SK-FANZINE - Schoppeklopper

Devil`s Gun Reunion- Bericht

Gestern fand in Rohnstadt Rockcity DAS Live-Event des Jahres statt. 5 Jahre nach der plötzlichen Auflösung standen „Devil`s Gun“ wieder auf der Bühne. „Back from the dead“ war das Motto des Abends und passend dazu gab es auch neue Shirts.

 

Als sich „Devil`s Gun“ 2006 auflösten hinterließen sie eine große Lücke in unserer Szene. Mit „Sintrash“ und später „The Bedford Blitz“, gründeten sich zwar neue Rock`n`Roll Bands, aber so richtig zu vergleichen waren diese nun mal nicht.

 

Als Support spielten die großartigen „Bordells“, aber natürlich lag das Interesse auf dem Hauptact. Erst kam das Intro von „Mr Crowley“ vom Band, anschließend ein Filmausschnitt und letztendlich betraten „Devil`s Gun“ mit einer 1a Show die Bühne. Egal ob Legendäre Werke der frühen Bandgeschichte wie „Hot Times“ oder die Gassenhauer schlechthin wie „Reckless“, ein Knüller nach dem Anderen wurde ins Publikum geschmettert, das vor Begeisterung ausrastete. Dabei waren Leute, die ich seit Jahren nichtmehr auf regionalen Veranstaltungen gesehen habe, aber die sich das Spektakel einfach nicht entgehen lassen wollten. Überhaupt war das Ganze eine Reise in die Vergangenheit. Die gleichen Leute auf der Bühne, die gleichen Leute im Moshpit, die gleichen Leute in der ersten Reihe. Dazu die altbekannten Lieder, die gewohnt derben Ansagen und einfach geile Mukke. Die Jungs haben echt rein garnix verlernt. Umso besser, daß es nicht wie bei den „Part Time Punx“ eine einmalige Sache ist, sondern weitergehen soll. Im Dezember zocken die Jungs im Kanapee.

 

Auch „Stargäste“ waren auf der Bühne dabei. Der Erst-Schlagzeuger von Devil`s Gun Thorsten „Thorty“König schwang bei einigen Klassikern die Stöcke, der Chris von „Visions Only“ spielte bei manchen Coverversionen zusätzliche Gitarre und bei „Should I stay or should I go“ sang eine der „Sugarhoneybo“ Mädels, auch wenn ich mir sicher bin, dass der Bandname gerade falsch geschrieben ist. Als nach dem regulären Set weitere Zugaben gefordert wurden, gabs ein weiteres Mal „Life`s a bitch“ (was fast ausschließlich die erste Reihe sang) und „Misery“. Es gibt eben Abende, die sollten nie zu Ende gehen und am Ende lagen sich nicht nur die Bandmitglieder, sondern auch die Fans von damals selig in den Armen und freuten sich wie Plätzchen darüber, dass alles eigentlich so war wie immer.

 

Fazit:

„Devil`s Gun“ sind 2011 genauso geil wie früher und ich bin sau froh, daß es euch wieder gibt…Und da bin ich definitiv nicht der Einzige.

Slag Heap- Nothing`s like before- CD Review

2007!Man ist schon wieder Zeit vergangen seit dem Slag Heap „Stuck“ released haben. Seitdem ist so einiges passiert. Der Stil wurde geändert, das Logo ebenfalls und das Besetzungskarussell hat sich mächtig gedreht. Der Sänger spielt jetzt auch Gitarre, es gibt einen neuen Schlagzeuger und einen neuen Lead Gitarristen. Der Name „Nothing`s like before“,den der nunmehr bereits sechste Silberling trägt ist also nicht nur passend, sondern die beste Entscheidung, die die Jungs hätten treffen können. Aber ist wirklich ALLES anders?

 

Das Artwork ist schick und aufwendig. Von diesem minimalisten Blödsinn von der Stuck, hab ich eh nix gehalten. Weiterhin findet man im traditionell 2 seitigen Booklet ein paar schicke Livefotos und alle Texte…wie immer.

 

Ganz großes Kino bietet diesmal die Produktion. In Vorgesprächen wurde mir erklärt die neue CD sei recht poppig…Nee, find ich nicht. Und die Produktion drückt viel viel mehr als bei der „Stuck“.

Dazu gibt’s 11 supergeile Songs, mit ohrwurmlastigen Refrains, genialen Backings und immer wieder Stellen die der Rene bravourös singt. Zu Tom gibt’s nur zu sagen: Gesang gewohnt nasal, aber besser als jemals zuvor. Besonders auffällig: Im Jahr 15 nach Bandgründung schafft ers doch noch Töne zu variieren. Die Gitarrenarbeit ist von beiden fantastisch.Top!

Aber auch der neue Schlagzeuger „Maddin“ muß sich nicht verstecken. Mit einer Leichtigkeit verleiht er dem neuen Werk einen fantastischen Touch und klingt dabei weit inspirierter als es sein Vorgänger bei „Stuck“ tat. An dieser Stelle sei dennoch erwähnt, dass der „Matthi“immer einer der besten Schlagzeuger in unserer Szene war und bestimmt auch lange Jahre bleiben wird.

Damit sich niemand benachteiligt fühlt: Der Kissel war schon immer ein super Bassist und daran hat sich auch anno 2011 nix geändert und ich habe den Eindruck, dass der Bass bei diesem Album auch bewusst eine größere Rolle eingenommen hat, als jemals zuvor.

Aber nun genug verallgemeinert, kommen wir zum Wichtigsten, die Tracks:

 

01 Wake Up:

Hätte anders produziert auch auf der „Stuck“ sein können. Ein typischer Slag Heap Song mit smoothen Strophen und ohrwurmverdächtigen Refrain. Gutes Teil!

 

02 Without a plan:

Erinnert mich spontan in den ersten 2 Sekunden an „Attitude“ von Visions Only, dann folgen messerscharfe Breaks, ein bisschen „Ohoo“ im Refrain und ein bisschen „Get up your ass you won`t regret. Im Text kommt übrigens auch „Nothing`s like before“ vor. Hätte man den Song so genannt hätte man einen tollen Titeltrack gehabt.

 

03 Dance until we collapse

Wenn alle Songs wie dieser wären, dann wäre das Album wirklich sehr poppig. Aber cooler Text, klasse Schlagzeug Arbeit. Beste Melodie seit „Fitting not at all“. Und prima Radio tauglich.

 

04 Wasting time

Einer der besten Songs der CD. Sehr Emo. Tom`s bester Gesang im cleanen Intro, punktgenaues Schlagzeug und Rene als großartige Abwechslung zu Tom`s Stimme. Midtempo Refrain. Ganz schön depressiv, aber ein Hammerbrett. Besonders die Musikfronten die den ruhigen teil so aufwühlend machen. Da steckt viel Gefühl drin.

 

05 My Way

…hat nix mit Frank Sinatra zu tun.Erinnert viel mehr an die Slag Heap aus der „Frames in Stereo“ Zeit, mit feinstem Poppunk, tollem Text und allen Gründen, warum ich diese Band seit fast 9 Jahren immer wieder geil finde. Herausragend der ruhige Teil mit dem Textteil: „Educating Life, educating love, educating me to live.

06 Slag Heap

Okay…Ich bin generell kein Fan von Liedern die heißen wie die Band selbst. Oft verstecken sich dahinter Selbstbeweihräucherungen. Hier geht’s um Probleme einer nicht mehr ganz so jungen Band im Regionalbereich, Vergangenheit und Zukunft. Mit Original Zitaten aus „Summer Song“, „Raise your beers“ und „Welcome“. Über ersteres würde ich mich übrigens sehr im Kanapee freuen;-)

 

07 Feel Alive

Schneller Anfang, extra groovy Strophen, Mitgröhl Refrain und Text der Begeisterung für das Thema mitliefert. Und es hat tatsächlich dazu geführt, dass ich mich ärger, noch nie auf einem Snowboard gestanden zu haben. Ihr seid verdammt überzeugend Jungs, vielleicht sollte derjenige der den Text verfasst hat Wahlkampf reden schreiben. Übrigens auch hier sehr fetter Gesang vom Herrn Ochs. Vielleicht erleben wir Slag Heap ja in Zukunft mit zwei Leadvocals???

 

08 Wipe it all away

Eigentlich braucht doch kein Mensch ein Song, der mit Gameboy Melodie anfängt, aber hier sehr cool umgesetzt. Ein sehr positiver Song mit Spaß hab Garantie und bei der Strophe mit dem „Hot

Girl“ im Magazin die ein Kerl ist und nicht Angeline heißt, hab ich Tränen in den Augen gehabt. Selbsterlebte Sachen sind immer am lustigsten. Bloß wars bei mir ne wutzige Homepage, die sich im Alter von 14 Jahren langsam aufgebaut hat und ich mir damals unter dem Begriff „Shemale“ nichts vorstellen konnte. Gute, unschuldige Zeit…..

 

09 Moments

Da haben wir doch den zweistimmigen Gesang. Übertrieben gute Laune suggeriert dem aufmerksamen Hörer dieser Song. Textlich vom Inhalt her ein klitzekleines bisschen wie „Feeling strangely fine“, einer meiner Top 3 Songs der „Another day in your life“, dem dritten Slag Heap Album in Eigenregie. Ich hoffe ich bin nicht der Einzige, der sich an diese wunderbare letzte Platte in Ursprungsbesetzung erinnert.

 

10 Shut up

Slag Heap in aggressiv, auch das kommt vor. Selten zwar, aber es geht. Ungewöhnlich, aber nicht unmöglich. Und irgendwie verdammt geil. Das krasseste ist: Ich kenne und mag den Tom eigentlich nur als gutgelaunten Strahlemann und trotzdem nehme ich ihm vom Gesansstil den Song ab. Und der Scream Part ist enorm fett. Wenn das der Thomas K. ist, dann ein großes Lob ans Safari Soundlab/Big G Studio. So geil klingts zumindest live nicht ganz.

 

11 Open your eyes

Was auf „Stuck“ Rising ist, ist vom Text her „Open your eyes“ auf „Nothing`s like before“. Zumindest sehr gesellschaftskritisch, aber auch diese Seite steht den Jungs super. Die Musik vereint nochmal alle Höhepunkte des Albums: Funky, ohrwurmverdächtig, ernst und technisch einwandfrei.

 

 

Fazit;

Mit „Nothing`s like before“ haben sich Slag Heap nicht unbedingt neu erfunden, aber alles was schon immer gut war kompakt zusammengefügt. Auf „Self made“ war „lonely boy“ überflüssig, bei „One more for the money“ ging mir „Decent girl“ aufn Wecker, bei „Another day in your life“ hätte man sich „20 Seconds“ sparen können, auf der „Frames in Stereo“ hat der Text „Do you really like me“ kaputt und nur Live erträglich gemacht und bei „Stuck“ ist das total uninspirierte und klischeehafte „Undo“ mir ein Dorn im Auge. „Nothing`s like before“ besteht aus elf Krachern mit geilen Texten, coolen Hooks, einem Wechselbad der Gefühle, Partytauglichkeit und der besten Produktion ever. Slag Heap in Bestform. Ohne Spaß! Geiler geht’s netmehr! Meine Wertung sind, völlig verdient und ohne zu schleimen:

 

10 von 10 Punkte

 

Ich geh dann mal weiterhören….

 

Cheers

 

Marcel

 


 

Devil’s Gun Reunion Show

Am Samstag ist es endlich soweit.

Einige Jahre nach der offiziellen Auflösung geben Devil’s Gun am Samstag in Rohnstadt ihre Reunion Show. Diese steht unter dem Motto: ” We are back, back from the Dead “. Die Promopictures sind vielversprechend: Die Jungs sehen aus wie zu ihrer besten Zeit. Als Vorgruppe zocken ” The Bordells ” .

Also erscheint zahlreich und feiert, die Auferstehung einer totgeglaubten Legende. Kick ass Rock ‘n’ Roll will never die!!!