SK-FANZINE - Schoppeklopper

Tells Bells Festival 2015- Bericht

Am Wochenende waren wir mal wieder unterwegs. Ein Pflichttermin stand an: Das zwölfte TELLS BELLS FESTIVAL in Villmar und das dritte von vier wichtigen heimischen Festivals. Ganz allgemein lässt sich schonmal sagen: Schön wars! Besondere Bedeutung hatten für mich dieses Jahr die Buden. Einige fand ich richtig super, andere weniger. Ein Blick von der Bühne von links nach rechts:

Das „richtige“ Klohaus: Die einzige Möglichkeit sauber und anständig auf Toilette zu gehen. Fließend Wasser, immer genug Papier… Wunderbar. Gar nicht wunderbar war der Umstand, dass sich das Teil auf gefühlte 50 Grad aufgeheizt hat, aber man soll ja auch nicht darin wohnen, sondern schnellstmöglich sein Geschäft verrichten.

Was unten raus kommt muss aber erstmal oben rein und so war auch das Imbiss-Doppel wieder da. Man setzte auf bewährte Kost: Frikadellen-, Schnitzel,-Mettbrötchen, Wurstvariationen und Burger. Interessant dabei sind besonders die Pommes, die links am Stand so unfertig und gewürzt waren, dass ich das erste Mal in meinem Leben Essen zurück gehen lassen habe. Leider war die zweite Portion nicht unbedingt besser. Am Stand rechts, waren sie super lecker. Sehr seltsam wenn man bedenkt, dass es der gleiche Betreiber ist. Die Hamburger Bulette war trocken-knusprig, die Currywurst super lecker. Nächstes Jahr gehe ich nur noch zum rechten Stand.

Daneben baute der Eissalon „Gefrorenes Glück“ aus Diez einen Wagen auf und der war super. Mal davon abgesehen, dass das Tells Bells ja mit hervorragendem Wetter gesegnet war und Eis da eine super Option ist, hatten sie das bestmögliche Hardcore Eis dabei: Veganes Biereis! Leute! Das ist die Erfindung des Jahrhunderts! Am Anfang leicht süß, mit der Zeit immer intensiverer Biergeschmack! Ich bin Fan! Nur schade, dass es Samstag gegen „Hugo“ ausgetauscht wurde.

Daneben waren die Getränke und Tells Bells üblich: günstig und kalt! Schade, dass Samstag die Sinalco gegen Coca Cola ausgetauscht wurde, aber das führe ich mal auf erhöhten Getränkekonsum am heißen Freitag zurück.

Auch Hardcore Help waren am Start und alles was ich dazu sagen kann: Ist und bleibt eine wunderbare Sache, die jede Unterstützung verdient. Und wenn nicht durch T-Shirt Kauf, dann durch Spenden.

Der CD Mann der früher immer auf dem Pell Mell war, ist seit letztem Jahr auf dem Tells Bells vertreten und wieder bin ich bei ihm (wie immer) fündig geworden. Darum nennt sich ein Ramones Live-Album seit dem Wochenende mein eigen.

Für Zigaretten war dieses Jahr „Pueblo“ verantwortlich. Gratis Proben, Hüte, Feuerzeuge, Tabak-Hüllen…alles für umsonst. Find ich gut! Danke Pöschl-Tabak!

Musik gabs übrigens auch. Statt wie in den vergangenen Jahren jede Band einzeln zu sezieren, beschränke ich mich dieses Mal auf die, die ich am wichtigsten finde:

„Bronson A.D.“: Die Hardcore-Thrashmetaller von Bronson A.D. passen mit ihrer ihrer Musik auf das Tells Bells einfach wie die Faust aufs Auge! Brachiale Klänge, kritische Texte, eine ordentliche Bühnenshow und Meister Mucho bei bester Stimme. Wer den Auftritt nicht geil fand, hat kein Plan wo der Frosch die Locken hat.

„Visions Only“: Sind ja traditionell dabei und haben ordentlich abgeliefert. Der eine oder andere Texthänger hätte nicht sein müssen, aber so isses halt. Dafür haben sie die Panne der gerissenen Saite mit einem ultrageilen Schlagzeug-Solo vom Matthi gut überbrückt und die Setlist verdient das Prädikat großartig: Vom ganz alten „Die another day“ Song bis hin zu einem sehr fetten neuen und noch unveröffentlichtem Song, gab es einen Querschnitt durch die Bandgeschichte und lediglich das etwas schwächere „Show your scars“ Album wurde ausgelassen. Alles in allem eine ordentliche Performance.

„The Prosecution“: Nach dem übertrieben geilen Seepogo Gig im vergangenen Jahr, habe ich mich auf die Skapunk-Newcomer schlechthin im Vorfeld übelst gefreut. Diese Freude hat sich etwas gesenkt, als ich die Uhrzeit gesehen hab: Noch vor 20:00 Uhr mussten sie auf die Bühne. Echt doofe Zeit und daher zwar ne geniale Leistung von den Jungs, aber verhaltene Stimmung beim Publikum. Schade!

Zu meiner Schande muss ich gestehen: Ich hab „Biohazard“ nicht gesehen. Ich war am Freitag dermaßen unfit, dass ich da bereits im Auto Richtung Weilburg saß. Aber ich kenne viele vertrauenswürdige Menschen und deren Aussage war eigentlich eindeutig. Der Gig war LEGENDÄR!

Samstag ging es los mit „Unsaid.“ und ohne mich. Tatsächlich hat die auch keiner der besagten Leute gesehen. Leider spielten auch „Roadrage“ ohne meine Anwesenheit. Die Meinung dazu: Hammergeil. Gute Stimme, geiler Songaufbau. Spätestens jetzt merkt man, dass dise Meinung auch nur ein Zitat ist weil ich mir noch NIE über „Songaufbau“ Gedanken gemacht habe.

„VMZT“ sind auch jedes Jahr da. Ich bin mittlerweile eingetroffen und muss mal was klar stellen: Normal bewerte ich jeden „VMZT“ Auftritt als gut, wenn sie Newconomy gespielt haben. Haben sie dieses Mal leider leider nicht… Aber sie waren trotzdem die bis dahin überzeugendste Band des Festivals.

„Tausend Löwen unter Feinden“ hab ich mir vorher auf Youtube reingezogen und dachte es wird ganz gut. Leider habe ich mich da getäuscht, denn live waren sie der HAMMER! Extrem positive Ansagen, tolle Texte… Es sollte mehr Bands wie diese geben.

„Misconduct“ habe ich noch nie gehört. sehr sehr schade. Es war nämlich GENAU mein Ding. Mitgröl Punkrock mit Hymnencharakter… Die beste Show des Festivals, die beste Band noch dazu!

Auch „The Menzingers“ haben mir sehr gut gefallen. Punkrock-Collegerock. Würde ich- wer mich kennt weiß das- eh nie schlecht bewerten.

Der Headliner am Samstag war erneut die Hardcore Legende „Madball“ und die haben ihren Job würdig gemeistert. Energie geladene Bühnenshow, guter Publikumskontakt. Saubere Sache.

Tells Bells anno 2015: Gute Budenauswahl, feinstes Musikprogramm mit vielen neuen Bands, großartige Orga, unschlagbare Preise. Nach den etwas schwächeren Jahren eine der besten Tells Bells Ausgaben seit langem. Danke an den Villmar Kult e.V. für das fast perfekte Wochenende.

Aber einen Kritikpunkt gibt es. Die Security vom Campingplatz war doch ein bisschen skurril: Da ich selbst nur Besucher auf dem Campground war kann ich darüber lachen, als Gast wär ich übelst angepisst. Während einige Besucher unkontrolliert/undurchsucht mit Messern und Glasflaschen reinkamen, wurden bei anderen Kabelbinder und Campingkocher konfisziert. Also mein Tipp an die Security fürs nächste Jahr: Zeltstangen können als Wurfgeschosse genutzt werden und sowas kann ins Auge gehen und Heringe sind unterschätzte Mordwaffen. Besser also die Zelte verbieten, sonst passiert da noch was.

 

Ansonsten wars eine super Zeit und ich freu mich aufs nächste Mal!

 

 

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