SK-FANZINE - Schoppeklopper

Pell Mell 2017- Bericht Freitag

Und wieder einmal, wie jedes Jahr am ersten Septemberwochenende, zog es mich nach Obererbach im tiefen Westerwald zum „Pell Mell Festival“. Zum zwölften Male haben die Veranstalter keine Kosten und Mühen gescheut, ein würdiges Finale der heimischen Festival-Saison auf die Beine zu stellen. Dabei wurde auf Altbewährtes gesetzt und einiges an Verbesserungen umgesetzt. Die Stimmung auf dem schönsten Campground soll wieder richtig gut gewesen sein, so wie man es hier immer gewohnt ist. Das gilt auch für die Party auf dem eigentlichen Festivalgelände am Freitag Abend.

Neben einem guten Essenangebot, bestehend aus der Rockwurschdbud des SV Obererbach, dem Veggiewerk und einem Crepes-/Flammkuchenstand, gab es eine ordentliche Möglichkeit sich bei „Anchorable Clothing“ und „Rocknowl“ neu einzukleiden. Schade fand ich, dass es die Eismanufaktur „Gefrorenes Glück“ trotz Ankündigung auf dem Tells Bells Festival wohl doch nicht geschafft hat, sich auf dem Pell Mell einzufinden, aber wenn es so ist, dann kann man es halt nicht ändern.

Verbesserungen waren erkennbar beim Thema Müllpfand. Der muss nun vorher bei Ticketerwerb schon gezahlt werden, aber dafür wurden die Uhrzeiten der Rückgabe deutlich besser kommuniziert als im Vorjahr. Auch die Toilettensituation hat sich merklich gebessert. Auch wenn es nach wie vor leider keinen Toilettenwagen gibt, so konnte man sich dieses Jahr wenigstens dank eines riesigen Wassertanks endlich anständig die Hände waschen und auch das Desinfektionsmittel stand wieder bereit. Die Dixis wurden immerhin in der Nacht von Freitag auf Samstag gereinigt und es war immer Klopapier vorhanden. Eine echte Verbesserung zu den Vorjahren, auch wenn ich es cool fände, den Handtuchpapier Spender mal zu befüllen;-) Ein großes Lob geht zudem raus an die Security, die gezeigt hat, dass man sich auch mit Freundlichkeit Respekt verschaffen kann. Ein Vorbild für andere Unternehmen.

Aber bei alldem zählt doch ein Punkt der wichtiger ist, als alles andere. Die Musik:

Pünktlich um 16:05 Uhr eröffneten unsere Freunde von „Paramagnet“ das Festival und anders als beim „Seepogo“ hab ich sie diesmal zumindest fast komplett gesehen. Zu sagen gibt es dazu eigentlich nicht viel. Die Jungs machen nach wie vor gute Musik und wissen zu gefallen, nur leider war echt bitter wenig los. Aber auch das ist um die Uhrzeit leider normal.

Als zweite Band standen „Harm/Shelter“ auf der Bühne. Hat mir nicht so gefallen und die Stimme des Shouters ging mir brutal auf den Sack. Ich hoffe einfach, dass dieser einen schlechten Tag hatte, weil gut klingt doch anders. Der Rest der Band hat seinen Job ordentlich gemacht, trotzdem halt nicht mein Geschmack.

Viel besser fand ich „Dreimillionen“ die das Glück hatten, dass sich das Gelände doch so langsam füllt. Gar kein Glück hatten sie bei dem Sound, denn der war so komisch gemischt, dass die Band nur halb so gut abliefern konnte, wie sie Potential hätten. Sehr sehr schade, aber trotzdem sehenswert.

Mein erstes Highlight waren die Metalcore Jungs von „Landmvrks“. Zuvor auf Youtube hat mich eigentlich nur ihr Sum 41 Cover „Fat Lip“ überzeugt, was auch live sehr geil war. Auf der Bühne konnten sie aber auch mit ihren eigenen Songs komplett begeistern und das Publikum hat es ihnen gedankt. Geile Show, sympathische Typen. Besser kann man es nicht machen.

„Polar“ haben mich insgesamt ein wenig an „Harm/Shelter“ erinnert. Immer noch nicht mein Geschmack, aber zumindest ein Shouter mit ordentlich Power in den Stimmbändern. Außerdem war die Band schwer aktiv auf der Bühne, was auch den optischen Genuss deutlich erhöht.

Auf „Jaya the Cat“ hab ich mich tendenziell recht gefreut und was die Holländer um den weißbärtigen Mann geboten haben, war ganz großes Kino. Tanzbare Musik, ne Riesenportion Spielfreude und optimales Songwriting. Extrem geiles Konzert und Vorfreude auf den „Affentanz“ in Weilburg, wo die Kerle im Oktober Headliner sind.

Nach so einem ordentlichen ersten Tag, fehlt natürlich noch ein Headliner und wer eignet sich da besser als „Fiddler`s Green“? Niemand. Mit der Verpflichtung haben die Buben vom Pell Mell meinen Geschmack punktgenau getroffen. Ich besitze 2 Alben und hab sie einmal live gesehen, wo sie leider echt grottenschlecht waren. Mieser Sound, schlechte Akkustik und schwaches Publikum gabs damals. Und diesmal? Okay, beim Opener „Leaving of Liverpool“ war der Gesang, die Gitarre und das Akkordeon zu leise, dafür Bass, Schlagzeug und Geige viel zu laut…aber sonst: Unfassbar geil! Nachdem der Tonmann noch ein bisschen an den Rädchen geschraubt hat, liefen Songs wie „Folk`s not Dead“, „Life full of pain“ und „Rocky Road to Dublin“ ordentlich rund und mit Hochspring Aktionen, Wall of Folk und Mitmach Action hat auch der Entertainment Faktor mehr als gestimmt. Ein tolles Konzert, zu einer tollen Zeit, vor tollem Publikum, auf einem tollen Festival.

Als Late-Night-Special waren „Their Decay“ zu hören. Da ich langsam alt werde und für „Womuka“ am Samstag fit sein wollte, begab ich mich zum Parkplatz, hab mir aber erzählen lassen, dass „Their Decay“ sehr geil gewesen sind. Vielleicht sogar noch besser als „Their Ditschiiieeeez“, die laut einem älteren Mitbürger nach „Fiddler`s Green“ auftreten sollten:-)

So weit zum Freitag. Kann der Samstag da mithalten. Ja! Und warum? Lest ihr am Donnerstag!

Leave a Reply