SK-FANZINE - Schoppeklopper

Kalkwerk Festival 2014- Bericht vom Samstag

Es ist der 12.06.2014 und ganz Deutschland guckt die Eröffnungsfeier zur Fußball WM. Ganz Deutschland? Nein, ich nicht. Ich sitze an meinem Laptop  um euch über das zweitwichtigste Ereignis des Jahres zu informieren. Den Samstag des Kalkwerkfestivals in Limburg/Diez.

Allgemeines:

Das Kalkwerkfestival fand nun zum 34. Mal statt. Eintritt mit 10 Euro auf einem neuen Höchststand, dafür aber Essen und Trinken wieder zu Top Preisen. Alk Freies für 90 Cent (=1 Kalk), Bierchen für 2 Kalks. Kulinarisches vegetarisches Highlight war wie immer die mexikanische Suppe…bleibt einfach unerreicht. Und auch für Fleischfresser toll: Das weltbeste Steakbrötchen! Dazu jeweils als Nachtisch: erfrischende Wassermelone. Das hat bei mir mittlerweile soviel Tradition, dass ich am Kalkwerk den Sommer einläute. Vorm Kalkwerk esse ich keine Wassermelone! Mut zu Tradition! (Oha, klingt fast wie ein Wahlwerbespruch der AfD). Zum ersten Mal erkannt: Auch der Kaffee schmeckt super. Rahmenprogramm wie üblich: Allerlei zur Kinderbelustigung, Kunstausstellung, T-Shirtdruck. Alles wie wir es kennen und lieben.

Musikprogramm:

Falls ihr euch fragt wie ich dazu komme Kaffee zu trinken sei es euch erklärt. Jedes Jahr hab ich mir vorgenommen: Ich bin früh da, schau alle Bands. Hat nie geklappt. Geändert hat dies „BRONSON A.D.“ die ich mir nicht entgehen lassen wollte. Geplant war das Projekt als Hardcore Band mit Thrash-Metal Einfluss. Geworden ist es Thrash-Metal mit Hardcore Einfluss. Geht auch okay, besonders wenn man die Passion des Gitarristen Hendrik so gut kennt wie ich. Der hat übrigens, genau wie seine Mitstreiter, sich von seiner besten Seite gezeigt. Brachiale Musik mit genial passendem Gesang des Ex-Sintrash Azubis und Kalkwerks Number 1 Rapper „Mucho“. Es war sehr sehr sehr früh, aber auch sehr sehr geil. Erster Auftritt wurde mit Bravour gemeistert. Sogar ein Hochzeitspaar hat sich auf die Bühne verirrt.  Und die Jungs? Haben sich sehr für die nächste SK Party empfohlen. Da sie es uns bereits in den Anfangstagen angefragt haben…Why not?

Bassist „Stecki“ hat übrigens aufgrund seiner Hauptbeschäftigung bei „Blizzen“ seinen Ausstieg verkündet, aber laut zuverlässiger Quelle wird Ersatz bereits eingearbeitet! Jungs: TOP! Großes Kino!

Zweite Band des Tages waren „Battle X“. Und auch die haben mit ihrem Thrash-Metal eine bleibende Erinnerung hinter lassen. Und die heißt: SLLLAAAAAYER! Warum? Weil deren Sänger Vossi verdammt nochmal Live klingt, wie der verschollene Zwillingsbruder Tom Araya`s. Und wer klingt wie Slayer…der brauch sich um Erfolg keine Gedanken zu machen.

Und es ging schick weiter mit einer Band, die ich seit Jahren mal wieder live sehen wollte. Die Hendrix Coverbands „Electric Ladyboyz“ wurden diesmal nicht dem Variete Publikum vorbehalten, sondern durften am Samstag spielen. Fand ich klasse, auch wenn ich den „Electric Davie-Boy“ Barfuss (Name, nicht Kleidungsstil) mit kurzen Haaren nicht wieder erkannt hätte. Musikalisch war das alles Top. Bei jeder Song Ansage hab ich auf meinen Favoriten gehofft…und als dieser dann als letztes Stück gezockt wurde, war ich mehr als glücklich. Toller Auftritt der Ladyboyz und „Voodoo Child“ bleibt eure Cover Meisterleistung.

Kaocide“ hab ich nicht gesehen, klang von weitem aber ganz gut. Metalcore halt.

Driven“ finde ich jedes Jahr wieder klasse und trotzdem: Irgendwie sind und bleiben sie unterschätzt und haben keine Nachhaltigkeit. Aber da sie mir auch dieses Jahr wieder super viel Spaß bereitet haben, hab ich mir vorgenommen was positives zu schreiben: Die Musik schwankt zwischen Rock und Metal…Und zwar so, dass es nicht besser hätte gemacht werden können. Ich hab euch nie sonderlich hervorgehoben, aber um es wirklich mal klarzustellen: Ihr habts voll drauf!

Strobocop“ sind sicherlich gut und ihr Rave Punk Gemisch ist was völlig neues, aber leider muss ich sagen: Ganz ganz ganz und sowas von garnicht mein Fall. Ich fands echt scheiße und das mein ich WIRKLICH nicht böse.

Viel mehr mein Fall und wieder großartig, die  Thrash-Metal Nummer 3 auf dem Kalkwerk: „Bloodspot„! Der Headliner der letzten SK Party hat die Stimmung gerockt, die Haare zum Fliegen gebracht und war absolut in Topform! Gaaanz toll! Das war geil, das hat wieder einmal echt Spaß gemacht! Mehr davon!

Unfassbar auch „Boiler„. Der Eric hat mit Wasserbomben um sich geschmissen, mitm Super Soaker für zusätzliche Erfrischung gesorgt, zum Tanzen animiert und die Polonaise angeführt. Ja, es stimmt schon. So ein Boiler Auftritt hat immer was von einem Kindergeburtstag…macht super viel Spaß. Und wer dann noch so großartige neue Stücke im Gepäck hat, hat die perfekte Uhrzeit sinnvoll genutzt. Jungs, ich ziehe meinen Hut!

Joy Juice“ ist die zweite Band von zwei Bands die ich nicht gesehen hab… Die Suppe war stärker. Trotzdem: Das ganze hat Ähnlichkeit mit „Rage against the machine“ und damit eine uneingeschränkte Existenzberechtigung.

Headliner des Abends waren „Big Mandrake“ aus Venezuela. Gute Laune Ska und sehr viel besser als „Ratatöska“ letztes Jahr. Seien wir mal ehrlich: Es war zwar definitiv der Hammer schlechthin, aber andererseits ist der Kalkwerk Headliner auch ein sehr dankbarer Job. Aber damit will ich die Band gar nicht abwerten. Es war wirklich Fucking great!

 

Es ist und bleibt Fakt: Ich freue mich total aufs Tells Bells, hab voll Bock aufs Pell Mell. Aber am schönsten, bleibt das Kalkwerk. Und nächstes Jahr dann auch bei mir wieder Sonntags! Ich freu mich!

Blizzen`s First Strike Open Air- Bericht

Jaja in der heimischen Rocklandschaft geht es manchmal hoch her. Nur derzeit nicht. Es ist Juni und wir sind happy ihn euch präsentieren zu können. Konzertbericht Nummer 1 im Jahr 2014. Oh man wie peinlich. Aber nun gut.

Für alle die es nicht mitbekommen haben: „Thrashtanica“, die Thrashmetal Helden des Landkreises sind tot und gucken nun den Radieschen von unten beim wachsen zu. Schlagzeuger Aaron verabschiedete sich zu „Sober Truth“ und was er nach diesem kurzen Intermezzo nun macht… gute Frage.

Für den Arnold läufts richtig super. Seine neue Combo „Shredhammer“ aus Köln spielt dieses Jahr den letzten Slot auf der Newcomer-Stage des „Metalfest Loreley“.

Übrig bleiben Stecki und Andi. Die taten sich mit dem dünneren der „Kiefer Brothers“ Marvin zusammen und gründeten mit einem bislang unbekannten Schlagzeuger „Blizzen“. Musik ist einfach: Erdiger, kerniger Heavy Metal, so wie in den 80ern. Geradeaus und schnörkellos.

Der erste Gig wurde im Kirschhöfer Kuckkuck angekündigt…und aufgrund des geilen Wetters NEBEN jenen verlegt. Open Air aufm Parkplatz quasi.

Als Support sollten/wollten „Moppethead“ den Abend eröffnen. Die Comedy Punker aus Weilmünster, die dieses Jahr ihr 10 jähriges feiern werden, mussten aber leider kurzfristig absagen.

Kurz vor knapp sprangen „Boneless“ ein. Über „Boneless“ hab ich  schon viel geschrieben. „Schwach, ging so, okay.“ Aber das war dann doch irgendwie überraschend! Dieses Mal: Kraftvoll, laut und extrem geil!!! Mit neuem Schlagzeuger (Ex-Sintrasher/Bedford Blitzer Dennis) klang das ganze mal richtig gut. Allgemein hat sich die Band sehr gewandelt. Aus dem recht primitiven Punkrock aus der Anfangszeit (damals noch „Public Headshot“) ist richtig fetter Rocksound geworden. Das ganze erinnert FAST ein bisschen an „Devil`s Gun“ und geht voll auf die 12! Ein wirklich super fetter Auftritt!

Den Wortwitz „Blizzen“ führen die Jungs selber gekonnt und so läutet ihr „First Strike“ Gewittersound ein. Nur vom Band, dem Wettergott sei Dank. Was danach kam war aber noch weit schlimmer als ein Gewitter. Ziemlich beschissener Sound mit Stecki`s Gesang…Schrill, durch eine Blechbüchse gebrüllt und DEZENT (*hust*) übertriebenem Halleffekt. Das wurde zum Glück nach dem ersten Song geändert und dann klang das ganze spitze! De „Stecki“ klingt wie Bruce Dickinson, de Andi spielt genau so geil Gitarre wie damals (also vor ca. 6 Monaten) und auch der Schlagzeuger und der Marvin machen einen super Job. Wie oben schon gesagt: In den 80ern hätte das ganze tierisch Eindruck gemacht. Und heute? Heute ists super Heavy Metal Sound, der bestimmt dem einen oder anderen Nostalgiker Tränen in die Augen treiben wird. Und der „First Strike“ ist ein ganz wichtiges Zeichen für die Region: „Thrashtanica“ ist zwar tot und allgemein die Konzerte in der ersten Jahreshälfte waren rar gesät…aber die Jungs zeigen Einstellung. Talent und Begeisterung für den Neuanfang. Und damit attestiere ich „Blizzen“ eine große Zukunft!

Zum Abend selbst: Das kleinste und niedlichste Open Air was ich je gesehen hab. 3 ultrafaire Euro Eintritt, 1,50 ultafaire Euro für jeden Schoppen, 2 richtig klasse Bands, 80 begeisterte Zuschauer und eine fette Aftershow im Kuckkuck! Was will man mehr???