SK-FANZINE - Schoppeklopper

Fatzke- Auf ein Wort (CD Review)

Manchmal kommt es anders als man denkt: Seit Wochen versuche ich die Zeit zu finden Fatzke`s Debutalbum zu reviewen und ständig kommt was dazwischen. Ich war das erste Nicht- Bandmitglied was den Silberling in der Hand hielt und trotzdem kommt erst jetzt, ein Monat nach Erscheinen das Review…und das etwas kürzer als sonst. Der Grund ist recht einfach: Die Lieder die es bei „Auf ein Wort“ zu hören gibt sind allesamt große Klasse und bis auf wenige Ausnahmen ohnehin von den Konzerten schon bekannt. Einzig einen Anspieltipp möchte ich nennen: Der Übersong des Albums ist „Funktionieren“, ein sozialkritischer Song der genau den Nagel auf den Kopf trifft und mit einem großartigen Gastsänger zusammen aufgenommen wurde.

Sozialkritisch ist die CD im Allgemeinen immer wieder. Auch mit Songs wie „42 Zoll“ wird der Gesellschaft der Spiegel vorgehalten und das alles ohne den Zeigefinger zu heben und dabei anklagend zu wirken. Das können andere machen und „Fatzke“ sind nun mal so gar keine Lehrer.

In den Teilen des Albums, in denen es nicht um kritische Standpunkte geht, geht es wie in der EP „Einmal Leben und zurück“ um andere essenzielle Dinge: Liebe, Erinnerungen… eben einfach direkt aus dem Leben raus. Typisch Fatzke eben.

Musikalisch ist das gesamte Werk großartig gelungen, jedem vier Bandmitglieder merkt man die Erfahrung als Musiker nach wie vor an und Sänger Basti hat sich stimmlich auch noch mal ein gutes Stück weiterentwickelt und klingt nun noch besser und rauer als auf dem Vorgänger.

Abgerundet wird das Werk mit einem schicken Artwork und Booklet mit Bandpics und Texten, was für mich gleich zwei Daumen nach oben heißt.

Jetzt könnte man meinen es ist alles perfekt. Ist es auch. Mir persönlich zu perfekt. Der größte und für mich wichtigste Negativpunkt ist die Produktion. Musikerlegende Peter Grün hat die Scheibe produziert. Peter Grün ist ein großartiger Musiker verschiedenster Stilrichtungen. Punkrock gehört nicht dazu und genau DAS hört man der spiegelglatt produzierten Scheibe leider deutlich an. Es fehlt jeder Druck, jede Kante, jede Rotzigkeit, die „Einmal Leben und zurück“ zu DER Scheibe des letzten Jahres gemacht haben. Was jetzt übrig bleibt ist ein Pop Album, was so auch „Revolverheld“ hätten veröffentlichen können.

Aaaaber: So scheiße ist „Revolverheld“ ja eigentlich auch nicht und erfolgreich sind sie dazu ja auch noch. Warum nicht mal was neues ausprobieren? Zumal die Jungs selbst gesagt haben, dass sie noch nicht wissen ob die nächste Scheibe nicht wieder deutlich dreckiger zur Sache geht.

Ich persönlich würde mir fürs nächste Mal mehr Rock und weniger Pop wünschen, Punkrock Puristen werden „Auf ein Wort“ enttäuschend finden. Für alle Anderen gibts aber eine klare Kaufempfehlung. Live klingt das Ganze doch ein bisschen anders und letztenendes, da sonst alles stimmt gibts sehr ordentliche…

 

Schoppeklopper Wertung

8/10 Punkte