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4 Zimmer Küche Bad- Eigentlich müsste man mal (CD Review)

4 Zimmer Küche Bad… Vor ca 5 Wochen hat die Rock WG ihr Debüt „Eigentlich müsste man mal“ veröffentlicht.

Wir wollen der Frage auf den Grund gehen: Was macht eine 4 Personen Herren WG eigentlich aus? Die erste Antwort darauf bekommt man beim Artwork der CD. Wenn man das schicke Digipack aufklappt und die Rückseite/das Cover betrachtet, wird aus dem kleinen Schmutzbild vorne ein richtiges Siff Spektakel. Wäre eine Frau dabei, so hätte sie bestimmt schon teilweise diesen Dreck beseitigt.

Gemastered hat das von Chris Kautz produzierte Werk ein gewisser „Mark Pfurtscheiler“. Ich würde also sagen der Umzug aus dem Proberaum in Schupach ins bedeutsamere Kalkwerk hat sich bezahlt gemacht. Schließlich findet man dort immer Freunde, die im Haushalt helfen können und inspirierend auf jeden Künstler wirken können. Unter diesem Gesichtspunkt, wirken Songtitel wie „Feiert Freunde“ wie eine Bestätigung für diese These.

Das wichtigste in einer WG ist aber doch: Gute Gespräche. Und wenn man politisch und gesellschaftlich gleich tickt, kann man daraus etwas Großes kreieren. Und genau das ist „4ZKB“ gelungen. 12 Tracks erzählen Geschichten, die meist etwas mit den Missständen dieser Welt zu tun haben. In Deutschland, aber eigentlich eben überall.

Die Musik bezeichnen die Jungs als Deutschrock. Und das geht in meinen Augen klar. Denn Punk-Rock-Rockabilly-Pop ist halt ein bisschen lang und tatsächlich, ist auch das nur ein kleiner Teil der Einflüsse die die alten Herren in ihrer Musik vereinen.

Mal aggressiv, dann mal sehr Ohrwurmlastig… Immer gepaart mit einer Melodie, gespielt von großartigen Musikern. Das ist für mich „4Zimmer Küche Bad“.

Was viele Leute womöglich gut finden, ich aber eher als Manko sehe: Die CD klingt 1 zu 1 wie die Jungs live.

Bei „Klangbild“ hab ich mich letztes Jahr ein bisschen über die Vielzahl an technischen Spielereien ausgelassen… Aber so ein bisschen finde ich, kann man sowas doch gerne nutzen. In der Medizin sagt man „Die Masse macht das Gift“ und ich finde: Stimmt. Sänger Tilly hat zwar eine großartige Stimme, egal ob er normal singt oder etwas aggressiver. Trotzdem hätte der eine oder andere Effekt, die CD noch etwas besser machen können, als sie sowieso ist. Denn ich finde: Wer wie ich Musik konzentriert hört, der wird hier bestens bedient. Aber das tut nicht jeder. Jemand der Musik lieber irgendwie nebenbei hört, könnte auf den falschen Gedanken kommen, dass das Album eintönig ist. Nochmal: Ist es nicht! Aber es kommt auch darauf an, wie bewusst man Musik konsumiert.

Prinzipiell ist das ganze Werk aber auch keine CD, die man „irgendwie im Hintergrund“ hören kann. Denn dann entgehen einem die Texte, bei denen sich der Bidi (Ex-Raketenklee, Ex-Das Bidi Bop Popensemble, Ex- Abgehörte Telefonate) mal wieder selbst übertroffen hat. Sehr linke Inhalte…Aber eben nicht in flache Phrasen oder die üblichen Parolen verpackt, sondern klar benannt. Beispielgebend dafür sind die Titel „Angstmaschine“ oder das überragende „Scheißegal“.

Am Ende ist es ein Album, was jeder zuhause stehen haben sollte und dennoch, ist mir noch bei keiner CD die Wertung sooo schwer gefallen. Alles ist geil, es ist top produziert, es ist schick aufgemacht, die Musik ist nice und klare Favoriten hab ich auch…. aber irgendetwas fehlt. Seit Wochen denk ich darüber nach und bin noch zu keinem Schluss gekommen….

Damit schließe ich diese Kritik. Nochmal: Gutes Debüt, keine Füller sondern Qualitätsmaterial von vorne bis hinten und trotzdem….Hmm.

Kauft es euch, denn bereuen werdet ihr es nicht. Da es kein Review ohne Wertung gibt:

7/10 Sternen.

P.S.: Wenn ihr die CD schon habt und es euch vielleicht genau geht… Dann postet es mir gerne auf unsere Facebook Seite!

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