SK-FANZINE - Schoppeklopper

Tells Bells Festival 2014- Bericht

Nummer 3 der heimischen  Festivals: Tells Bells in Villmar. Nach dem obligatorisch genialen Kalkwerk Festival und dem verdammt geilen Seepogo in diesem Jahr hing die Latte mächtig hoch. Konnte die Villmarer Rock Fraktion das toppen? Gute Frage.

Allgemein:

Das Tells Bells ist und bleibt top organisiert. Kein langes warten am Eingang, Gratis Regen Ponchos als ca 1 Minute nach Festivalbeginn der Regen eingesetzt hat…alles so wies sein soll. (Die Ponchos waren zwar pink und hässlich und von der Telekom, aber sie haben ihren Zweck erfüllt, also seis drum), Essensmäßig war alles altbewährt. Lecker Currywurst und Burger von Sassen`s Imbissbude, sowie vegetarische und vegane Alternativen. Also satt werden konnte man auch. Getränkemässig ist das Tells Bells nach wie vor vorbildlich und verzichtet auf die Coca-Cola Produkte. Stattdessen gibts gute Sinalco Cola, Monster Energy und natürlich schmackhaftes Bier sowie ab 20 Uhr lecker Longdrinks zum Top Preis (auch wenn der Cognac-Cola nicht sooo der Renner war). Preislich war es zwar etwas teurer als im letzten Jahr, aber immer noch gut bezahlbar und wenn man bedenkt was manche Festivals für Getränkepreise haben ists immer noch günstig. Besonders toll fand ich den Zuwachs an Ständen. Zum einen der tolle Vinyl und CD Stand (bekannt von vergangenen Pell Mell Festivals), ein RICHTIGER Vorverkaufsstand für jenes und das Photobox Partyzelt gab es. Außerdem waren noch die Jungs von „Hardcore Help“ da und *TROMMELWIRBEL* Shisha Zelt! Ich hab keine Ahnung ob es 2005, 2006 oder 2007 war. Auf jeden Fall ist es laaaange her, das ich in jungen Jahren und mit vollen Haaren darin auf dem Tells Bells mir die Zeit vertreiben konnte und NUN war es wieder da. Schöööön. Es war also „außen rum“ alles Top. Nur am Klopapier auf Dixie Nachschub (zumindest Campingplatz) kann noch gearbeitet werden.

 

Bands Freitag:

Los gings pünktlich um 16:25 Uhr mit „Escape my Farewell“. Ich weiß nicht… aber ich werd mit den Jungs irgendwie nicht so recht warm.

Weiter gings mit „Visions Only“. Ich kann mir ja nicht helfen, aber irgendwann hat man jede Band oft genug gelobt. Wenn ihr echt mehr wissen wollt, lest den Bericht zum „Seepogo“. Es war einfach Top und so ist es halt.

Zu „Noopinion“ hab ich „No opinion“.

„Brutality will Prevail“ ist so typisches Tells Bells Hardcore Zeug. Ich brauch es nicht, aber war schon ok.

„Devil in me“ haben mir da schon wieder weit besser gefallen. Mit mehr Punkrock Einschlag und langen, lustigen Mitsing Parts haben sie mich total überzeugt und zu gefallen gewusst. Die würde ich gerne nochmal sehen.

„Authority Zero“ klang für mich wieder nach belanglosem Hardcore, aber während ich bei „Brutality will Prevail“ noch recht bekam, wurde mir bei „Authority Zero“ von mehreren Leuten erzählt wie geil es gewesen sei. Vielleicht muss ich mir die echt nochmal ein bisschen genauer anhören/ansehen.

Ja…Für mich stand es ja schon vor Beginn fest, wer mein Festival Highlight wird. Natürlich die Scotish Folk Punker von „The Real McKenzies“ und ihr charismatischer Sänger Paul, der auch wieder die Authenzität des Klischees „unter dem Kilt trägt man nichts“ bewiesen hat. War cool, lustig und hat super viel Spaß gemacht… und trotzdem waren sie irgendwann und irgendwo schon mal einen kleinen Tick besser.

„Deez Nuts“ dagegen fand ich dieses Mal um Längen besser als letztes Mal. Müdigkeitsbedingt bin ich nicht bis zum Ende geblieben, aber mir wurde erzählt, sie hätten nur relativ kurz gespielt. Keine Ahnung, aber egal. Unterm Strich war der Freitag gut.

 

Bands Samstag:

„Pushseven12“ hab ich auch gesehen. Allerdings nur als Schrift auf einem T-Shirt, das Konzert nicht.

„Roadrage“ kannte ich nicht, aber waren für mich eine willkommene Abwechslung zum Restprogramm. Rau, Kraftvoll, Dreckig und extrem gut. An die vergebe ich meinen Titel „Überraschung des Festivals“.

„Bane“ müssen irgendwie bekannt sein. Meins war es aber absolut überhaupt nicht. Hätte ich nicht wirklich gebraucht.

Ziemlich toll fand ich „Kopfhörer“, die einfach schon immer Ausnahme waren. Damals auf dem „Rock am Günni“, genau wie heute auf dem Tells Bells. Aber wer die Eier hat als HipHop Crew auf einem Rock-Hardcore Festival zu zocken, der hat jede Unterstützung verdient. Und ich muss wirklich sagen: Mir gefällt es immer und immer wieder. Genau wie „VMZT“ auch.

Auf „NH3“ habe ich mich umsonst gefreut. Auf Youtube fand ich sie richtig geil, auf dem Festival waren sie ganz ok. Irgendwie nicht locker genug, Dann doch lieber „Talco“… oder „The Prosecution“… oder „Carry all“… oder „Mad Caddies“… oder „Dr.Woggle and the Radio“…

„Anchors&Hearts“ fand ich damals auf dem „Seepogo 2013“ richtig scheiße. Auf dem Tells Bells nicht, da wars okay.

„A Wilhelm scream“ waren ja auch schon einmal da. Lääääuft.

„Ryker`s“ hab ich  als eine der Bands angegeben auf die ich mich am Meisten freue. Wieso? In Limburg gibt es eine Junge Band namens „Bronson A.D.“. Die Jungs sind der Hammer. „Bronson A.D.“ nennen  als ihre Vorbilder „Ryker`s“. Logische Schlussfolgerung: „Ryker`s“ klingen wie „Bronson A.D.“… Nur NOCH besser. Soviel zur Theorie. Zur Praxis: Nö, find ich nicht. Es war ganz okay, unteres Mittelmaß und ertragbar. Dafür werden mich jetzt manche hassen. Aber so sehe ich das halt.

„H2O“ sind zwar auch eine der typischen Tells Bells Hardcore Bands, aber irgendwie machen sie was richtig, was ich nicht definieren kann. Warum auch immer… Ich mag sie und finde sie überdurchschnittlich gut. Auch am Samstag war das so.

„Raised Fist“ fand ich übelst mies. Das war beim letzten Mal echt gut anhörbar. Dieses Mal gings mir sowas von gar nicht ab. Das Feuerwerk hinterher war aber wieder schön.

 

Ich muss sagen: Dies war mein 10. Tells Bells Festival. Seit es erstmals 2tägig war, war ich jedes Jahr dort. Und ich hab jedes Jahr dort extrem viel Spaß gehabt. Und auch nächstes Jahr werd ich bestimmt wieder mit dabei sein und Spaß haben… Aber irgendwie vermisse ich die gute alte Zeit. Ich finde die ganzen Hardcore Sachen ja nicht schlecht und das Tells Bells ist von Jahr zu Jahr reifer geworden…Und leider ist mit den Jahren die Mixtur der Musik zum Erliegen gekommen, die immer was ganz tolles war. Wo sind Bands die früher aufgetreten sind? Bands wie „Heartbreak Engines“, „Sintrash“, „Abgehörte Telefonate“, „Frau Doktor“, „Elfmorgen“, „Slag Heap“, „Dr Woggle and the Radio“??? Mir ist durchaus bewusst, dass es die eine oder andere Band von den gerade erwähnten nicht mehr gibt…Aber so Bands existieren doch! Ich will jetzt wirklich NIX schlecht machen und freu mich auch auf mein 11. Tells Bells im nächsten Jahr…Aber dennoch hat mir die Musikauswahl früher besser gefallen, weil es einfach abwechslungsreicher war. Und ich bin übrigens bei weitem nicht der Einzige, der das so sieht.

Um zu einem versöhnlichen Abschluss zu kommen: Tells Bells Festival 2014 war wieder Top und eines meiner Sommer Highlights. Ob es jetzt besser oder schlechter war als „Seepogo“? Gute Frage. Kann man ja gar nicht vergleichen:-)

 

Wir sehen uns auf dem Pell Mell!

 

Cheers Marcel