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Seepogo #7- Bericht

Am 21.07.2018 war es mal wieder soweit. Der Kulturverein Lago Alfredo lud ein. Es war Zeit für die nunmehr 7. Ausgabe des Seepogo Festival. Bevor ich euch meine Eindrücke schildere, sei aber kurz das großartige Warm-Up am Vortag erwähnt, wo es neben leckeren Grillgerichten auch lecker Craft Beer aus der Lahnsteiner Brauerei gab und 3 regionale Bands ordentlich einheizten:

„Stay focused“ haben zum Sonnenuntergang ein tolles Akkustik Set gespielt. Hat gepasst wie Arsch auf Eimer. Fast schon kitschig-schön.

„4 Zimmer Küche Bad“ haben jede Romantik im Keim erstickt. Nach anfänglichen technischen Schwierigkeiten, gabs die übliche politisch motivierte Rock Breitseite. Diesmal mit etwas mehr Hall-Effekt als sonst.

Den Abend zu Ende gebracht haben die Rave-Punker „Strobocop“, die die Crowd am Lago ordentlich zum Tanzen brachten und das Ganze in neuer Besetzung, denn der Björn von „Bronson A.D.“ gehört jetzt auch zu dem sympathischen bunten Haufen.

Am 21. ging es dann ganz früh erneut mit „Stay focused“ los, die ich spontan verpasst hatte, als ich einen erbitterten Kampf gegen mein Bett führte und leider verloren habe.

In der Mitte zu „Sugar Shack“ fand ich mich dann auch auf dem Parkplatz wieder und fand die junge Stoner Band unangenehm gut. Ich wollte an dieser Stelle eigentlich hart abrotzen, da ich den Kerlen ihr Proberaum Konzert am Tag der SK Party letzten Jahres immer noch sehr übel genommen hab. Aber wir haben das jetzt geklärt und deshalb ganz objektiv: Scheiße, wie geil war das denn bitte!?! Eine Band aus alten Bekannten der Szene, die technisch und abwechslungsreich hervorragende Songs spielen. Besonders beeindruckt hat mich Sänger Maxi, den ich seit mehr als 10 Jahren kenne und schätze, aber nie erwartet hätte, dass er so geil singen kann. Gänsehaut. Einfach nur Gänsehaut!

Weiter gings mit „RoadRage“. Wars geil? Klaro! Gibt es was spektakuläres zu erwähnen? Nö. Die Rocker machten wieder einmal genau das, was man von ihnen erwartet. Einzige Besonderheit die zu erwähnen wäre, dass bei „Drink-Fuck-Fight“ Deceiver Drummer Keno die Tierfelle verprügelt hat. Verwandschaftliche Beziehungen machen vieles möglich. Bevor mir jetzt wieder irgendwer es falsch auslegt: Er kann es eben auch saugut.

Viiieeel zu lange ist es her, dass ich „Fatzke“ live gesehen habe. Das wurde mir spätestens klar, als die heimischen Pop-Punker ihre Hits wie „Nicht allein“, „13 Quadratmeter Glück“ und „Meine Welt“ zum Besten gaben. Angereichert wurde die Show mit ein paar wenigen neuen Songs, die aber zu 100% überzeugen konnten. Und dass man dann auf die Pyrotechnik bei „Du bist nicht das Volk“ verzichtet hat, ist bei einer derart großartigen Performance dann auch scheißegal.

Ich kann nicht behaupten schon jemals von der Band „Sewer Rats“ aus Köln gehört zu haben. Ich weiß nicht wie man sie richtig ausspricht, aber Spaß gemacht hat es allemal. Grundsolider, melodiöser Punkrock. Beide Daumen ganz weit nach oben, auch wenn ich immer noch nicht weiß, was es mit „Kannentime“ und dem dazugehörigen Superhelden auf sich hat.

Wenn ich einen dritten Daumen hätte, wär jetzt der richtige Zeitpunkt gewesen ihn nach oben zu reißen, denn mein persönlicher Headliner war an der Reihe. „Skin of tears“ habe ich beim zweiten oder dritten Tells Bells gesehen und sie haben mich damals echt vom Hocker gehauen. Jahrelang hielt ich auf Plakaten Ausschau nach der Combo… Jahre später hab ich sie dann mal mit der Band „Lake of tears“verwechselt und mit der Erkenntnis nicht einmal den Namen noch zu wissen gab ich auf. Heute weiß ich, dass die Gruppe zwischenzeitlich mal 5 Jahre getrennte Wege ging, was die Ergebnislosigkeit der Suche erklärt. Jetzt also auf dem Seepogo und was soll ich sagen… So geil wie eh und je? Ja, aber sowas von! Skatepunk Hymnen noch und nöcher vom Dreadlock Meister und seiner Grinsekatze am Bass. Toataaaal geil. CD ist gekauft und Bock mal wieder auf dem Tells Bells spielen zu dürfen, haben sie auch. Ich hoffe, dass es diesmal nicht wieder 12 Jahre dauert, bis man sie wieder live sieht. Fetter geht nicht mehr.

Danach waren „KMPFSPRT“ dran, die bereits das zweite Mal die Seepogo Bühne beackern durften. Nach dem letzten Mal, bekam ich Hate Mails von einigen Hardcore Fans… diesmal wars auch nicht besser. Obwohl ich den Frontmann bei den Ansagen sehr ins Herz geschlossen habe.

Mit den Hate-Mails rechne ich diesmal aber vielmehr nach meiner Meinung zu „Clowns“. Ja, sie haben eine heftige Präsenz auf der Bühne. Ja, es ist unfassbar energetisch. Ja, es ist eine gelungene Mischung aus Punk und Hardcore… Und trotzdem fand ich es auf Dauer echt öde und langweilig. Die erste halbe Stunde war noch ganz geil, aber dann wärs auch okay gewesen finde ich.

Zur Überraschung des Abends wurden für mich „A Wilhelm Scream“. Noch eine Band, die ich mal auf dem Tells Bells gesehen habe und (im Gegensatz zu „Skin of Tears“) als „akzeptabel“ abgespeichert habe. Ganz im Ernst: Ich muss ganz schön voll gewesen sein. „A Wilhelm Scream“ waren auf ihrer finalen Show der Europa Tournee grandios. Viel Spielfreude, positive Routine, fetter Sound und Bombensongs. Ein totaler Burner und einer der Highlights des Tages.

„Authority Zero“ hab ich mir vorher auf Youtube gegeben. Haben sie mir da gefallen? Ja, haben sie. Haben sie Erwartungen geschürt? Ja, haben sie. Waren sie live genauso geil? Ja, waren sie. War es ein geiler und verdienter Headliner? Ja, waren sie. Nothing more to say.

Jaja, das 7. Seepogo. Gab es was negatives? Abgesehen vom Imbiss und dem immer noch unbeleuchtetem Weg zum Parkplatz… Nein. Im Gegenteil: Fairer Eintrittspreis, faire Getränkepreise und schöne Location. Das ist einfach das Seepogo. Das einem nicht alle Bands gleich gut gefallen ist ja klar und mich hat es echt gefreut, dass sich dieses Jahr so viele Besucher nach Münster verirrt haben.

Ich war auf jedem Tells Bells seit es zweitägig ist… Ich liebe das Pell Mell und feiere es hart. Aber es gibt eine Sache, die das Seepogo allen heimischen Festival voraus hat: Es wird jedes Jahr besser!

Dieses Jahr zu erwähnen:

Bessere Bands, besseres Warm-Up, besserer Sound. Dazu: Schnellere Kontrollen am Einlass, schnellere Bedienung am Bierstand und Kompetenz bei Getränken, die nicht auf der Karte stehen (purer O-Saft, Kirschsaft etc.) Ich bin mal sehr gespannt wo nächstes Jahr die Schippe draufgelegt wird…. wirklich zu meckern hab ich nix, nur eine Bitte:

Skaband wär supertoll!

Wer nicht da war, hat wieder was verpasst und ich freu mich schon jetzt auf die 8. Runde. Ich liebe euch!

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