SK-FANZINE - Schoppeklopper

Pell Mell 2017- Bericht Samstag

So geil der Freitag geendet hat, so hat auch der Samstag begonnen. „Womuka“ sind eine junge Combo die sich mit Texten über Billy Regale und Punkrock Paare in mein Herz gespielt und mir mit ihren augenzwickernden Lyrics sehr viel Freude bereitet hat. Allgemein finde ich die Tradition den Samstag mit ruhigen Klängen zu eröffnen immer wieder richtig gut, weil es genauso dass Richtige ist um sich beim ersten Getränk die Müdigkeit aus den Knochen zu schütteln und den Tag gut gelaunt begrüssen zu können.

Weiter ging es mit „RoadRage“. Das ist die Band über die mir in der Vergangenheit unter Anderem folgendes unterstellt wurde: „Du findest sie scheiße“, „Du hast keinen Plan“, „Du magst sie ja eh nicht“, „Du gönnst ihnen ihren Erfolg nicht“, “ Du gönnst ihnen ihre Uhrzeit auf dem Tells Bells nicht“…ähm…NEIN! Totaler Bullshit. Ich habe gesagt, dass sie nicht meine Lieblingsband sind und mehr nicht. Und auch das hat sich geändert. Auf dem Tells Bells fand ich sie nämlich richtig geil und war voll überzeugt. Das hätte man jetzt noch als guten Tag oder Glücksfall abstempeln können, aber genauso unfassbar fett wie ich sie beim Tells Bells fand, fand ich sie jetzt auch beim Pell Mell. Und Riesenrespekt an den Chris. Wer in dem Zustand und zu der Zeit so dermaßen abliefert, der hat jeden Zuspruch verdient. Ich glaube ich bin  zu einem späten Fan geworden.

Dann kamen „Additional Time“ und waren mir zu brachial.

Danach war Zeit für „Scherf und Band“, die ich auf dem „Weil`s Rockt“ ja extrem schlecht fande. So richtig gut fand ich sie auch diesmal nicht, aber doch bedeutend besser als in Weilmünster. Das „Hannes Wader“ Cover hat mich dann doch noch überzeugt.

„Destination Anywhere“ sind die Haus und Hofkapelle des „Pell Mell“ und immer wieder gut. Ordentlicher Ska-Punk von sympathischen Musikern lohnt sich immer. Besonderheit dieses Jahr war natürlich der Heiratsantrag auf der Bühne. Ich wünsche an dieser Stelle Julia und Uschi eine schöne Hochzeit und dass sie den Rest ihres Lebens glücklich miteinander verbringen werden.

Nach soviel Romantik musste erstmal ne ordentliche Schippe an Heavyness drauf gelegt werden. „To the Rats and Wolves“ haben ein total übertriebenes und episches Intro. Doof nur, wenn man dann die eigene Messlatte nicht erfüllt. Da brauchen sich „To the Rats and Wolves“ aber keine Gedanken zu machen, denn ihre Show war eines der Samstag Highlights. Leicht verrückt, voll auf die 12 und der beste Sänger des Wochenendes. Alles geil und gut. Vielleicht werde ich sie auf ihrer Herbsttour mit „Any given day“ besuchen…

„Rasga Rasga“ waren die Underdog Band des diesjährigen Festivals und sorgten für reichlich Gesprächsstoff. Ein netter Mann, der am gleichen Tisch wie ich saß erklärte lautstark, dass sie ihm „tierisch auf den Sack gehen“, „völlig fehl am Platz sind“, „gnadenlos verheizt werden“ und „völlig fehl am Platz besonders auch auf einem Metal Festival“. Da hat er recht. Gut dass das „Pell Mell“ aber kein Metal Festival ist und „Rasga Rasga“ das Publikum und mich mit ihrer Mischung aus Soul, Ska und Weltmusik begeistert haben. Recht machen kann man es nie allen und ich fands wunderbar. Denn Abwechslung macht dieses Festival aus.

„Any given day“ sind eigentlich genauso wie „To the Rats and Wolves“ nur ein bisschen weniger verrückt. Aber Punkt für sie: Ihr Shouter ist besser.

Verdienter Headliner am Samstag waren die italienischen Ska Punker von „Talco“. Die Band hat früher regelmäßig die Westerwälder Region zum Tanzen gebracht, waren mehrfach auf dem Tells Bells vertreten und haben immer gut abgeliefert. Jahre später haben sie gezeigt: Sie haben sich null verändert, sind immer noch großartig und es gibt immer noch beide Daumen nach oben!

Was negatives zum Samstag:

Irgendwelche Idioten haben sich laut Polizei versucht Zugang zum Gelände zu verschaffen und es ist dadurch zu einer Schlägerei gekommen. Leute…Was soll der Scheiß? Das Pell Mell ist ein wunderbares, kostengünstiges und friedliches Festival. Entweder ihr bleibt fort oder ihr kommt… Wenn ihr kommt dann zahlt aber auch die paar Euro Eintritt und geht den anderen Besuchern und Organisatoren nicht auf den Sack. Danke!

Ja so ist das. Das Pell Mell 2017 ist vorüber und nimmt die Open-Air Saison 2017 mit. Es war ein geiles Jahr und das Pell Mell definitiv ein absolutes Highlight. Die Preise, das Essen, die Bands und die Menschen dahinter. Hier stimmt einfach immer alles. Großes Lob an die Veranstalter, die sich jedes Jahr den Arsch aufreissen um ein Festival aufzuziehen, welches jeglichen Vergleich gewinnt. Leute wie euch braucht die Szene!

Bis hoffentlich 2018!

Pell Mell 2017- Bericht Freitag

Und wieder einmal, wie jedes Jahr am ersten Septemberwochenende, zog es mich nach Obererbach im tiefen Westerwald zum „Pell Mell Festival“. Zum zwölften Male haben die Veranstalter keine Kosten und Mühen gescheut, ein würdiges Finale der heimischen Festival-Saison auf die Beine zu stellen. Dabei wurde auf Altbewährtes gesetzt und einiges an Verbesserungen umgesetzt. Die Stimmung auf dem schönsten Campground soll wieder richtig gut gewesen sein, so wie man es hier immer gewohnt ist. Das gilt auch für die Party auf dem eigentlichen Festivalgelände am Freitag Abend.

Neben einem guten Essenangebot, bestehend aus der Rockwurschdbud des SV Obererbach, dem Veggiewerk und einem Crepes-/Flammkuchenstand, gab es eine ordentliche Möglichkeit sich bei „Anchorable Clothing“ und „Rocknowl“ neu einzukleiden. Schade fand ich, dass es die Eismanufaktur „Gefrorenes Glück“ trotz Ankündigung auf dem Tells Bells Festival wohl doch nicht geschafft hat, sich auf dem Pell Mell einzufinden, aber wenn es so ist, dann kann man es halt nicht ändern.

Verbesserungen waren erkennbar beim Thema Müllpfand. Der muss nun vorher bei Ticketerwerb schon gezahlt werden, aber dafür wurden die Uhrzeiten der Rückgabe deutlich besser kommuniziert als im Vorjahr. Auch die Toilettensituation hat sich merklich gebessert. Auch wenn es nach wie vor leider keinen Toilettenwagen gibt, so konnte man sich dieses Jahr wenigstens dank eines riesigen Wassertanks endlich anständig die Hände waschen und auch das Desinfektionsmittel stand wieder bereit. Die Dixis wurden immerhin in der Nacht von Freitag auf Samstag gereinigt und es war immer Klopapier vorhanden. Eine echte Verbesserung zu den Vorjahren, auch wenn ich es cool fände, den Handtuchpapier Spender mal zu befüllen;-) Ein großes Lob geht zudem raus an die Security, die gezeigt hat, dass man sich auch mit Freundlichkeit Respekt verschaffen kann. Ein Vorbild für andere Unternehmen.

Aber bei alldem zählt doch ein Punkt der wichtiger ist, als alles andere. Die Musik:

Pünktlich um 16:05 Uhr eröffneten unsere Freunde von „Paramagnet“ das Festival und anders als beim „Seepogo“ hab ich sie diesmal zumindest fast komplett gesehen. Zu sagen gibt es dazu eigentlich nicht viel. Die Jungs machen nach wie vor gute Musik und wissen zu gefallen, nur leider war echt bitter wenig los. Aber auch das ist um die Uhrzeit leider normal.

Als zweite Band standen „Harm/Shelter“ auf der Bühne. Hat mir nicht so gefallen und die Stimme des Shouters ging mir brutal auf den Sack. Ich hoffe einfach, dass dieser einen schlechten Tag hatte, weil gut klingt doch anders. Der Rest der Band hat seinen Job ordentlich gemacht, trotzdem halt nicht mein Geschmack.

Viel besser fand ich „Dreimillionen“ die das Glück hatten, dass sich das Gelände doch so langsam füllt. Gar kein Glück hatten sie bei dem Sound, denn der war so komisch gemischt, dass die Band nur halb so gut abliefern konnte, wie sie Potential hätten. Sehr sehr schade, aber trotzdem sehenswert.

Mein erstes Highlight waren die Metalcore Jungs von „Landmvrks“. Zuvor auf Youtube hat mich eigentlich nur ihr Sum 41 Cover „Fat Lip“ überzeugt, was auch live sehr geil war. Auf der Bühne konnten sie aber auch mit ihren eigenen Songs komplett begeistern und das Publikum hat es ihnen gedankt. Geile Show, sympathische Typen. Besser kann man es nicht machen.

„Polar“ haben mich insgesamt ein wenig an „Harm/Shelter“ erinnert. Immer noch nicht mein Geschmack, aber zumindest ein Shouter mit ordentlich Power in den Stimmbändern. Außerdem war die Band schwer aktiv auf der Bühne, was auch den optischen Genuss deutlich erhöht.

Auf „Jaya the Cat“ hab ich mich tendenziell recht gefreut und was die Holländer um den weißbärtigen Mann geboten haben, war ganz großes Kino. Tanzbare Musik, ne Riesenportion Spielfreude und optimales Songwriting. Extrem geiles Konzert und Vorfreude auf den „Affentanz“ in Weilburg, wo die Kerle im Oktober Headliner sind.

Nach so einem ordentlichen ersten Tag, fehlt natürlich noch ein Headliner und wer eignet sich da besser als „Fiddler`s Green“? Niemand. Mit der Verpflichtung haben die Buben vom Pell Mell meinen Geschmack punktgenau getroffen. Ich besitze 2 Alben und hab sie einmal live gesehen, wo sie leider echt grottenschlecht waren. Mieser Sound, schlechte Akkustik und schwaches Publikum gabs damals. Und diesmal? Okay, beim Opener „Leaving of Liverpool“ war der Gesang, die Gitarre und das Akkordeon zu leise, dafür Bass, Schlagzeug und Geige viel zu laut…aber sonst: Unfassbar geil! Nachdem der Tonmann noch ein bisschen an den Rädchen geschraubt hat, liefen Songs wie „Folk`s not Dead“, „Life full of pain“ und „Rocky Road to Dublin“ ordentlich rund und mit Hochspring Aktionen, Wall of Folk und Mitmach Action hat auch der Entertainment Faktor mehr als gestimmt. Ein tolles Konzert, zu einer tollen Zeit, vor tollem Publikum, auf einem tollen Festival.

Als Late-Night-Special waren „Their Decay“ zu hören. Da ich langsam alt werde und für „Womuka“ am Samstag fit sein wollte, begab ich mich zum Parkplatz, hab mir aber erzählen lassen, dass „Their Decay“ sehr geil gewesen sind. Vielleicht sogar noch besser als „Their Ditschiiieeeez“, die laut einem älteren Mitbürger nach „Fiddler`s Green“ auftreten sollten:-)

So weit zum Freitag. Kann der Samstag da mithalten. Ja! Und warum? Lest ihr am Donnerstag!