SK-FANZINE - Schoppeklopper

Kalkwerk Festival Sonntag- Davids erster Bericht

Letztes Wochenende fand wieder das alljährliche Kalkwerkfestival in Limburg-Diez statt. Bietet das ehemalige Industiegelände im restlichen Jahr Newcomern Platz zum Proben, öffneten sich am letzten Wochenende zum 31. Mal den Besuchern die Tore. Dieser Ort atmet eine ganz besondere Atmosphäre und dieses Festival ist das mit Abstand familienfreundlichste das ich kenne.

 

Leider war es mir nur möglich am Sonntag zugegen zu sein.

 

 

 

Scrotum Dei sind die erste Band für mich an diesem Tag. Ihre Musik ist sicher nicht jedermanns Geschmack, Psychedelic trifft New Wave und ergibt Psycho Pop. Aber eins steht fest die Jungs haben sich einen genialen Bandnamen ausgesucht, der Hodensack Gottes. Darauf muss man erst mal kommen.

 

Der Shakespeare Battle im Kunstausstellungsraum offenbart sich wieder erwarten nicht als Intellektueller Rapper Contest sondern als Laientheater, das Ausschnitte unter anderem aus Shakespeares „Mitsommernachtstraum“ aufführt.

 

Besonders gut waren Steil und Friends. Man muss sich das so vorstellen: ein Mann mit Akustikgitarre sitzt auf einem Stuhl und singt im bestem Clueso Stil von Liebesschmerz und seine 3 Bandkollegen entspannen sich auf Liegestühlen. Entspannter gehts kaum. Die Band präsentiert selbst geschriebene Songs wie „3 Sterne Weltkrieg“ über eine Schlacht am Büfett und aus Whisky in the Jar wird „Weg mit dem Wodka-O“. Während im Hintergrund Basketball gespielt wird, liege ich unter imaginären Palmen. Coversongs von deutschen Pop Schnulzen begleiten Abraham Lincoln beim Verteilen von Schokoriegeln.

 

Wesentlich melancholischer kamen Eve’s Temptation daher. Akustische Gitarren Musik begleitet die englischen Texte von Sängerin Judith. Würde fantastisch in einen Irisch Pub passen.

 

Bei den Klängen von Motion fängt man an bunte Farben zu sehen und das ganz ohne Drogen. Nach einer erfrischenden Limonade gabs endlich was zu Moshen. Kaocide teilten das Publikum bei Wall of Death und beim Geschmack. Entweder man mag Metalcore oder eben nicht.

 

Hab ich schon erwähnt das in der Fresshalle belegte Brötchen, Wassermelone und wirklich gute vegane Suppen zu äußerst fairen Preisen angeboten werden? Und das schon seit vielen Jahren. Draußen gab es natürlich auch Grillfleisch und Bier.

 

Nachdem die schwarze Horde das Feld räumte, kam mit den Rappern von Tempeltainment die Arschwackel Fraktion zum Zug.

 

Gleich darauf rockten „Dana Plan“ mit genialer fast freejazzartiger Akustikmusik. Das komplette Fehlen eines Sängers kommentierte der Frontmann so: Instrumentalmusik steigt und fällt mit dem Gesang. Dem ist nichts hinzuzufügen, ausser ich bin begeistert.

 

Den Abschluss des Abends gab das Rattlesnake Orchestra aus Mainz. Mit einer wilden Mischung aus Ska, Punkrock, französischem und spanischem Gesang und deutschem Rap wurde die Menge zum Kochen gebracht. Ein Bandmitglied vollführte vor lauter Begeisterung einen Salto ins Publikum was auch an dem Schnaps liegen könnte der brüderlich mit den Menschen in der ersten Reihe geteilt wurde.

 

Mir bleibt nur zu sagen: Kalkwerk wir sehen uns wieder!