SK-FANZINE - Schoppeklopper

Boiler`s Kesselhaus Volume 2- Bericht

Am vergangenen Samstag hat es mich mal wieder nach Limburg gezogen, wo „Boiler“ zur zweiten Ausgabe ihres Kesselhaus Festivals geladen haben. Bereits im Vorfeld habe ich erfahren, dass die Kalkwerk Legende „Paris“ aufgrund schwerer Erkrankung eines Mitgliedes absagen mussten. Ersatz wurde kurzfristig nicht mehr gefunden, aber positive Energie und Genesungswünsche ins Krankenhaus geschickt. Dies möchte ich auf diesem Wege auch tun: Gute Besserung.

Zum Abend selbst:

Los ging es mit „Deceiver“, die ihren ersten Auftritt in dieser Besetzung gezockt haben…und besser hätte man es nicht machen können. Guter Sound, melodischer Heavy Metal, immer mal wieder mit kurzen Ausflügen in noch härtere Gefilde… Absolut GEIL! Ich habe das erste Mal seit Jahren mal wieder meinen Haarzopf geöffnet und für eine Band den Schädel geschwungen… Und habe seit Monaten mal wieder gemerkt, warum ich das hier mache. Es ist unfassbar lange her, dass mich eine Band von Song 1 an so mitgerissen hat, wie diese. Simon Krah als der Kalkwerk Gitarrist überhaupt, ließ von Beginn an die Mähne schwingen und hat posiert, als spielt er vor 1000 Leuten. Während die meisten Schlagzeuger beim spielen entweder gucken, als hätten sie eine schwere Missbildung im Gesicht oder zuviel Botox gespritzt, schafft es der Basti dabei sogar noch sexy auszusehen und so tiefenentspannt, als ob jemand anderes für ihn spielt. Auch die Stimme von Sänger Daniel wusste live gut zu überzeugen, aber was ich ihm ja auch schon persönlich gesagt habe: Wenn man die Ansagen ins Mikro macht, dann kann es dazu führen, dass das Publikum sie auch hört. Zumindest wurden die Jungs nach dem Konzert nicht entlassen, sondern mussten noch eine Zugabe geben. Wer „Blizzen“ gut findet, wird auch mit „Deceiver“ definitiv was anfangen können. Ich fand den Auftritt nahezu magisch und freue mich, dass sie deutlich Interesse bekundet haben auf der nächsten Schoppeklopper Party Ende des Jahres den Metal Slot zu übernehmen.

Hauptact des Abends und Gastgeber waren „Boiler“ und es war echt scheiße. Das lag allerdings nicht an Boiler, sondern am Sound (Eric zu leise, Schlagzeug zu laut) und am Publikum. Ohne scheiß, was war denn da los? Drinnen spielen sich „Boiler“ gewohnt geil den Arsch ab und draußen stehen die Leute und sabbeln sich müde, während der Eric und seine Leute den Hampelmann für teilweise knapp 20 Leute machen mussten. Diese waren wenigstens dankbar, forderten Zugabe und machten so gut Stimmung, wie es 20 Leute halt machen können, auch wenn ich es echt arm fand. Gegen die Leistung von „Boiler“ ist nix zu sagen, straighte Gitarre, groovige Rhythmus-Fraktion und eine extra Portion Spielfreude. Typisch Boiler halt.

 

Alles in allem wars trotzdem ein schöner Abend im Kakadu. Nette Leute, kühles Hansa, „Boiler“ wie gehabt: Einfach gut und „Deceiver“, die mehr als nur überzeugen konnten und geniale Chancen haben, zu einer meiner Lieblings-Regio-Bands zu gehören. Die Messlatte haben sie hoch gelegt, jetzt gilt es am Kalkwerk Festival genauso abzuliefern.

 

Ich freue mich drauf!

 

Cheers Marcel