldozer ins Publikum, inszenierte eine Polonaise (nicht Bolognese, die gibts auf die Nudeln) und wurde zurecht frenetisch abgefeiert. Auch der neue Song „Geiztanz“ ist echt geil geworden und die Kerle konnten ihren Heimvorteil extremst ausnutzen, was in einem Circle Pit seine Krönung fand. Richtig viel Spaß hat es gemacht, um genauer zu sein, war es eine der besten „Boiler“ Shows, die ich je gesehen hab.

Als letzte Band durften (wie es auch übrigens bei der nächsten Schoppeklopper Party am 25.11. 2017 der Fall sein wird) die Melodic- Thrasher von „Battle X“ ran und alter Falter! Die haben einen dermaßen geilen Auftritt gerissen, ich kann es kaum in Worte fassen. Hochmotivierte Musiker, alte Hits wie „Sheer Anger“ und ein fantastisches neues Werk namens „Syrian Blood“ machten diesen Gig zu einem Nackenbrecher und Fest der Oberklasse. Ich freu mich, euch dieses Jahr im Kanapee begrüßen zu dürfen.

Im Anschluss bedankte sich Anja noch für die vielen Geburtstagswünsche, stellte noch einmal klar, dass  im Second Menschen aller Hautfarben und Nationalitäten willkommen sind, egal was auf sozialen Netzwerken so gepostet wird, freute sich über die große Resonanz und dankte den 3 Bands für einen großartigen Konzertabend und was soll man sagen? Wo sie Recht hat, hat sie Recht. War wirklich richtig großes Kino!

Affentanz Festival# 1- Bericht

Der Alpine Club/Hochalm im Gewerbegebiet Weilburg- Kubach ist bekannt für Events wie Oktoberfest, Abi Vorfeier und Ähnlichem. Doch vor 2 Jahren verwandelte sich Weilburgs Almhütte in einen Punkrock Palast, als unsere lieben Freunde von „Fatzke“, dort ihr langersehntes erstes Konzert spielten.

Wer sich daran erinnert den verwundert es wohl nicht, dass der Alpine Club auch die Erstwahl bei der Location ist, wenn die Jungs noch einen Schritt weiter gehen wollen und zusammen mit „RoadRage“ und „Beckstage Photography“ ein richtiges Indoor Festival aus dem Boden stampfen. Seit Monaten fleißig beworben, war es am 21.10.2017 endlich so weit: Das erste „Affentanz Festival“ öffnete seine Pforten.

Die Frage die vor den Festival gestellt wurde, ob in Weilburg noch was geht, wurde klar beantwortet:

JA!

Den Anfang machten um 18 Uhr schon vor relativ vielen Zuschauern die lieben Jungs von „Paramagnet“, die ich mir von draußen angehört hab. In bin immer wieder etwas ratlos, was ich über sie schreiben soll. Sie sind immer wieder gut und liefern immer wieder das, was man bestellt. „Punkrock mit Herz“ und das kommt zurecht an.

Weiter geht es mit „Captain Capgrass“. Was die machen hab ich irgendwie nicht ganz kapiert… Mal klang es deutlich nach Hardcore, mal eher nach Punkrock. Ich weiß es beim besten Willen nicht. Was man den Jungs auf jeden Fall attestieren kann, ist eine sehr inbrünstige Live Show und viel Energie auf der Bühne.

„Arrested Denial“ hab ich selbst überhaupt nicht gesehen. Dafür habe ich aber am späteren Abend zwei Mitglieder der fantastischen Funpunk Band „Banana Slugs“ kennen gelernt und diese dabei spontan nach ihren Eindrücken gefragt. Das folgende Zitat ist die Meinung einer einzelnen Person und spiegelt nicht unbedingt meine Meinung oder die des Publikums wieder: „War ganz cool anzuhören, aber nix weltbewegendes. Für die Party ganz gut, aber sonst auch nix.“

Wieder voll da und am Start war ich, als die erste Hälfte der Veranstalter, namentlich „RoadRage“ ihre Show spielten. Das haben sie getan und zwar mehr als überzeugend. Ohne viel Schnickschnack den Auftritt straight durchgezockt, technisch einwandfrei und mit ihrem Oberhit „Drink, Fuck, Fight“ die Hochalm gefühlt halb zerlegt… Was will man mehr?

Auch die zweite Veranstalter Hälfte „Fatzke“ hat solide gerockt. Auf der Setlist standen einige Songs der EP, einige Songs des Albums und die live extrem mächtige B-Seite der „Doch gesehen“ Single namens „Zeichen“. Höhepunkt des Auftritts war, das nach viel zu langer Zeit der Übersong „Meine Welt“ mal wieder mit den Bläsern von „Skameleon“ gespielt wurde. die waren zwar hart laut gemischt, aber trotzdem: Wunderbar!

Zu meckern hab ich an dieser Stelle trotzdem was: Ich fand es ziemlich scheiße, dass sich „RoadRage“ und „Fatzke“ nur jeweils eine halbe Stunde Stagetime gegeben haben. Für mich persönlich wirklich ziemlich enttäuschend und beim nächsten Mal wäre es besser, einfach mal eine Band zu streichen und dann jeweils solide 45 Minuten zu zocken, denn so war es irgendwie schon vorbei, bevor sich das Publikum richtig darauf eingelassen hat.

Als erster Headliner des Abend enterten „P.O. Box“ aus Frankreich die Bühne und auch hier wieder ein Zitat von einem Besucher. Diesmal kann ich es aber zu 100% unterstreichen: „Total geile Band, Musik wie ich sie mag“. Ordentlicher, tanzbarer Ska Punk mit viel Liebe zum Detail, musikalische Top Leistung und damit großartige Stimmung bei den Besuchern. Die Jungs haben verstanden wie es geht.

Zum Abschluss durften die wunderbaren „Jaya the Cat“ aus den Niederlanden ran. Die Headliner, die mich am Pell Mell schon mit ihrer (ebenfalls) tanzbaren Punkrock-Reggae-Ska-Mixtur und oft alkoholgetränkten Texten  geflasht haben…haben es wieder getan. Extrem gut, extrem spaßig und ein würdiger Abschluss für einen wunderbaren Abend.

Fazit:

Was die Roadrage/Fatzke Jungs an diesem Abend gezaubert haben, war der Hammer. 300 Leute sollten es werden, ich bin überzeugt es waren deutlich mehr und es würde mich wundern, wenn auch nur einer von Ihnen behaupten würde nicht auf ihre Kosten gekommen zu sein. Fairer Eintrittspreis, lecker Essen vom „Schliffer“aus Edelsberg, günstige Getränke und 7 Bands, die restlos alles rausgeholt haben was ging. Besser kann man es nicht machen. Und ich persönlich würde mich sehr über noch viele weitere Auflagen des „Affentanz“ freuen. In diesem Sinne: Aufs nächste Mal:-)