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Seepogo#8 -Bericht

Seien wir mal ehrlich… Allzu viele Gründe gibt es jetzt nicht wirklich nach Selters-Münster zu fahren…Aber wenn hier auf der Seite der beschauliche Ort erwähnt wird, kann das nur eins heißen: Es war endlich wieder Seepogo!

Schon das Warm-Up am Freitag hatte einiges zu bieten: Neben hessisch-kulinarischen Genüssen und frisch gegrillten Gaumenfreuden, gab es schon erste musikalische Leckerbissen: Die Frankfurter von „The Rollin Racketeers“ heizten den Besuchern mit einer ordentlichen Rock’n’Roll Party ein, bevor die heimische Größe „RoadRage“ wie immer voll überzeugen konnte und „Kuck ma ich“ mit ihrem interessanten Soundmix den Abend fulminant beendeten. Also kurz gesagt, da ich von vielen gehört habe sie gehen nicht aufs Warm-Up, weil sie nicht wissen ob es sich lohnt: Seepogo Warm-Up lohnt sich!

Aber nun zum eigentlichen Festival: Samstag ging es los mit „Mobilization“. Diese sind eine Punkrock Band aus dem Westerwald, die verschiede Einflüsse miteinander verbindet und aggressiv, politisch, kritisch voll geradeaus geht. Nachdem ich letztes Jahr ihr Album (Hammerbrett!) reviewed hab, war ich wenig überzeugt, dass sie das auch live umsetzen können. Damit hatte ich zwar recht, heißt aber nicht, dass es irgendetwas an dem Auftritt zu meckern gibt. Nein: Egal ob auf CD oder Live: „Mobilization“ ist eine megageile Truppe! Live und auf CD…Nur eben anders.

Egal ob auf Aufnahmen oder Live… Immer gleich geil sind auch unsere Buddies von „Bronson A.D.“ , die mit dem gleichen Anfang wie beim „Weil’s Rockt“ sofort voll auf die 12 gingen… Trotz den technischen Problemen, trotz dem interessanten Klang der Bassdrum.. Mega geiler Gig. Auch wenn ich immer noch nicht glaube, dass der Bartlose Typ am Mikro wirklich der Björn war.

Bartlos ist der Muddy von „Visions Only“ nun wirklich nicht mehr.  Aber dafür waren die so kreativ abgemischt, dass rechts vor der Bühne der Britt (Background Gesang!) lauter war, als der Muddy. Also ohne Witz: wenn mir jemand erzählen will, ihm sei das nicht aufgefallen, sollte er schleunigst mal einen Akkustiker Termin ausmachen. Aber: Nach einem Hinweis eines Musiksachverständigen (mir!) wurd es über weite Strecken besser und der „Visions Only“ Auftritt, nicht zuletzt Dank der fantastischen Setlist, zu einem der Besten in den letzten Jahren. Hat mal wieder echt Spaß gemacht.

Ich bin ja mittlerweile so professionell geworden, mit Notizen zu machen und zu „Grindhouse“ steht: „So großartig wie der Bauchumfang des Sängers.“ Die drei kreativ kostümierten, beziehungsweise leicht bekleideten (der Sänger) Musiker machen, wie mir erklärt wurde, „dreckigen Rock für alte, dicke Männer“. Kein Wunder dass ich’s also richtig geil fand.

Das “ Faintest Idea“ eine Skaband sind, wusste ich vorher nicht. Umso schöner war die Überraschung dann. Mal gut gelaunt, mal eher kritisch. Auf jeden Fall ordentlich tanzbar, unterhaltsam und abwechslungsreich. Ich liebe Ska, wenn er gut gespielt wird. Also alles richtig gemacht.

„Ducking Punches“ kamen beim Publikum sehr gut an. Spaßiger gute Laune Rock am See. Das Rad wird damit nicht neu erfunden, aber solange es rollt, funktioniert es ja. Auch ein Blick in die Notizen schadet hier nicht: „Der Bassist passt optisch auch gut zu einer Power Metal Band.“ Klasse, welche Details ich mir da aufgeschrieben habe.

„Smoke or Fire“ kannten gefühlt mal wieder alle außer mir. Schade eigentlich, denn nach der Performance werd ich das Gefühl nicht los, die letzten Jahre was verpasst zu haben. Sehr energiegeladener Auftritt, überzeugend ab der ersten Sekunde und mit ordentlich Mitgröhl- und Singpotential. Klingt nicht nur klasse, sondern auch sehr international.

„Get Dead“, eine Punkband aus Sam Francisco, hab ich nicht gesehen. Also hab ich mir die denkbar objektivste Person rausgesucht um zu fragen wie es war: Einen der Veranstalter. Der gab sich zurückhaltend und analysierte: “ Sau geil. Einfach ne saugeile Band. So gut abgemischt wie keine Andere die wir je hatten. So geil. Mehr kann man nicht sagen.“

Der Orden für den bisher geilsten Auftritt meines Festival Sommers geht ohne jeden Zweifel an die Legende „CJ Ramone“ . Mit über 50 Jahren noch so abzugehen, ist nicht selbstverständlich. Weit mehr als die Hälfte des Materials (Ja Marv, wirklich!), waren alte „Ramonesl Songs wie „I wanna be sedated“ , „Rockaway Beach“ , „Bonzo goes to Bitburg“, “ Blitzkrieg Bop“ und viele weitere.  7 Jahre Bassist der legendären „Ramones“ zu sein,  hinterlässt Suppen auch im Songwriting und so klingen auch die Songs seines brandaktuellen Albums „the hoy spell“, wie Kracher aus den 70ern. Ganz ganz ganz großes Kino. Nur schade, dass es keine Zugabe gab.

Die 2019er Ausgabe des „Seepogo“ , beendeten die (ebenfalls) legendären Schweden Skatepunker von „No Fun at all“ mit einer soliden Performance. Ein würdiger Abschluss.

Was es noch zum Seepogo zu sagen gibt: Ich erwähne ja jedes Jahr, dass das Seepogo auch deshalb eines der schönsten heimischen Festivals ist, weil es jedes Jahr besser wird. Die Idee den Weg zum Parkplatz zu beleuchten, ist super und hat auch freitags wunderbar funktioniert. Samstag war dann leider das Aggregat leer und zur Mitte von „No fun at all“ stockfinster. Aber ganz ehrlich: ich geb n Scheiß drauf! Mega tolles Festival, grandiose Bandauswahl, Jahr für Jahr die tolle Atmosphäre, das familiäre Gefühl, die Arbeit und der Fleiß den die Menschen reinvestieren nur weil sie Bock drauf haben. Liebes Seepogo Team, ihr verkörpert ALLES, was wir bei der Gründung vom SK Fanzine honorieren wollten. Danke dafür und danke für da wohl beste Festival was ich diese Jahr besucht haben werde. Bin gespannt was ihr uns nächstes Jahr zaubert. Ich bin dabei!

 

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