SK-FANZINE - Schoppeklopper

Kalkwerk Festival 2017- Bericht Sonntag

Der Sonntag begann wie der Samstag… schön sonnig. Nur im Gegensatz zum Samstag blieb es diesmal  auch bis in die Nacht hinein schön. Aber das ist nicht die einzige Gemeinsamkeit zum Samstag. Genau wie am Samstag war ich auch am Sonntag erst um 15:00 Uhr da. Schuld ist einfach der Jetlag. Diese böse Zeitverschiebung von ca. 0,000001 Sekunden von Weilburg nach Limburg… ich hoffe ihr verzeiht.

Los ging es am Sonntag um 13:00 Uhr zumindest mit „The Stoud“, die mit ihren Shows „Rory Gallagher“ ehren… einen wohl legendären Musiker und Vorbild von „Jimi Hendrix“. Ich hab gehört es sei ein großartiges Konzert mit technischer Raffinesse gewesen und nahezu eine „David Barfuss One man Show“. Der hatte am Freitag am späten Abend schon mit den „Electric Ladyboys“ überzeugen können und ist einfach ein Hammer-Gitarrist und Sänger. Fällt mir dementsprechend leicht vorzustellen.

Zu „Far Beneath“ hab ich leider nichts gehört. Das kann insofern positiv sein, weil es gleichzeitig bedeutet, dass es nicht extrem scheiße gewesen sein kann.

Circa 2 Minuten nach dem Beginn von „Sidibeat“ erreichte ich die Bühne und…alter! Wie geil sind die denn bitte!?! Reggae, Rap, Akkustik Gitarre, Beatbox… die beiden Sidibe Brüder Eric und Malick räumten gnadenlos ab und machten eine Stimmung, als wär 20 Uhr satt 15 Uhr. Ernste Lieder wie das großartige „Blind sein“, amüsante Lieder wie „Oh Lord“…alles konnte komplett überzeugen. Ich war müde, ich war nüchtern und trotzdem konnte ich nicht anders als zu tanzen. Das hab ich seit etlichen Jahren nicht mehr gemacht und kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal das Bedürfnis hatte, es zu tun. Genauso geflasht wie ich vom Auftritt der Beiden, war Malick von der Resonanz des Publikums. Es war totaler Wahnsinn und ganz ehrlich… Von allen geilen Shows des Kalkwerk Festivals, war diese die Allerbeste. Hut ab und Riesenrespekt!

Weiter ging es mit Auftritt Nummer 3 von David Barfuss und „One step further“. Die hab ich ungefähr 2 Minuten gesehen und fand sie die vollen 2 Minuten gut. Ich wollte mir kurz einen Salat holen und als ich den gegessen hatte, war der Auftritt vorbei. Keine Ahnung wie ich das fertig gebracht habe, aber es ärgert mich, weil „One step further“ doch den Einen oder Anderen Hit haben. Echt schade.

17 Uhr waren „Their Decay“ dran und es bleibt dabei, dass trotz aller Sympathien für Sanger Carlo ich die einfach nicht so richtig gut finde. Immerhin klingt das Ganze langsam aber sicher doch mehr und mehr wie auf der CD, woraus ich einfach schließe, dass die Jungs sich steigern.

Richtig bitter fand ich um 18 Uhr „Lillian“. Mehrere Musiker die ich mag, eine tolle Sängerin, ein ordentlicher Sound, stabile Songs und trotzdem echt fucked up. Der Grund ist der Text, mit dem sie sich beschreiben. Da steht was von College feeling, von American Pie Filmen und Zeitreise in die 2000er. Und irgendwie…NEEE!!! So klingt das mal sowas von überhaupt nicht. Jeder, der unvoreingenommen zu dem Konzert gekommen ist, der hatte Spaß. Jeder der wie ich (und das waren viele) Musik a la Blink 182 erwartet hat, der wurde bitter enttäuscht. Und diese Aussage habe ich mehrfach gehört.

Besser gings weiter mit „Boiler“. Eine Band wo man weiß was man bekommt und die wie immer zu 100% überzeugt haben. Einzig die Setlist hätte etwas mehr bieten können: Kein „Cleaner“, dafür „Bürotrieb“, Kein „Wahn“, dafür „Tanz mit mir“und  kein „Stoner“. Begrenzte Spielzeit hin oder her… Die Setlist war der vom „Weil`s Rockt“ sehr ähnlich und auf jenem, wurde mir „Wahn“ fürs Kalkwerk Festival versprochen… Versprechen sollte man halten. Trotzdem wars geil wie immer.

20 Uhr war Trauer angesagt. Mittags habe ich es aus erster Hand erfahren und es hat meine Stimmung echt ziemlich runtergezogen… Der letzte „Deceiver“ Auftritt mit „Sexy Basti“ am Schlagzeug. Basti ist ein herzensguter Kerl, ein echt knuffiger Typ und ein grandioser Drummer. Jetzt ist er draußen und er wird der Band und den Fans fehlen. Ohne Scheiß…“Deceiver“ wird bestimmt eine der besten Bands der Region bleiben, aber niemals mehr die Selben sein. Machs gut lieber Basti. Das Konzert war ein toller und mehr als würdiger Abschied.

Letzte Kalkwerk Band an dem Abend, waren „Strobocop“. Ist es nötig zu erwähnen dass es extrem spaßig war? Muss man wirklich schreiben, dass die ElektroRavePunker die Masse zum Ausrasten gebracht haben? Ist es von Nöten zu erzählen, dass es einfach obergeil war? Meiner Meinung nach nicht, denn so ist es eigentlich ja immer, wenn „Strobocop“ sich die Ehre gibt.

Letzte Band des Abends waren nicht „Dvored“ aus Kroatien wie angekündigt, denn auch die haben den Kalkwerk Auftritt gecancelt. Leider wurde für „Dvored“ Ersatz gefunden. Leider? Ja. Das als „Weltmusik“ angekündigte „Mumuvitch Disko Orkestar“ war eine Mischung aus Rap, Gothic, volkstümlicher Musik aus fernen Landen und der schlimmste Stimmungskiller, der je auf dem Kalkwerk spielen durfte. Ein echter Tiefpunkt und alles Andere als ein würdiger Abschluss für ein wunderbares Festival.

Was macht das Kalkwerk genau aus und wie war das Rahmenprogramm in diesem Jahr? Das erfahrt ihr zeitnah im Bericht Nummer 3:-)

Bis dahin, passt auf Euch auf!

Kalkwerk Festival 2017- Bericht Samstag

Ja, mal ernsthaft: War das nicht mal wieder ein verdammt geiles Wochenende. Das 37. Kalkwerk Festival ist leider schon vorbei und trotzdem begleitet mich der Tinnitus noch immer. Dieses Jahr wird es eine kleine Neuerung geben. Da diesmal gefühlt NOCH mehr Rahmenprogramm als üblich vorhanden war, gibt es dieses Jahr gleich 3 Berichte. Einen für den Samstag, einen für Sonntag und einen für alles Andere. Wir starten mit dem Samstag und schon der hatte es in sich.

Für den gesamten Samstag kündigte der Wetterbericht Hagel, Sturm, Gewitter und Dauerregen an. Das konnte ja heiter werden…

Als erste Band um Punkt 13 Uhr spielten „Cruel Division“ noch ohne mich. Tatsächlich habe ich gehört dass es sehr geil gewesen sein soll. Ein Kalkwerker erzählte mir, dass die Bezeichnung „Hardcore“ den Jungs absolut nicht gerecht werden würde und manch einer gesagt habe, „Cruel Division“ könnten die nächsten Sepultura werden. Wenn dies wahr ist, habe ich wohl wirklich was verpasst.

Ebenfalls verpasst habe ich wohl die erste Regenfront, die besonders „Che Goavara und Farbenschmecker“ getroffen haben muss. Das tut mir natürlich sehr leid, aber beim Hören des Kalkwerk-Samplers wurde mir auch klar, dass ich die Musik aller Wahrscheinlichkeit nach nicht gemocht hätte.

Gegen 15 Uhr kam ich endlich an und die Sonne lachte pünktlich zum Auftritt von „Frontex“. Die haben eigentlich nur das gemacht was man von Ihnen erwartet: Kurze knappe Ansagen, politische Parolen und so viele rotzige Punk-Songs runter geschreddert wie möglich. Mir macht das immer wieder Spaß und deswegen: Alle Daumen hoch für Punklegende Gizmo und seine Jungs.

Mit Legenden ging es 16 Uhr direkt weiter, denn dann enterte die 2011 wieder gegründete Hardcore Legende „Chaosfront“ die Bühne. Schnelle, eher einfach gehaltene Songs, viel Geschrei die man bei der Art der Performance nicht versteht und totale Aggression gefallen nicht jedem. Für mich wars unterm Strich in Ordnung. Keine Band bei der ich fluchtartig die Tribüne verlassen würde, aber eben auch kein „must see“.

Viel lieber mag ich da „Bronson A.D.“. Die machen auch Hardcore aber mit ein bisschen Gespür, kann man deren Texte verstehen. Frontmann „Mucho“ lief wie ein Tiger im Käfig (Grüße an Totgehört/Adrian) von links nach rechts, klärte mit seinen Ansagen auf, gegen wen und was die Folgesongs sind und die Band ging einfach wieder ab wie Sau. Thrash-Hardcore vom Feinsten.

18 Uhr wurde es Zeit für die Samstag Hip Hop Fraktion „Ella!Phonk“, die einerseits die Schwierigkeit hatte das Rock Publikum auf ihre Seite zu ziehen, andererseits aber das Beste daraus gemacht hat. Belohnt wurden ihre teils kritischen Texte mit Kopfnicken auf den Rängen und insgesamt wars doch eine sehr angenehme dreiviertel Stunde der Jungs. Auf Kalkwerk-Rap ist eben immer verlass.

Hoch gespannt war ich auf den Auftritt von „Driven“…aber etwas verwirrt wurde ich, als „Ella!Phonk“ „Reckless Rodeo“ als nächste Band ansagte, die dann wirklich auf der Bühne standen. Panisch versuchte ich jemand zu finden der mir erklärt warum „Driven“, die mich doch live überzeugen wollten, ausfallen. Irgendwann fand ich dann jemand, der Licht ins dunkle bringen konnte. Schlagzeuger Frank erklärte mir, der Headliner „Casa Verde Collectivo“ aus Mexiko habe abgesagt, deswegen wurde „Reckless Rodeo“ eingebaut und die anderen Bands verschieben sich einfach um eine Stunde. Alles klar!!!

20 Uhr waren dann „Driven“ dran, die mich nach der mittelguten CD Kritik nun live begeistern wollten und nun… es ist gelungen. Volle Ränge, Bewegung vor der Bühne und eine Performance die einem förmlich „Wir haben endlich Spaß!“ entgegen geschrien hat. Die Songs sind live sehr viel überzeugender als auf dem Album, Kalle`s Background Gesang wirkt viel weniger schnarchig und der Daniel war etwas lauter gemischt, als auf CD. Ich bin zwar nach wie vor der Meinung, dass eine Namensänderung (über die die Band tatsächlich nachgedacht hat wie ich erfahren durfte) ziemlich sinnvoll gewesen wäre, aber mit dem Kalkwerk Gig hat sich die Band für weitere Open-Airs und hoffentlich viele tolle Konzerte empfohlen. Auftritt in Bestform, straighter Pop-Punk, Plan aufgegangen und Feuertaufe im Kalkwerk geglückt. Absolute beeindruckende Show. Gerne mehr davon!

Nachdem „Driven“ ordentlich eingeheizt haben, war es keine schwere Aufgabe für „Bouncing Bettys“ die Stimmung zum Siedepunkt zu bringen. Drums und Bass reichen, um eine Party zu starten, die kaum zu toppen ist. Trotz schwer heiserem Gesang war es einfach ein fettes Feuerwerk, was die Jungs da gezündet haben und soviel Menschen vor der Bühne schaffen sonst nur die Headliner.

Als sich alle in Sicherheit wogen, zeigte sich das Wetter ganz plötzlich doch noch von seiner hässlichsten Seite. Gewitter und Starkregen ließen den Auftritt von „Joyjuice“ zu einer feucht-fröhlichen Angelegenheit werden und das zeigte auch die Anzahl der Zuschauer.

Nach einer halben Stunde auf besseres Wetter in der Dorle-Schäfer- Halle wartend kapitulierte ich und bin klatschnass mit dem Auto nach Hause gefahren.

Sonntag erfuhr ich, dass „Casa Verde Collectivo“ doch noch mit einer halben Stunde Verzögerung gespielt haben… zwar nur 5 statt 8 Mann, aber offenbar trotz Regen 100 Prozent überzeugend. Schade, dass die Info ein Tag zu spät bei mir ankam, aber eben nicht zu ändern.

Egal, denn auch am Sonntag stand großes bevor…

…to be continued……